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Ormesheim
Zwei Leben für die Demokratie

Bundespräsident Theodor Heuss (r.) bei seiner Vereidigung.     
Bundespräsident Theodor Heuss (r.) bei seiner Vereidigung.      FOTO: dpa / -
Ormesheim. Theodor Heuss war der erste Bundespräsident. Eine Ausstellung in Ormesheim beleuchtet sein Leben und das seiner Frau Elly Heuss-Knapp. red

Der Verkehrsverein Mandelbachtal und die Stiftung Villa Lessing zeigen vom 19. Februar bis zum 6. März im Rathaus Mandelbachtal in Ormesheim die Ausstellung „Demokratie als Lebensform – Eine Ausstellung zu Theodor Heuss und Elly Heuss-Knapp“.


Die Eröffnung findet am Montag um 18 Uhr im Foyer des Rathauses statt. Dort sprechen Bürgermeister Gerd Tussing, der Vorsitzende des Verkehrsvereins Mandelbachtal, Manfred Pfeiffer, und der stellvertretende Vorsitzende der Villa Lessing, Erik Schrader. Die Ausstellung ist von Gudrun Kruip von der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus in Stuttgart kuratiert und aus Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert worden. Kruip reist zur Eröffnung an und wird selbst in die Ausstellung einführen. Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt vom Trompeten- und Posaunenquartett Alexander Degel, Thomas Hafner, Carmen Stopp und Tobias Walle vom Orchesterverein Harmonie Ormesheim.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Theodor Heuss und seine Frau Elly Heuss-Knapp. Theodor Heuss wurde 1949 zum ersten Bundespräsidenten gewählt, gestaltete zuvor das Grundgesetz mit und engagierte sich als Journalist und Politiker zeit seines Lebens für die Demokratie in Deutschland.



Heuss lebte von 1884 bis 1963, und die Ausstellung zeigt seinen Weg durch fünf Epochen deutscher Zeitgeschichte, vom Kaiserreich bis in die ersten Jahre der Bundesrepublik. An seinem Lebensweg lassen sich die großen Zäsuren der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert verfolgen. Anhand von Fotos, Ton- und Filmdokumenten, Originalobjekten und spielerischen Elementen ist ein Mann zu entdecken, der sich in enger Partnerschaft mit seiner Frau Elly Heuss-Knapp an den demokratischen Vorstellungen seiner Zeit orientierte.

Auf dieser Grundlage beteiligten sich beide engagiert an der Gestaltung Deutschlands. Elly Heuss-Knapp war dabei mehr als „die Frau an seiner Seite“. In eigenen Einheiten wird ihr Lebensweg in der Ausstellung anschaulich präsentiert. Schon vor 100 Jahren führte sie ein modernes Leben, verband Familie und Beruf und stellte sich immer wieder neuen Herausforderungen. So war sie die Gründerin des Müttergenesungswerkes, mit dem ihr Name untrennbar verbunden ist. Die Ausstellung ist im Rathaus in Mandelbachtal bis zum 6. März zu sehen und wird von der Stiftung Villa Lessing finanziell unterstützt.

Am letzten Ausstellungstag, dem 6. März, um 19 Uhr findet im Sitzungssaal des Rathauses Mandelbachtal eine Finissage mit Ludwig Theodor Heuss, dem Vorsitzenden der „Theodor-Heuss-Stiftung“ und Stellvertretenden Vorsitzenden des Kuratoriums der „Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit“ statt. Ludwig Heuss ist der Enkel von Theodor Heuss und Elly Heuss-Knapp und wird einen Impulsvortrag unter dem Titel „Stolper und Heuss: German Realities 1947 – und 2018?“ vortragen. Gustav Stolper (1888-1947) war ein deutsch-österreichischer Nationalökonom, Wirtschaftsjournalist und politischer Wegbegleiter von Theodor Heuss.

Weiter auf dem Podium sind der Mandelbachtaler Bürgermeister Gerd Tussing (CDU), der Vorsitzende des Verkehrsvereins Mandelbachtal, Manfred Pfeiffer, und der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung Villa Lessing, Erik Schrader. Der Eintritt zu der Finissage ist frei.

Besucht werden kann die Ausstellung ab 19. Februar während der Öffnungszeiten des Rathauses: an den Vormittagen von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 bis 12 Uhr und nachmittags: Montag und Donnerstag von 13 bis 15 Uhr sowie am Mittwoch von 13 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Mehr als die Frau an seiner Seite: Elly Heuss-Knapp (rechts) mit Ehemann Theodor Heuss.
Mehr als die Frau an seiner Seite: Elly Heuss-Knapp (rechts) mit Ehemann Theodor Heuss. FOTO: Familienarchiv Heuss