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KVO „Die Sachsckisser“
Seit 44 Jahren eine Hochburg der Narretei

Ulrich Jäckels (Vize-Geschäftsführer des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine, links) und Hans-Werner Strauß (Präsident des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine) überreichen Florian Kempf (Vorsitzender des KV „Die Sackschisser“ Ommersheim, Mitte) in der Saarpfalzhalle die Urkunde zum närrischen 44-jährigen Jubiläum.
Ulrich Jäckels (Vize-Geschäftsführer des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine, links) und Hans-Werner Strauß (Präsident des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine) überreichen Florian Kempf (Vorsitzender des KV „Die Sackschisser“ Ommersheim, Mitte) in der Saarpfalzhalle die Urkunde zum närrischen 44-jährigen Jubiläum. FOTO: Jörg Martin
Ommersheim. Der Ommersheimer Karnevalsverein „Die Sackschisser“ feierte am Samstagabend ein närrisches Jubiläum.

„Vier mol elf, isch sahns eisch nur – das is Frohsinn unn Party pur“, lauteten die Worte von Martin Ruffing am Samstagabend zu Beginn der Jubiläumsfeier. Zu dieser hatte der Karnevalsverein „Die Sackschisser“ Ommersheim (KVO) in die ausverkaufte Saarpfalz-Halle eingeladen. Der Spruch des Elferratspräsidenten klingt profan und führt in die Irre. Denn der KVO hatte sich das Motto einer Sessions-Eröffnungsgala gegeben und das genau genommen. Ein roter Teppich nebst Messingpfosten und Kordelabsperrungen führte in die Narrhalla. Die Männer trugen Anzüge oder Kombinationen, manche von ihnen gar mit Schleife. Die Frauen hatten das Abendkleid aus dem Schrank geholt oder sich zumindest festlich gekleidet.


Selbst Ortsvorsteher Stephan Piorko hatte seine blau-weiße Schärpe, die er sonst nur für festliche Anlässe mit der Partnergemeinde Vichte in Belgien nutzt, angelegt. Selbst das Symbol des Vereins, der Sackschisser, wurde für den diesjährigen Sessionsorden, auf einem schwarzen Sockel sitzend, in Gold gehaucht. Angesichts der guten Stimmung, hätte man beinahe meinen können, die tollen Tage hatten schon begonnen. Das zeigte sich vor allem beim Medley „Come and dance“, welches alle Garden des KVO tanzten. Zuvor hatte das neue Prinzenpaar Sebastian II. (Schmitt) und Michelle I. (Post) ihre Proklamation verkündet. Lobende Worte gab es vom Schirmherren. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) rief die Zeit der Vereinsgründung in Erinnerung. „Wie kann man in einem solchen Jahr einen Karnevalsverein gründen?“, fragte er die Ommersheimer Narren, als er an das 1974 erinnerte.

Der Mandelbachtaler Ortsteil hatte gerade seine Selbständigkeit eingebüßt. Da müsse es einem schon sehr ernst sein mit dem Karneval, meinte Hans. Die von Ehrenamtlern betriebene Form sei die ursprünglichste Form der Fastnacht, gab der Ministerpräsident sich kritisch gegenüber Profis. „Die Stellschrauben für die Arbeit dürfen nicht zugezogen werden“, appellierte Hans-Werner Strauß in seiner Rede. Der Präsident des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine richtete seine Worte an den Schirmherren und betonte, dass Gesetze manchem Verein den Garaus machen würden. Er sieht gar ein Vereinssterben.



Anschließend überreichten er und Vize-Geschäftsführer, Ulrich Jäckels, KVO-Chef Florian Kempf die Jubiläumsurkunde. Groß war die Schar der Gratulanten aus dem örtlichen Vereins- und dem lokalen Fastnachtsleben. „Ich bin mit dem Verein großgeworden“, erinnerte sich Ortsvorsteher Stephan Piorko in seiner Gratulationsrede. Ehe die Band „Die Konsorten“ die Gala stimmungsmäßig auf den Kopf stellte, traten alle KVO-Showtanzgruppen nebst Männerballett zu „Musik ist Trumpf“ auf und mussten gar noch eine Zugabe geben. Im Rahmen der Veranstaltung wurden Mitglieder geehrt.