| 21:34 Uhr

Mandelbachtal
Wirbel um Trinkwassernetz in Mandelbachal

Mandelbachtal. Im Zusammenhang mit der erneuten Verkeimung des Trinkwassers in Mandelbachtal (wir berichteten), hat die Freie Wählergemeinschaft (FWG) im Gemeinderat darauf hingewiesen, dass sie bereits vor zwei Jahren einen Antrag auf Akteneinsicht zu den Vorgängen um die Verkeimung des Trinkwassers in Habkirchen und Bliesmengen-Bolchen gestellt und die Gemeinde gerügt habe, dass dem Verbraucher nur eine Empfehlung gegeben wurde, das Trinkwasser abzukochen. red

Heute spreche man hingegen von einem Abkochgebot. Ein Verdienst der FWG, so Gerhard Hartmann, FWG-Fraktionschef im Gemeinderat Mandelbachtal. Der damalige Antrag sei mit den Stimmen der SPD und CDU abgelehnt worden. Vertreter beider Parteien indes hätten das Krisenmanagement der Verwaltung und der Technischen Werke Mandelbachtal (TeWeMa) ausdrücklich gelobt. Ein Jahr später sei Gleiches für das Trinkwasser in Ommersheim aufgetreten. Der erneute Antrag der FWG auf Akteneinsicht, zumindest für die Mitglieder des Werksausschusses der TeWeMa, sei, obwohl bereits auf der Tagesordnung einer öffentlichen Gemeinderatssitzung, von der Tagesordnung genommen worden, auf Veranlassung der SPD und mit Stimmhilfe aus der CDU. Erneut hätten die Protagonisten in der Verwaltung und der TeWeMa ein ausdrückliches Lob für die Bewältigung der Krise erhalten. „Erst jüngst sprachen die SPD und CDU der Geschäftsleitung der TeWeMa das Vertrauen (Entlastung) aus, die FWG verweigerte die Entlastung – aus gutem Grunde wie man nun sieht“, so die FWG in einer Pressemitteilung.


Wie die jüngsten Verkeimungen des Trinkwassers für Erfweiler-Ehlingen, Ormesheim und Teilen von Wittersheim zeigten, sei nicht nur das Versorgungsnetz für Trinkwasser in der Gemeinde Mandelbachtal marode. Gleiches gelte für die gesamte Infrastruktur und erst recht für die Finanzen. CDU und SPD hätten sich nach der vergangenen Kommunalwahl zu einer Koalition zusammengeschlossen und jegliche Vorschläge, Anträge und jeden warnenden Finger ignoriert, und hätten Mandelbachtal „auf diese Weise weiter ins Abseits regiert“. Der aktuelle Aktionismus der SPD bilde nur den Aufgalopp für die Kommunalwahl im kommenden Jahr. Gleichwohl verschweige die SPD, dass wegen der Verkeimung seit zwei Jahren ein sechsstelliger Betrag allein für zusätzliche Analysen angefallen sei. Der gleiche Betrag sei für Ad-hoc-Sanierungen fällig, und das angesprochene Gutachten werde ebenfalls einen sechsstelligen Betrag verschlingen.

„Von den Kosten der dann sicherlich bevorstehenden Grunderneuerung ganz zu schweigen. Dass die Anlagen in die Jahre gekommen sind, ist kein Geheimnis. Trinkwasser ist das elementare Lebensmittel. Alleine schon deshalb ist ein besonderes Augenmerk auf Kontrollen, Prüfungen und auch Teilinstandsetzungen beziehungsweise Erhaltung oberste Pflicht. Ob diese Sorgfalt an den Tag gelegt wurde, ist nicht nachprüfbar, weil SPD und CDU dem Gemeinderat und damit sich selber Einblick in die Geschehnisse in der Verwaltung der TeWeMa verweigern. Ein einmaliger Vorgang, der seit Monaten bei der Kommunalaufsicht liegt, bisher allerdings ohne Antwort an die FWG“, so der Fraktionschef der Freien Wähler im Gemeinderat Mandelbachtal, Gerhard Hartmann, in seiner Presseerklärung abschließend.