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Bliesmengen-Bolchen
Weihnachtlicher Budenzauber unterm Dach

Der Musikverein Bliesmengen-Bolchen spielte zur Eröffnung des Menge-Bolcher Weihnachtsmarktes in der Bliestalhalle für die Besucherinnen und Besucher.
Der Musikverein Bliesmengen-Bolchen spielte zur Eröffnung des Menge-Bolcher Weihnachtsmarktes in der Bliestalhalle für die Besucherinnen und Besucher. FOTO: Jörg Martin
Bliesmengen-Bolchen. Wegen des angekündigten Sturms fand der Weihnachtsmarkt in Bliesmengen-Bolchen teilweise in der Bliestalhalle statt.

Wer am Samstagabend in die abgeteilte Bliestalhalle kam, musste seinen Augen erst eine kleine Weile Zeit geben, damit sich diese an die Dunkelheit gewöhnen konnten. Wegen des angekündigten Sturmes waren nämlich Teile des Menge-Bolcher Weihnachtsmarktes dorthin umgezogen. Der Rest befand sich weiterhin auf dem Kitahof und war nur ein wenig näher an die Halle gerückt. Zehn Verkaufsstände, alle liebevoll geschmückt und dekoriert, sorgten mit Lichtern für weihnachtliche Atmosphäre und Inhouse-Budenzauber. „Da zieht man besser die Jacke aus, sonst schwitzt man“, meinte Bürgermeister Gerd Tussing. „Besinnlich ist es durchaus“, meinte ein junger Stammbesucher, der auch erst einmal mit der neuen Situation klarkommen musste. Man gewöhnte sich aber schnell an die untypische Umgebung der Menger Traditionsveranstaltung. „Ich habe am Mittwoch den Glühwein abbestellt und bin auf Wein umgestiegen, als ich hörte, dass es Sturmböen bis zu 90 Kilometern pro Stunde geben soll“, erklärte Anne Thörner-Jovic gegenüber unserer Zeitung. Sie und ihre Freunde betreiben seit Jahren einen Stand, bei dem es auch Crémant gibt, auf dem Markt. Der Erlös kommt ausschließlich zwei sozialen Zwecken zu Gute: Weihnachtsfreuden für die Kinder des Saarbrücker Theresienheim und ein Zuschuss für die Sanierung des Kinderspielplatzes von Bliesmengen-Bolchen. „Eine Absage kam nicht in Frage. Die Leute haben sich ein ganzes Jahr lang darauf vorbereitet“, umschrieb Hans-Bernhard Faas gegenüber unserer Zeitung die Situation.


Wie der Ortsvorsteher erklärte, habe man sich bei einer kurzfristigen Versammlung entschlossen, einen Teil der Stände, überwiegend die mit Essenverkauf, auf dem Kitahof zu belassen. Bastelarbeiten & Co. sowie die Sitzgelegenheiten wurden in der Bliestalhalle untergebracht. Auch das Kinderkarussell musste abgesagt werden. Es hätte dem Sturm nicht unbeschädigt überstanden. „Die Leute sind dennoch alle zufrieden“, zeigte sich Faas erleichtert. In seiner Begrüßung dankte er Bürgermeister Tussing für die unbürokratische Hilfe in Sachen Genehmigung beim Lokationswechsel. Seine Flexibilität bewies auch der Musikverein Bliesmengen-Bolchen (Leitung: Hans-Peter Welsch). Er spielte zur Eröffnung in der Halle und später auch auf dem Kitahof Weihnachtslieder.

Die wurden auch von Coloured Voices am Sonntag gesungen. Am Stand der Kita und deren Förderverein, konnte man sich mit Waffeln und Kinderpunsch sowie Bastelarbeiten, ebenfalls für einen sozialen Zweck, eindecken. Der Aufbau sei einfacher gewesen, da man nicht mit dem Regen zu kämpfen hatte, hieß es dort am Stand. „Wir bleiben draußen, das haben wir von vorneherein gesagt, denn wir haben einen anständigen Stand“, zeigte sich Andreas Lauer motiviert. Der Präsident des KV „Die Neandertaler“ hatte mit seinen Leuten den Rostwurststand übernommen, der sonst vom Musikverein betrieben wurde. Gegenüber befand sich der Stand des Männerballetts „Los Vambos“. „Unser Dach wurde beim Aufbau beinahe von einer Windböe weggefegt. Daraufhin haben wir den Stand im Boden verdübelt“, sagte Balletttänzer Alex Stephan grinsend. Vielleicht sei das Ganze ja auch ein Muster für 2019, die restlichen Stände aus dem Kitahof vor der Halle zu platzieren und alles andere drin zu lassen, meinte der Ortsvorsteher.



(JMA)