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Abwassergebühr soll erhöht werden
Abwassergebühren sollen angehoben werden

Instandhaltungsmaßnahmen kosten Geld: In der Straße Am Gütterwieschen in St. Ingbert wurde dieses Jahr der Kanal erneuert.
Instandhaltungsmaßnahmen kosten Geld: In der Straße Am Gütterwieschen in St. Ingbert wurde dieses Jahr der Kanal erneuert. FOTO: Christian Fettig
St. Ingbert. Der Stadtrat hat nächsten Donnerstag über eine Gebührenerhöhung zu entscheiden. Vorgeschlagen wird ein Aufschlag um 38 Cent. Yvonne Handschuher

38 Cent soll die Abwassergebühr ab Januar kommenden Jahres pro Kubikmeter erhöht werden - von 3,03 Euro auf 3,41 Euro. So wird es die Werksleitung des St. Ingberter Abwasserbetriebes dem Stadtrat, der am kommenden Donnerstag tagt, vorschlagen. Konkret hat der Stadtrat den Wirtschaftsplan des Abwasserbetriebes zu beschließen. Außerdem soll die Gebühr für das Niederschlagswasser steigen - von 60 auf 82 Cent pro Kubikmeter, eine Erhöhung um 22 Cent. So teilen es der kaufmännische und der technische Leiter des Abwasserbetriebes, Dieter Detemple und Christian Fettig, im Gespräch mit unserer Zeitung mit.


Zur Erklärung dieser Maßnahme wird Detemple deutlich: „Es geht um die finanzielle Ausstattung des Abwasserbetriebes. Wir können so nicht weitermachen.“ Im entsprechenden Ausschuss wurde diese Maßnahme bereits besprochen, bevor das Ganze nun am Donnerstag in den Stadtrat geht, wird es vorab eine Informationsveranstaltung für Bürger zu diesem Punkt geben. „Wir wollen verdeutlichen, dass wir viel in die Kanalisation St. Ingberts investieren, dass das aber auch Geld kostet“, erklärt Christian Fettig. Fettig und Detemple berichten auch, dass es in St. Ingberts Kanalisation einen hohen Erneuerungsbedarf gebe. Fettig: „Wir haben in den vergangenen Jahren viel gebaut. Zwischen 2012 und 2022 werden wir 43 Millionen Euro in diesem Bereich investiert haben.“ Fast für jeden Euro müsse man Kredite aufnehmen. Bisher habe man auf Gewinnvorträge zurückgreifen können. Detemple: „Dazu reicht es aber nun nicht mehr.“ Der Gesetzgeber schreibe vor, dass man hier kostendeckend zu arbeiten habe. „Wir müssen die Gebühren anheben, um uns nicht weiter zu verschulden“, so Detemple weiter. Zudem weisen die beiden darauf hin, dass es die letzte Erhöhung im Jahre 2012 gegeben habe. Zu den neuen Gebühren erklären sie: „Wenn man unseren Berechnungen einen Drei-Personen-Haushalt mit 120 Kubikmetern Frischwasser zugrunde legt, kommen wir auf eine Gebührenerhöhung von rund 79 Euro im Jahr“, so Detemple weiter.

Im Vergleich mit den anderen Kommunen befinde man sich dann auf Platz 30 von 52. Wobei laut Detemple in St. Ingbert hier die bereits angehobene Gebühr eingerechnet sei, bei den anderen Kommunen jedoch noch die Gebühr von 2017 zu Grunde liegt. Fettig: „Wir wissen auch von anderen Kommunen, dass sie ihre Gebühren anheben müssen. Wenn das eintritt, würden wir uns auf einem noch besseren Platz befinden und wir sind als Betrieb ordentlich aufgestellt.“ Würde der Stadtrat den Wirtschaftsplan so verabschieden und die Gebührenerhöhung käme, wäre diese festgeschrieben bis 2020. „Eines ist klar: Wir möchten uns nicht verschulden und wir möchten die künftigen Generationen nicht belasten“, so Detemple abschließend.



Wegen der geplanten Gebührenerhöhung der Abwasser- und der Niederschlagswassergebühr lädt die Stadtverwaltung St. Ingbert für Donnerstag, 7. Dezember, um 17 Uhr zu einer Informationsveranstaltung für Bürger in den großen Sitzungssaal des Rathauses ins erste Obergeschoss ein.