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Ausstellung
Abbilder des Weiblichen in zarten Erdtönen

Margit Bauer vor einigen ihrer Werke.
Margit Bauer vor einigen ihrer Werke. FOTO: Brigitte Quack
Homburg/St. Ingbert. Die Künstlerin Margit Bauer zeigt bis Anfang März im Kunstraum Doris T Gemälde und Keramiken.

Im Kunstraum Doris T sind noch bis Anfang März originelle Gemälde und Keramiken von Margit Bauer zu sehen. In warmen Erdtönen kommen uns ihre in vielen Farbschichten gestalteten Abbilder des Weiblichen entgegen und scheinen dabei der Zeit enthoben. Das mag an der freskenartigen Erscheinung mit den rissig wirkenden Oberflächen liegen, denn sie lassen an abblätternde Farbe und somit an Vergangenes denken. Zeitlos sind aber auch die Inhalte per se, denn die Kunsttherapeutin aus Wiebelskirchen hat sich in erster Linie der Weiblichkeit als allzeit gültigem Thema verschrieben. Es geht um Frauen und Kinder, um weibliche Lebenslust und um Symbole der Fruchtbarkeit – um Themen, die sie sowohl in bildhauerischer als auch in zeichnerisch-malerischer Manier gekonnt umzusetzen weiß. Imposant sind ihre weiblichen Torsi mit den drallen Formen, die sich wie auch einige barocke Frauen in ihren Gemälden so gar nicht mit dem Schönheitsideal unserer modernen Zeit vereinbaren lassen. „Damit hinterfrage ich den Zeitgeschmack und die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft“, erzählt die sozial engagierte Frau, die sich u.a. seit Jahren in der Entwicklungshilfe in Burkina Faso tatkräftig einbringt. Auch daran erinnern einige ihrer ausgestellten Werke, die mit ihren strahlenden Farben und den porträthaften Abbildern ein wenig von dem Leben auf dem afrikanischen Kontinent erahnen lassen. Sowohl in der Keramik als auch in der Malerei zeigt Margit Bauer eine große Freude am Experimentieren. So kann es vorkommen, dass sie ihre Tonköpfe teilweise wie Intarsien gestaltet oder auf den gebrannten Ton noch einmal Siebdruck aufbringt – alles im Sinne eines komplexen Ausdrucks. So gelingt es ihr etwa die saarländische Bergbauvergangenheit im Werk „Gegen das Vergessen“ zu veranschaulichen oder in der Keramik mit dem Titel „Kartenhaus“ verschiedene Lebenssituationen um einen aussagekräftigen Porträtkopf geschickt zu arrangieren.



Da passt es, dass sie den Titel „Kopfsache“ für diese Ausstellung gewählt hat, denn er besitzt in zweierlei Hinsicht Geltung: Margit Bauer zeigt größtenteils Köpfe, das ist klar, doch ihre Werke sind auch alle sehr hintergründig und veranschaulichen abstrakte und kritische Gedanken auf eindrucksvolle Weise.

Margit Bauer – „Kopfsache“. Bis zum 5. März. Kunstraum „Doris T“, Kaiserstraße 29, Eingang Rickertstrasse, 2. Etage über der Café-Stube. Mo bis Fr 8 bis 19 Uhr, Sa 9 bis 17 Uhr, die Künstlerin ist samstags zwischen 11 und 13 Uhr anwesend.