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Ländlicher Raum
18 Millionen für Dorfentwicklung

Kirkel/St. Ingbert. Minister Jost diskutiert über die Stärkung des ländlichen Raums im Saarland. red

„Der ländliche Raum steht vor vielen neuen Herausforderungen, um unsere Dörfer für die Zukunft lebensfähig zu erhalten“, stellte Minister Reinhold Jost (SPD) vor rund 100 geladenen Akteuren im Bildungszentrum der Abeitskammer in Kirkel fest. Die Bürgermeister, Ortsvorsteher, Vertreter von Fachbehörden, Vereinen und Verbänden diskutierten über Ideen, Projekte und Fördermöglichkeiten in der Dorf- und Regionalentwicklung. Im Zentrum stand dabei der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER).


„Dorfentwicklung ist längst mehr als reine Dorfverschönerung. Hochwertiger Wohnraum im Dorfkern, Treffpunkte für die Dorfgemeinschaft, wohnortnahe Grundversorgung und Arbeitsplätze, schnelles Internet, sozialer Zusammenhalt und demographischer Wandel – Herausforderungen, die es zu meistern gilt“, so Jost, der diesem Thema hohe Priorität einräumt, denn „mit rund 460 000 Menschen lebt fast die Hälfte der Saarländer im ländlichen Raum“.

Der demographische Wandel mache orts- und gemeindeübergreifende Zusammenarbeit unumgänglich. Die Entwicklung dürfe auch nicht einhergehen mit steigendem Flächenverbrauch. Jost sagte: „Boden ist eine knappe Ressource . Bevor wir land- oder forstwirtschaftliche Flächen für Neubaugebiete opfern, müssen wir Bausubstanz im Ortskern modernisieren und Brachflächen nutzbar machen, um Wohn- und Arbeitsraum zu schaffen.“

Unverzichtbar sind dabei die aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Landes finanzierte Förderung der nachhaltigen Dorfentwicklung. Über den ELER und die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ sowie den Landeshaushalt fließen in der Förderperiode 2014 bis 2020 über 58 Millionen Euro in den ländlichen Raum des Saarlandes. Davon sind 5,7 Millionen Euro EU-Mittel und noch einmal so viele nationale Mittel für die nachhaltige Dorfentwicklung sowie weitere acht Millionen Euro für Leader eingeplant.

Minister Jost erklärte: „Damit können wir vier Leader-Regionen mit rund 330 000 Einwohnern, also fast drei Viertel der ländlichen Bevölkerung, finanzieren. Leader ist schon deshalb ein unverzichtbarer Ansatz, weil hier die Bürger vor Ort selbst Verantwortung für ihre Region übernehmen und mit ihrem Budget richtungsweisende Entscheidungen treffen, um ihre eigene Region zu entwickeln. Wir setzen also rund 18 Millionen Euro gezielt für die Regional- und Dorfentwicklung ein, um den ländlichen Raum nach vorne zu bringen.“