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Neues Feuerwehrgerätehaus
Adam Schmitts einsamer Kampf

Den Fragen der Anwohner der Straße „Hinter den Gärten“ stellten sich Wehrführer Jochen Schneider, OB Hans Wagner und Stadtratsmitgied Adam Schmitt (von links).
Den Fragen der Anwohner der Straße „Hinter den Gärten“ stellten sich Wehrführer Jochen Schneider, OB Hans Wagner und Stadtratsmitgied Adam Schmitt (von links). FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. Das Stadtratsmitglied nutzte eine Inforunde zum Feuerwehrgerätehaus in Rohrbach zu einer grundsätzlichen Kampfansage an den Bauplatz.

Wie es in der Einladung von Jörg Herges, Chef in „Dads Garage“, heißt, befürchteten die Anlieger des neuen Gerätehauses Eingiffe in die derzeitige Verkehrssituation. Es hatte das Gerücht die Runde gemacht, dass nach Fertigstellung beispielsweise auf beiden Seiten der Straße „Hinter den Gärten“ Halteverbot gelte und dann der Weihnachtsmarkt und das Alt-Rohrbachfest auch nicht, wie gewohnt, an der Rohrbachhalle stattfinden könne. „Ich weiß nicht, wo sie die Idee mit dem (…) Halteverbot her haben. Von uns aus muss sich hier nichts ändern. Wenn so geparkt wird, wie es derzeit vorgeschrieben ist, stellt das für die Feuerwehr kein Problem dar“, sagte Wehrführer Jochen Schneider.


Die Frage nach dem Weihnachtsmarkt sei berechtigt. Für die wenigen Tage im Jahr könne es aber eine Absprache mit den anderen Löschbezirken geben, dass diese den Dienst an den Fest- oder Markttagen sicherstellen, wenn die Straße für diese Veranstaltungen gesperrt und mit Bühne oder Ständen bestückt werde. Hier müsse man Kompromisse eingehen. Wie ein Anwohner berichtet, werde das Halteverbot jetzt schon ignoriert, was wiederholt bei den Secondhand-Märkten passiere, so dass man kaum in die Garagen komme oder aus diesen hinaus. „Die Parksituation muss natürlich kontrolliert werden. Das werden wir auch tun“, versprach Oberbürgermeister Hans Wagner. Die von den Anliegern gewünschte Einbahnstraßenregelung würde allerdings eine Verschlechterung der Situation bringen. Wenn „anständig geparkt würde“, sei das Problem ohnehin gelöst.

Außerdem monierten die Bewohner „Hinter den Gärten“, ihre Straße würde als Umgehung für die Kaiserstraße genutzt werden. Durch die neue Ampelschaltung an der Drehscheibe habe sich laut OB die Lage aber entspannt. Wie Jochen Schneider sagte, habe man lange auf das neue Feuerwehrgerätehaus warten müssen. Es sei für die Aufrechterhaltung des Feuerwehrdienstes zur Sicherheit aller Rohrbacher Bürger bitter nötig. „Wir freuen uns auf den neuen Standort, auf die neue Nachbarschaft und auf ein gutes Verhältnis mit ihr“, so der Wehrführer. Die Diskussionen über den Standort des Gebäudes seien für ihn und seine Kameraden deprimierend und nicht nachvollziehbar. Auch an jenem Abend in „Dads Garage“ komme er sich vor wie auf einer „Kappensitzung“. Denn die Bedenken der Anwohner kamen erst in den letzten zehn Minuten des Abends zur Sprache.



Vorher nutzte Stadtratsmitglied Adam Schmitt (Die Grünen) die Gelegenheit, den Standort zum wiederholten Mal infrage zu stellen. Er ließ sich von den vielen Feuerwehrleuten, dem OB, dem Wehrführer und anderen Gästen nicht davon überzeugen, dass das Haus beschlossene Sache ist. „Dabei liegt bisher überhaupt noch kein prüffähiger Bauantrag vor, für den dann die Auflagen für den Grundwasserschutz definiert werden. Die Gesamtkosten des Projektes und die Zuschüsse des Landes sind derzeit unklar. Deshalb ist nicht sicher, ob das Projekt im nächsten Doppelhaushalt überhaupt finanzierbar ist“, so Schmitts Sichtweise. Seiner Meinung nach sei der geplante Standort in der Wasserschutzzone nicht geeignet und brachte, wie schon in den Ausschüssen zuvor, potenzielle andere Bauplätze ins Spiel. Wie Wehrführer Schneider sagte, seien zwölf geprüft worden und der jetzige als Favorit aus der Wahl hervorgegangen.

Der OB teilte unterdessen mit, dass das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) am vergangenen Donnerstag in einem Schlussgespräch die mündliche Genehmigung für den Bau erteilt habe. Man rechne in dieser Woche damit, dass sie auch schriftlich nachgereicht werde, womit der Bauantrag vollständig sei. Aber Schmitt will weiter gegen den Neubau kämpfen, der an wasserschutztechnisch problematischer Stelle entstehen soll. Das sei nicht nachhaltig. „So schnell werde ich nicht klein beigeben, im Interesse des hohen Gutes Grundwasser“, so Schmitt, „ich werde klagen.“