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Mandelbachtal
Zu wenig Krippenplätze in Mandelbachtal

Die neue Kindertagesstätte in Ommersheim ist kurz nach ihrer Inbetriebnahme bereits zu klein.
Die neue Kindertagesstätte in Ommersheim ist kurz nach ihrer Inbetriebnahme bereits zu klein. FOTO: Jörg Martin
Mandelbachtal. Um dem Betreuungs- problem abzuhelfen, soll die Kita Erfweiler-Ehlingen zeitweise wieder in Betrieb genommen werden. Von Jörg Martin

Der Gemeinderat Mandelbachtal hat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen, das akute Problem bei den Kinderkrippen-Plätzen zu lösen. Dies soll erreicht werden, indem die Kindertagesstätte (Kita) Erfweiler-Ehlingen wieder vorübergehend in Betrieb genommen wird. Ursprünglich wurde der Platzbedarf auf den Wartelisten in den fünf Einrichtungen in ganz Mandelbachtal auf 15 Kinder beziffert. Durch die Umwandlung der altersgemischten Gruppe in der neuen Kita Ommersheim in eine Regelgruppe sind fünf Plätze weggefallen. Auch in der Habkircher Kita werden ab dem neuen Kindergartenjahr drei Plätze gestrichen. Die Verwaltung ist bemüht, in Kooperation mit den kirchlichen Trägern, eine kurzfristige Lösung zur Schaffung von zwei Krippengruppen (insgesamt 20 Plätze) zu erarbeiten.


Der Verwaltungsrat der Katholischen Pfarrei Heiliger Jakobus hat Anfang Juni seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, eine Übergangslösung in der bisherigen Kita Erfweiler-Ehlingen zu ermöglichen. Diese war im Frühjahr geschlossen worden, da der Neubau in Ommersheim in Betrieb genommen wurde. Pfarrer Ulrich Nothof habe dies von der Kostenneutralität und von der Betriebsgenehmigung des Landesjugendamtes abhängig gemacht, heißt es in einer Tischvorlage. Der Rat folgt somit einer Empfehlung des Ausschusses, einen Vorratsbeschluss zu fassen, um als Träger der dann ausgelagerten Gruppen der Kita Heckendalheim zu fungieren. Dies nebst der damit verbundenen Personaleinstellungen, Umbauten und Anschaffungen. „Das wird eine sehr ambitionierte Aufgabe“, blickte Bürgermeister Gerd Tussing (CDU) in die Zukunft. Das Landesjugendamt habe zwischenzeitlich sein Einverständnis für eine Betriebserlaubnis gegeben. Diese beinhalte drei Vollzeit-Kräfte pro Gruppe nebst der Aufstockungsoption um weitere drei Ganztags-Mitarbeiter insgesamt. „Das kann nur eine vorübergehende Lösung sein“, so Tussing. Die alte Kita sei nicht umsonst ausgezogen. Die Alternative sei, entweder in Heckendalheim Container aufzustellen oder ein Neubau. Der Plan für die Übergangslösung wäre ohnehin schwierig, da der Personalmarkt „leer gefegt“ sei, so der Bürgermeister.

Michael Abel (SPD) versteht das Ganze nicht. Man habe sich bereits seit Anfang 2016 mit dem Thema beschäftigt, so der Ortsvorsteher von Erfweiler-Ehlingen. Somit habe lange genug Zeit für die Lösung des Problems bestanden. Nun gäbe es bis zum Ende der Ferien Stress. „Hinter jedem Kind steht ein persönliches Schicksal“, gab Abel zu bedenken. Gerd Tussing rechtfertigte sich damit, dass die Zahlen erst spät bekannt geworden wären. Dem stimmte Daniel Kempf (CDU) zu. Diese Planungsunsicherheit hätten fast alles Kommunen. Er sieht den „übertriebenen Datenschutz“ als Grund für Verzögerungen an. Ommersheim sei nicht zu klein gebaut worden. Man habe die Entwicklung nicht absehen können. Details zu den Personalisierungen wollte Eberhard Keipert (CDU) wissen. Die personelle Besetzung soll durch Versetzungen/Tausch von Mitarbeitern, durch Entfristung von Beschäftigten in Heckendalheim und durch noch nicht versorgte Bewerber der kirchlichen Träger erfolgen, so Gerd Tussing. Die Debatte wurde von einer betroffenen Mutter verfolgt, die ihr Kind in vier Kitas angemeldet hat, um einen Platz zu bekommen.