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Berufliches Gymnasium
Abitur als weiterer Baustein des Lebens

Die Abiturienten des Berufsbildungszentrums St. Ingbert feierten in der Stadthalle.
Die Abiturienten des Berufsbildungszentrums St. Ingbert feierten in der Stadthalle. FOTO: Jörg Martin
St. Ingbert. Die Abschlussfeier war für die Absolventen des Berufsbildungszentrums in St. Ingbert Abschied und Neubeginn.

Als am Donnerstagabend Nils Grützner, der Schulelternsprecher des Berufsbildungszentrums St. Ingbert, den Schülern bei der Abiturfeier „Ihr habt es geschafft!“ zurief, dachte sich in der Stadthalle noch niemand etwas dabei. Für die 48 Absolventen war es nämlich definitiv der letzte Schultag. Auch als Grützner meinte, das ironische Motto („The last 90’s – nach uns kommen nur noch Nullen“), welches eine Anspielung auf die Geburtsjahre der Absolventen war, drücke Stolz aus, wunderte sich niemand.


Als der Sprecher dann sagte, das Abitur sei nur ein Baustein ihres Lebens und neben das Rednerpult schritt, merkte man, der Mann hat was vor. Sekunden später stand er mit einer schweren Sackkarre voller Backsteine auf der Bühne. Sie trugen den Schriftzug „Abitur 2018“.

Die Schüler kamen nach und nach auf die Bühne und nahmen sich einen symbolischen Stein. Auch Mechthild Falk, die Schulleiterin des Berufsbildungszentrums St. Ingbert, ging auf die Besonderheiten dieses Abiturjahrgangs ein. So sei es der letzte Jahrgang gewesen, der in den 90er Jahren des vorherigen Jahrtausends geboren wurde.



Von ehemals 58 Schülern, die 2015 in die Oberstufe starteten, waren 49 zur Prüfung angetreten. 48 haben das Abitur erreicht. Mit 1,5 war der Notendurchschnitt auffällig hoch. Bei 86 Prozent der Schüler steht bei der Note eine eins oder zwei vor dem Komma. Die Schüler kamen vor drei Jahren von fast 20 anderen Schulen. Das böte Vorteile und sie wären somit manch anderen ein Stück voraus. Auch biete der Oberstufenbereich mehr Einblick in die Berufswelt als vergleichbare Schulen. Das wiederum öffne viele Türen und sei „ein sehr gutes Gefühl für die Eltern“, so die Schulleiterin. Angesichts der rasanten technischen Entwicklung prophezeite Mechthild Falk, dass viele der Absolventen 2030 einen Beruf ausüben werden, den es heute noch gar nicht gibt. Sie und Nadine Bickel, die Leiterin des beruflichen Oberstufengymnasiums, nahmen anschließend die Ehrung der Schüler und die Zeugnisausgabe vor.

Zahlreiche Lacher gab es, als die Absolventen mittels einer Art Preisverleihung ihre nun ehemaligen Lehrer ehrten. „Sie sind einer der Gründe, weshalb wir heute hier stehen“, bekam etwa eine Lehrerin als Lob dafür, dass sie den Schülern unter anderem Kosten- und Leistungsrechnung beigebracht hatte, zu hören. Dass auch Lehrer für ihr Wirken Urkunden erhalten, ist ungewöhnlich, passte aber zum Rahmen der Präsentation. So gab es etwa Würdigungen für die lässigsten, verständnisvollsten, bestgekleidesten und sympathischsten Pädagogen der Schule.

 Die Moderatoren Florian Sauer und Kyra Schuch führten durch den Abend. Die Band „Bad News from Tony“ sorgte für die musikalische Umrahmung. Das Motto der 90er-Jahre konnte man auch auf der Tischdekoration, bunte Drei-/Vierecke und Kreise auf schwarz nebst CD-Rohlingen, ebenso wiederfinden, wie das Programm, das auf Diddl-Papier gedruckt worden war. 27 000 Stunden BBZ-Oberstufe sind nun zu Ende. Ehrungen für herausragende Leistungen erhielten: Abitur: Annika Leist und Timea Charlotte Nowak, bestes Abitur BWL: Timea Charlotte Nowak, herausragende Leistungen Chemie: Annika Leist, herausragende Leistungen Mathematik und Technik: Norman Weiland, herausragende Leistungen Physik: Norman Weiland und Linda Klinck, herausragende Leistungen Deutsch: Nicole Jager.