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Arbeiterwohlfahrt
Alle ließen sich im Stadtpark verzaubern

Beim Auftritt von Zauberer Rainer Stürmer (im Vordergrund) hatten Jung und Alt beim Generationentreff im Stadtpark gleichermaßen Spaß.
Beim Auftritt von Zauberer Rainer Stürmer (im Vordergrund) hatten Jung und Alt beim Generationentreff im Stadtpark gleichermaßen Spaß. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Die St. Ingberter Arbeiterwohlfahrt organisierte am Samstag erneut ein „Treffen der Generationen“ in der Gustav-Clauss-Anlage.

Zum fünften Mal hatten die St. Ingberter am Samstag Gelegenheit, über Altersgrenzen hinweg im Stadtpark ins Gespräch zu kommen. Das von der Arbeiterwohlfahrt ins Leben gerufene „Treffen der Generationen“ wird gerade von den Bewohnern der Awo-Einrichtungen immer wieder herbeigesehnt. Mit Kleinbussen kommen die Senioren aus dem Bruder Konrad- und dem Fidelishaus sowie aus dem Mathildenstift, um ein paar Stunden bei Essen, netten Gesprächen, Musik und einem kleinen Programm dem alltäglichen „Trott“ entgegen zu wirken. Als einer der Programmpunkte stand der Shanty-Chor Prinz Eugen Friedrichsthal auf dem Zettel, bei dessen Gesang mitgeschunkelt- und gesungen wurde. Zwischendrin warb der MGV Frohsinn mit einigen Liedern für sein Jubiläumskonzert. Vielen der älteren Besucher, die in den verschiedenen Einrichtungen leben, war dieser Verein vertraut. Wie Alltagsbegleiterin Andrea Kräuter erzählte, unternehme man mit den Bewohnern der Awo-Häuser natürlich auch Ausflüge, doch der Generationentreff in der Gustav-Clauss-Anlage sei für die Älteren etwas ganz Besonderes. Denn der Park sei ein Stück Heimat, wo man auch in Erinnerungen schwelge und alte Bekanntschaften pflege. Da komme selbst ein Tagesausflug nicht mit. Elke Müller betreut das „Quartiersprojekt im Südviertel“, war erstmals bei solch einer Generationen-Begegnung dabei: „Das passt bei mir absolut ins Thema. Hier kann ich in Kontakt mit den Menschen kommen und Netzwerke knüpfen. Ich finde den Ort hier im Grünen gut gewählt. Der Spielplatz ist gleich nebenan, so dass die Kinder von dort direkt hier rüberkommen können.“ Diese ließen sich vor allem vom Überraschungsgast verzaubern. Rainer Stürmer hatte als Zauberer „Saarbra Kadabra“ Jung und Alt schnell im Griff. Mit einem „Oh Ah, ein blaues Kästchen. Oh La La, Cha Cha Cha Ah Yeah“, das die Zuschauer wiederholt mitsprechen mussten, machte er bereits zu Beginn seines Auftritts eine Art Gedächtnistraining und zog so die Aufmerksamkeit unweigerlich auf sich. Die Lacher hatte er in jedem Fall auf seiner Seite. Ohne Hase, Netz und doppelten Boden, dafür eben mit besagtem blauen Kästchen, hatten die Kinder und auch die Erwachsenen Spaß an dessen lockeren Sprüchen, seinen Seiltricks und noch einigen anderen Vorführungen. Anschließend unterhielt das Musik-Duo „Top 2“ die Gäste. Musikwünsche waren willkommen. In den neun Stunden, in denen den Kindern auch eine Hüpfburg des DRK zur Verfügung stand, musste natürlich keiner hungern oder verdursten. Dafür sorgten unter anderem viele Helfer aus den Reihen des Awo-Ortsvereins und des Ortsrates.


Der Ortsvorsteher wendete die Würstchen, der Oberbürgermeister half später an der Kuchentheke aus. „Kompliment an alle ehrenamtlichen Helfer, auch an den Grillmeister Ulli Meyer. Ich habe das Gefühl, ihr werdet jedes Jahr besser“, richtete Hans Wagner seine Worte an den Awo-Ortsverein, „ihr seid richtig gute Stützen in St. Ingbert und bringt hier Leben rein.“ Wie Ortsvereins-Vorsitzender Andreas Herold sagt, freue ihn jedes Jahr aufs Neue, dass man auch den Kindern etwas bieten könne. „Da sitzen wirklich alle Generationen, vom Enkel bis zu den Großeltern“, so Herold. Es komme dabei nicht auf den Umsatz an, sondern auf das Miteinander. „Die Senioren aus den Heimen bekommen von uns einen Tag geschenkt. Es geht darum, dass sie mal in anderer Gesellschaft sind. Zu uns müssen sie nicht kommen, sie können es selbst entscheiden“, so der St. Ingberter Awo-Vorsitzende. Eine Dame, die das erste Mal dabei war, antwortet auf die Frage, wie es ihr gefallen habe, erst gar nicht. Sie lächelt nur glücklich. Was ihr am besten gefallen habe? „Die Musik.“ Ihre Nachbarin im Bus-Shuttle des DRK war zum dritten Mal dabei. Sie wird wiederkommen, denn ihr habe alles Spaß gemacht. Vor allem der Kontakt mit den Jungen lasse die Senioren aufblühen, beobachtet Herold. „In den Heimen sind sie zwar nicht allein, aber die Verwandten kommen unter Umständen selten. Die haben ihr eigenes Leben. Ältere Menschen sind so schnell der Gefahr ausgesetzt, dass sie sich einsam fühlen“, sagt er. Mit dem „Treff der Generationen“ will man diese Mauern durchbrechen. Für die „Managerin“ des Quartiersprojektes ist diese Zusammenkunft einfach nur eine „ganz großartige Sache“.