| 20:39 Uhr

Habkirchen/Frauenberg
Wenn Frauenberg in Südfrankreich liegt

Beim Jakobsfest in Frauenberg waren auch viele Mandelbachtaler zu Gast.
Beim Jakobsfest in Frauenberg waren auch viele Mandelbachtaler zu Gast. FOTO: Jörg Martin
Habkirchen/Frauenberg. Das Jakobsfest ist längst eine deutsch-französische Traditionsveranstaltung mit jeder Menge Musik, Flohmarkt und kulinarischen Genüssen. Von Jörg Martin

Samstagabend auf dem Dorfplatz von Frauenberg. Es ist heiß an diesem Hochsommertag. Dass in der Ortsmitte etwas los zu sein scheint, merkte man schon, als man am Friedhof vorbeifuhr. Am Ortseingang, nahe dem Kreisel, hatten viele ihre Fahrzeuge abgestellt, da in Frauenberg selbst schon alles voll war. Vom Dorfplatz, auf dem man sich – angesichts des mediterranen Flairs – auch in einem kleinen Ort in Südfrankreich wähnen könnte, her schallte einem schon die Musik entgegen. Gut, Eros Ramazotti ist bekannterweise kein Franzose. Doch der Italiener versprüht leichte Lebensart und auch, wenn man seine Sprache nicht beherrscht, automatisch gute Laune. Für die sorgt an diesem Abend ein Duo aus dem Mandelbachtal namens Zweiklang.


Doch Angela Branca (Gesang) und Andy Pink (Keyboard und Gesang) konzentrieren sich an diesem Abend nicht nur auf La dolce Vita. Als Marianne Rosenbergs „Er gehört zu mir“ erklingt, wagt gar ein Pärchen den Weg nach vorne auf die Tanzfläche. Über Besuchermangel klagten die Organisatoren beim „Jokobsfest“ auch nicht. Unter den Bäumen auf dem Platz und unter dem kleinen Zelt daneben hatten schon früh Leute Platz genommen. „Wir machen das alle zwei Jahre. Immer im Wechsel mit dem Brückenfest, bei dem auch die deutsche Seite in Habkirchen mitmacht“, erklärt Alfons Meyer die Hintergründe der Frauenberger Traditionsveranstaltung gegenüber der SZ. Er ist der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Vereine und die besteht aus Zusammenschlüssen: Fußballverein, Sparclub, Pensionärverein, Schlossverein und Obst- und Gartenbauverein. Rund 80 Leute sind mit Auf- und Abbau, von Donnerstag bis Montag, im Einsatz. Wie auch auf der deutschen Seite der Grenze sei es mittlerweile schwierig geworden, ehrenamtliche Helfer für das Fest zu gewinnen. Meyer spricht von Überalterung und führt an, dass er selbst mit seinen 46 Jahren der Jüngste bei den Ehrenamtlichen sei, die mitwirken. Seit etwa 14 Jahren habe man zusätzlich am zweiten Tag noch einen Flohmarkt auf der europäischen Freundschaftsbrücke und auf dem Place St. Jacques auf dem Programm, zu dem meistens zwischen 40 und 50 Aussteller erscheinen.

Cloud9 sorgte am Sonntagnachmittag mit Popmusik für die musikalische Umrahmung, währen der Abend in der Hand von Franz Raab und Wolfgang Wehner (Geige) lag. „Wir sind eine Clique aus dem Ort und jedes Mal hier. Das Fest hat ein eigenes Flair. Hier wird mehr genossen, getanzt und Wein getrunken. Bei Festen in Deutschland bleiben die Leute sitzen und haben ihr Bier vor sich“, meinte eine Stammbesucherin aus Habkirchen, die mit sieben weiteren Freunden erschienen war. „Es ist toll hier. Wir sind mit dem Fahrrad hergekommen, dann kann man was trinken. Und danach geht’s zu Hause aufs Brückenbogenfest zum Weiterfeiern“, zeigte sich Anja Jacob aus Reinheim ganz angetan vom „Jokobsfest“. „Hinterher“, also nach dem Fest spätnachts, so Alfons Meyer, geht es in der Bar und im Weinkeller des Zentrums St. Jacques meistens bis in die frühen Morgenstunden rund. Doch zuerst war Angela Branca scheinbar „atemlos“, als sie, durch die Besucherreihen tanzend, den Helene Fischer-Titel zum Besten gab, während Kinder Karussell fuhren und spielten.