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Bliesmengen-Bolchen
Auf Schusters Rappen den Bliesgau erkundet

Landrat Theophil Gallo (Mitte) überreichte zu Beginn der Wanderung Bürgermeister Gerd Tussing (rechts neben dem Landrat) die Radierung, bevor Ortsvorsteher Hans-Bernhard Faas (links neben dem Landrat) den Startschuss gab. Wanderführer Bernhard Becker (rechts) hatte einige Geschichten im Gepäck. 
Landrat Theophil Gallo (Mitte) überreichte zu Beginn der Wanderung Bürgermeister Gerd Tussing (rechts neben dem Landrat) die Radierung, bevor Ortsvorsteher Hans-Bernhard Faas (links neben dem Landrat) den Startschuss gab. Wanderführer Bernhard Becker (rechts) hatte einige Geschichten im Gepäck.  FOTO: Sandra Brettar
Homburg/Bliesmengen-Bolchen. Landrat Theophil Gallo war in Begleitung vieler Wanderer auf seiner Tour durch den Landkreis auch in Bliesmengen-Bolchen. red

„Das ist heute die letzte von insgesamt sieben Wanderungen im Rahmen unseres Jubiläumsjahres ‚200 Jahre Landkreis‘. Ich bin froh, dass es der Saarpfalz-Touristik gelungen ist, einen Nachholtermin für die wegen der Starkregenereignisse im Juni abgesagten Wanderung zu organisieren. Die Region rund um Bliesmengen-Bolchen habe ich auf diese Art noch nicht kennen gelernt. Und bei schönem Wetter kann ja jeder wandern“, freute sich Landrat  Theophil Gallo und begrüßte die rund 45 Wanderinnen und Wanderer, die sich trotz des leichten Regens bei kühlem Wetter hinter der Bliestalhalle eingefunden hatten.


Auch der Mandelbachtaler Bürgermeister Gerd Tussing hieß alle  willkommen und nahm das „Geburtstagsgeschenk“ des Kreises an die Kommune entgegen: eine Radierung des Homburger Künstlers Hermann Theophil Juncker, auf der Ansichten des Saarpfalz-Kreises abgebildet sind. Ortsvorsteher Hans-Bernhard Faas übernahm sogleich die Aufgabe, die Gruppe auf die Strecke zu schicken, nicht ohne vorher mit Stolz die hervorragende Dorfgemeinschaft in seinem Heimatort zu loben und auf die Silbermedaille für Bliesmengen-Bolchen beim 26. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hinzuweisen. Kaum einige hundert Meter zurückgelegt, folgte man der spontanen Einladung des Schützenvereins „Ruhige Hand“  1960 Bliesmengen-Bolchen ins dortige Vereinsheim.

Der Vorsitzende Andreas Hautz nutzte die Gelegenheit, den neuen vollelektronischen Schießstand zu präsentieren und Landrat Gallo ließ es sich nicht nehmen, die moderne Anlage und seine Zielsicherheit am Luftgewehr zu testen. Sicheres Etappenziel danach war auf jeden Fall das Brudermannsfeld bei Bebelsheim, das die Karawane vorbei am Dreibrunnenhof und durch den Buchenwald nicht unbedingt trockenen Fußes erreichte. Hier und da mussten die Regenschirme aufgespannt werden, doch tat dies der entspannten Stimmung keinerlei Abbruch.



Am Zwischenziel Brudermannsfeld angekommen, lauschten alle gespannt der Erzählung von Wanderführer Bernhard Becker, Fachbereichsleiter Kultur und Heimatpflege. Diese drehte sich um den einst dort lebenden Eremiten und das Wunder um das von ihm geschnitzte Vesperbild der Pfeilenmadonna. Die besagte Skulptur ist heute in der Heilig-Kreuz-Kapelle in Blieskastel zu finden.

Der Legende nach soll die Gründung des Klosters Gräfinthal in Zusammenhang mit dem Wunder von Brudermannsfeld stehen. Der Klosterkapelle Gräfinthal galt dann auch der letzte Zwischenstopp, wo Bruder Petrus die Wandergruppe empfing. Bernhard Becker skizzierte die Geschichte des ehemaligen Wilhelmitenklosters, das 1785 von Papst Clemens XIV. aufgelöst und erst 1999 vom Benediktiner-Orden neu besiedelt wurde.

Nach einem Blick auf das alte Taubenhaus mit der Inschrift 1766, das bisher alle stürmischen Zeiten überdauerte, verließ die Wandergruppe den Weiler Gräfinthal und gelangte wieder in den Ort hinein, wo das „Haus für Dorfgeschichte“ nicht mehr weit war. Gudrun und Harald Pawendat sowie heimelige Wärme empfingen die Wandergruppe, die bis dahin gut drei Stunden unterwegs war, beim Betreten des liebevoll gestalteten Dorfmuseums.