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Ärger um aufgerissene Kaiserstraße

Die Arbeiten an der Baustelle Kaiserstraße in St. Ingbert-Mitte liegen laut Stadtverwaltung im Zeitplan. Foto: Oliver Bergmann
Die Arbeiten an der Baustelle Kaiserstraße in St. Ingbert-Mitte liegen laut Stadtverwaltung im Zeitplan. Foto: Oliver Bergmann FOTO: Oliver Bergmann
St Ingbert. Die Stadt St. Ingbert steht wegen der Großbaustelle in der Kaiserstraße wieder einmal in der Kritik. Im aktuellen Fall beklagt sich Frank Spaniol, Anwohner des Neunkircher Weges, darüber, dass die Arbeiten zu lange dauerten – vor allem länger, als zwischenzeitlich aus dem Rathaus kommuniziert wurde. Von SZ-MitarbeiterOliver Bergmann

Erst hieß es Juli, nun peilt die Stadt die zweite Septemberhälfte an. Dann soll zumindest der Verkehr wieder wie gewohnt in beide Richtungen durch die Kaiserstraße fließen und den Neunkircher Weg entlasten. Als endgültiges Baustellen-Finale hat die Stadt das Jahresende im Visier.

Frank Spaniol und seine Nachbarn leiden, denn durch den Neunkircher Weg fließt ein Teil des stadteinwärts rollenden Verkehrs. Dies "hat auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner, bei denen es sich um viele ältere Mitbürger handelt", teilte Spaniol der Saarbrücker Zeitung schriftlich mit. Er informierte außerdem darüber, dass er Oberbürgermeister Hans Wagner darum gebeten habe, die Dauer der Baumaßnahme durch den Einsatz mehrerer gleichzeitig arbeitender Baukolonnen, durch Samstagsarbeit und das Arbeiten an Brückentagen zu verkürzen. Weil Spaniol der Meinung ist, die Verwaltung spiele "auf Zeit" und mit "falschen Karten", hat er jetzt den Petitionsausschuss des Landtages angerufen.

Bei der Stadt, vor allem bei ihrem Sprecher Peter Gaschott, dem Technischen Leiter des Abwasserbetriebes, Christian Fettig, und Axel Theis vom Fachbereich Verkehr und ÖPNV stößt Spaniols Kritik auf Unverständnis. Ihr gemeinsamer Tenor: An der Kanalsanierung unter der Kaiserstraße werde mit einer Intensität gearbeitet, wie es in der Geschichte der Stadt noch nie der Fall gewesen sei. Mehr sei nicht drin. "Schließlich bauen wir mitten in der Stadt und nicht auf freier Wildbahn", sagt Fettig. In einem Punkt gibt Fettig Spaniol zwar recht - ursprünglich sollte die teilweise Sperrung zum Ende dieses Monats wieder aufgehoben werden - doch Fettig verteidigt den Zeitplan und nimmt die Arbeiter in Schutz. "Was die bei dieser Hitze den ganzen Tag lang schuften, ist kein Spaß mehr." Dass an Brückentagen nicht gearbeitet wurde, ist aus Sicht des Abwasserbetriebs-Chefs überhaupt kein Problem. "Einmal hatten wir zu schlechtes Wetter. Dann muss man sehen, dass die Männer auch Familie haben - in den Ferien jedoch keinen Urlaub."

Noch immer gelte, was Fettig schon Anfang des Monats gegenüber der SZ gesagt hatte, dass nämlich im Moment zwei Bauabschnitte gleichzeitig liefen und die Baufirma mit drei Baukolonnen gleichzeitig bei der Arbeit sei. "Mehr geht nicht", betonte Fettig und legte nach: "Wir konnten erst später beginnen als zunächst vorgesehen, deshalb wurde aus Juli nun September, aber jetzt liegt die Firma im Zeitplan, obwohl wir immer wieder Überraschungen erleben. Wir wissen schließlich nicht, was passiert, wenn wir den Boden aufmachen. Wir stoßen immer wieder auf Versorgungsleitungen, die zusätzlich gemacht werden müssen." Die Stadt wisse um die Verantwortung, die sie habe - sowohl gegenüber den Anwohnern des Neunkircher Weges, als auch denen in der Kaiserstraße. "Vor allem", verdeutlicht Axel Theis, "haben wir eine Ver- und Entsorgungspflicht - und um die zu erfüllen brauchen wir intakte Leitungen und Kanäle."