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Ausstellung
Tiefe Einblicke ins Innere des Menschen

Bei der Ausstellungseröffnung: (von links) Michael Klotz, Manfred Pfeiffer, Anne Kerber, Bürgermeister Gerd Tussing und die Ortsvorsteher Hans-Bernhard Faas und Rainer Barth.
Bei der Ausstellungseröffnung: (von links) Michael Klotz, Manfred Pfeiffer, Anne Kerber, Bürgermeister Gerd Tussing und die Ortsvorsteher Hans-Bernhard Faas und Rainer Barth. FOTO: Patrick Lauer
Ormesheim. Histo-Pop-Art nennt Anne Kerber, die am Uniklinikum in Homburg arbeitet, ihre Bilder. Jetzt werden sie im Rathaus Mandelbachtal gezeigt. red

„Unheimlich bunt und herrlich abstrakt – so wirken die Bilder von Künstlerin Anne Kerber beim ersten Hinsehen!“, zeigte sich der Vorsitzende des Verkehrsvereins Mandelbachtal Manfred Pfeiffer begeistert. „Doch was zunächst wie beliebig angeordnete Farben, Formen und Muster aussieht, offenbart in Wirklichkeit einen tiefen Blick in das Innere des Menschen!“ HistoPopArt nennt Kerber ihre Kunstrichtung, die auf kreative Art die Histologie, also die Wissenschaft vom Aufbau biologischer Gewebe, mit der modernen PopArt kombiniert. Die faszinierenden Werke der Künstlerin aus Bliesmengen-Bolchen wurden am vergangenen Montag im Rahmen einer gut besuchten Vernissage vorgestellt und sind noch bis zum 2. Februar im Foyer des Rathauses Mandelbachtal in Ormesheim zu sehen.


Viele Besucher, darunter auch Rainer Barth und Hans-Bernhard Faas, die Ortsvorsteher von Ormesheim und Bliesmengen-Bolchen, waren zu der Vernissage ins Rathaus nach Ormesheim gekommen und wurden dort mit schmissigen Tönen vom Saxophontrio Klaus Schild, Michael Lagaly und Nobert Winter vom Musikverein Bliesmengen-Bolchen empfangen. „Anne Kerber kennt sich mit menschlichem Gewebe aus“, lobte Diplombiologe Michael Klotz aus Saarbrücken in seiner Laudatio. Seit über 25 Jahren arbeite sie als medizinisch-technische Assistentin in einer Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum des Saarlandes und bearbeite dort tägliche Gewebeproben für die Diagnostik. „Darüber hinaus ist sie aber schon seit Jahrzehnten in vielen Bereichen künstlerisch tätig, sie malt, sie fotografiert und letztlich hat sie mit der hier ausgestellten HistoPop
Art sogar eine eigene Kunstrichtung geschaffen, die international auf sich aufmerksam gemacht hat. Anne Kerber ist dermaßen kreativ, ich weiß gar nicht wie sie das alles schafft“, war Klotz in seinem Vortrag voller Bewunderung.

Für ihre Bilder stellt Kerber fünf Mikrometer dünne Schnittpräparate von gesundem menschlichem Gewebe her und färbt diese ein. Unter dem Mikroskop wählt sie künstlerisch wertvolle Ausschnitte und fotografiert sie in extremer Vergrößerung. Die Bilder erhalten den farb-künstlerischen Ausdruck durch computerunterstützte Wandlung. „Damit verstärkt sie aber nur die natürlichen Farbeffekte. Die einzelnen Strukturen der Gewebe bleiben in ihrer ursprünglichen Form erhalten und sind weiterhin in den Bildern deutlich zu erkennen, nur eben viel größer als im Original“, wusste Klotz zu berichten.



Auch Bürgermeister Gerd Tussing zeigte sich als „medizinischer Laie“ fasziniert von den schönen Strukturen aus dem Körperinneren. „Die dargestellten Haare, Drüsen und Zellen sind immer noch als solche zu erkennen und beeindrucken durch ihre Struktur und die gewählte PopArt-Farbgebung. Die faszinierenden Werke bieten ihren Betrachtern eine unkonventionelle Möglichkeit, sich mit ihrem Inneren auseinanderzusetzen.“

Die in Ormesheim gezeigten Werke waren bereits auf vielbeachteten Ausstellungen zu sehen, zum Beispiel in Innsbruck, in Bamberg, in Berlin und in Luzern. In diesem Jahr gibt es noch weitere Ausstellungen, unter anderem demnächst in Düsseldorf und Bad Wildbad. Außerdem wurden sie schon mehr als 20 Mal als Titelbilder in Fachzeitschriften veröffentlicht.

Die Ausstellung mit den Werken Anne Kerbers ist noch bis zum 2. Februar im Rathaus in Mandelbachtal zu sehen. Besucht werden kann sie während der Öffnungszeiten des Rathauses vormittags von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 bis 12 Uhr und nachmittags am Montag und Donnerstag von 13 bis 15.30 Uhr sowie am Mittwoch von 13 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.