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Dauerärgernis Gelber Sack
Ärger um die gelben Säcke geht weiter

Wer in St. Ingbert gelbe Säcke zur Abfuhr bereit stellen will, steht oft vor einem Problem, wenn er nicht die genaue Ausgabestellen für diese speziellen Tüten kennt.
Wer in St. Ingbert gelbe Säcke zur Abfuhr bereit stellen will, steht oft vor einem Problem, wenn er nicht die genaue Ausgabestellen für diese speziellen Tüten kennt. FOTO: Patrick Pleul / picture alliance / dpa
St. Ingbert. Gelbe Säcke für Verpackungsabfall sind nach wie vor  Mangelware. Der Drogeriemarkt dm erklärt, auch künftig keine mehr anzubieten.

Der Ärger über die gelben Säcke nimmt kein Ende. Erneut sind sie an vielen Ausgabestellen zeitweise vergriffen. In den Filialen des Drogeriemarktes dm werden sie zukünftig jedoch gar nicht mehr angeboten, wie eine Mitarbeiterin auf Nachfrage berichtet. Zu viele Probleme habe es seit Sommer gegeben, die Kunden seien ständig unzufrieden gewesen und haben den Markt für die fehlenden Säcke verantwortlich gemacht. Daher habe man beschlossen nicht länger Ausgabestelle der kostenlosen Säcke zu sein. Vielen Kunden sei nicht bewusst, dass nicht DM sondern die Firma Paulus für die Verteilung der gelben Säcke an die Ausgabestellen zuständig ist. Diese habe in den letzten Monate zu wenig bis gar keine Säcke mehr liefern können, weshalb die Lager des Drogeriemarktes und anderer Ausgabestellen oft leer blieben.


Das privatwirtschaftliche „Duale System Deutschland“, dass für die Rückführung von Verpackungsmaterial verantwortlich ist, überträgt die eigentliche Entsorgung der Säcke sowie deren Verteilung an kommunale oder private Entsorgungsfirmen. In unserer Region übernimmt dies die Firma Paulus Recycling aus Friedrichthal. Bereits im August erklärte Dieter Wacker von Paulus Recycling, dass die gelben Säcke sehr oft zweckentfremdet werden. Essensreste, Kleidungsstücke und Windeln seien nur einige der Abfälle, die die Mitarbeiter bei der Abfuhr in den Säcken finden, dort aber nicht hinein gehören. Dadurch entstanden der Entsorgungsfirma über Jahre hohe Kosten, die sie kaum tragen konnten. Um die Bürger zu sensibilisieren, ordnungsgemäß zu trennen, entschloss sich Paulus Recycling das Kontingent der Säcke in diesem Jahr um rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu reduzieren. Problematisch wurde es dann aber, als die spanische Firma, die die Säcke produziert, Lieferprobleme meldete, erklärt Wacker. Vielerorts fehlt somit produktionsbedingt und aufgrund der neuen Kalkulation der Nachschub.

Momentan sind die gelben Säcke im Rathaus St. Ingbert, beim Baubetriebshof, bei den Ortsverwaltungsstellen der Ortsteile und bei einigen wenigen privaten Betrieben (noch) erhältlich. Elmar Sommer vom Abfall-Bewirtschaftungsbetrieb-St. Ingbert (ABBS) erklärt: „Die Firma Paulus ist Vertragspartner des Dualen Systems Deutschland. Die Stadt kann daran nichts ändern. Wir haben uns bereits bei der Firma Paulus beschwert. Diese sagt, ihr Kontingent sei ausgeschöpft. Eine weitere Beschwerde richteten wir an das DSD. Dort heißt es, Paulus wird für die für die Lieferung und Verteilung der Säcke bezahlt, sie müssen also liefern. Die Stadt sitzt somit ‚zwischen den Stühlen’“. Ähnlich der Situation bei DM, erreichen den ABBS immer wieder Beschwerden von Bürgern. „Wir versuchen den Sachverhalt zu erklären und so gut wie möglich Regelungen zu treffen“, so Sommer. Die Firma Paulus müsse alle Abgabestellen beliefern, egal ob Rat- oder Bürgerhaus, Baubetriebshof oder die privaten Geschäfte. „Die Stellen tauschen sich auch untereinander aus, wenn Bedarf an Nachschub besteht.“ Aber, so betont Paulus mehrfach, sei es eine privatwirtschaftliche Angelegenheit und der ABBS nicht zuständig. Ob eine andere Firma anstelle von Paulus beauftragt werden könne, „liegt in den Händen des DSD“.

Wer keine gelben Säcke mehr zur Verfügung hat, kann dennoch seinen Verpackungsmüll in durchsichtigen Mülltüten entsorgen und am Straßenrand zur Abholung platzieren. Wichtig: Der Inhalt muss erkennbar sein.