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Pfadfinder
Rohrbacher St.-Georgs-Pfadfinder erinnern an ihre Wurzeln

Aus Anlass ihres 70. Geburtstages zeigten die Rohrbacher Sankt Georgs-Pfadfinder eine Ausstellung mit Erinnerungsstücken.
Aus Anlass ihres 70. Geburtstages zeigten die Rohrbacher Sankt Georgs-Pfadfinder eine Ausstellung mit Erinnerungsstücken. FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. Siebzig Jahre gibt es die Rohrbacher St. Georgs-Pfadfinder bereits. Mit einer Ausstellung begann eine Woche mit Aktionen, die ganz im Zeichen des Jubiläums steht. Von Cornelia Jung

In diesen Tagen feiern die Rohrbacher St. Georgs-Pfadfinder mit vielen Aktionen, unter anderem einem Geocache-Event, ihren 70. Geburtstag. Eine Ausstellung in den Räumen der Pfadfinder im Kellergeschoss des Jugendheimes eröffnete die Jubiläumsfeierlichkeiten. Gezeigt wurden Erinnerungsstücke, Bücher, mit denen ein Pfadfinder Knoten oder das „Überleben im Freien“ lernt, Briefmarken, Briefe und Postkarten zum Thema Pfadfinder sowie rund 850 Aufnäher.


Zu jedem Aufnäher, von denen einige auch die Kluft der Wölflinge, Jupfis, Pfadis und Rover des Stammes Rohrbach-Saar der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) zieren, könnte Michael Staut eine Geschichte erzählen. „Vor zehn Jahren hätte ich noch über jedes Teil etwas sagen können. Aber das würde heute zu weit führen“, sagte der Stammesleiter angesichts der sich über Jahre „vermehrenden“ Exponate bei der Ausstellungseröffnung. Viele der Erinnerungsstücke hat der Rohrbacher auf Jamborees, den internationalen Pfadfinderlagern, getauscht. Sogar Aufnäher aus Russland und Japan sind darunter. Sie zeugen von Treffen, besonderen Aktionen oder Taten der Pfadfinder in aller Welt. Seit 2014 gestalten auch die Rohrbacher Pfadfinder eigene Aufnäher, die ebenfalls zu sehen waren. Meist sind sie bunt, tragen eine Jahreszahl und eine Ortsangabe.

Ein schwarzer, mit dem Kopf eines Piraten, fällt besonders ins Auge. „Den haben doch bestimmt viele der Rohrbacher Sankt Georgs-Pfadfinder auf ihrer Kluft, oder?“ fragt eine Besucherin wegen des „coolen“ Designs, das Kinder und Jugendliche besonders gut gefallen dürfte. Dass es nur vier des Stammes sind, überrascht, hat aber einen triftigen Grund. Denn der Aufnäher, der optisch etwas aus der Reihe fällt, wird nur an diejenigen verliehen, die die „mobile Pfadfinderbehausung“ aufstellen können. Und so dürfen das Leistungsabzeichen „Schwarzzelt“ nur vier Rohrbacher tragen. Unter den gezeigten Stücken aus 70 Jahren Rohrbacher DPSG-Geschichte finden sich auch Fotos, der damalige Ausweis mit Versprechensdatum des heutigen Oberbürgermeisters Hans Wagner vom Beginn der 70er Jahre und eine Kopie eines ganz besonderen Briefes, die Michael Staut im Internet ersteigert hat. Der Schriftsteller Rudyard Kipling, Schöpfer von „Das Dschungelbuch“, bedankte sich 1922 beim Gründer der Pfadfinderbewegung, Lord Robert Baden-Powell, für eine Einladung zu einer Scout-Rallye. Einige ehemalige Pfadfinder, die in den 60er Jahren aktiv waren, kamen zu Besuch und versuchten auf den fotografischen Erinnerungen Spuren ihres eigenen Wirkens bei der DPSG zu entdecken, während neben dem Ausstellungsraum ein Film lief, der an viele Pfadfinder-Aktivitäten des vergangenen Jahres erinnerte. Das sind eine ganze Menge und der Streifen beweist, wie aktiv die Rohrbacher Pfadfinder selbst in ihrem 70. Jahr noch sind.



Und er zeigt denen, die die Pfadfinder nur vom Hörensagen kennen, dass diese mit dem Klischee „von den uniformierten Kinder und Jugendlichen, die draußen in ihren Zelten sitzen, frieren und Regenwürmer essen“, wie Staut in der Festschrift ironisch meinte, nicht viel gemein haben. Denn die Pfadfinder von heute sind mehr als eine nette Truppe, die jeden „Tag auf der Suche nach der guten Tat ist“. Es seien junge Leute, die in der Gemeinschaft fernab von Computern einer sinnvollen Freizeitgestaltung nachgehen, Abenteuer und Kameradschaft erleben, Lust am Entdecken haben und so lernen, Toleranz zu üben und Verantwortung zu übernehmen.