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Luther Gässje
Ormesheim hat jetzt ein Luthergässje

Ortsvorsteher Rainer Barth weihte das Luthergässchen ein.
Ortsvorsteher Rainer Barth weihte das Luthergässchen ein. FOTO: Jörg Martin
Ormesheim. Das Luthergässje gab es zwischen der evangelischen Kreuzkirche und der Wiesenstraße schon immer.

Im Mandelbachtaler Ortsteil gibt es seit dem letzten Freitagabend eine neue Straße. Streng genommen stimmt das nicht ganz. Denn es ist eine kleine Gasse, in der normalerweise keine Autos fahren. Und die gab es zwischen der evangelischen Kreuzkirche und der Wiesenstraße schon immer.



Nun hat dieser Weg auch einen Namen. Ortsvorsteher Rainer Barth (SPD) weihte ihn ein. Luthergässchen in der plattdeutschen Schreibweise heißt er, nachdem Barth die Plastiktüte, die das Schild bislang verdeckte, entfernt hatte. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde vor der Kreuzkirche verriet der Ortsvorsteher wie es zu dem Namen kam. Manfred Pfeiffer sei in die Ortsratssitzung gekommen und habe mitgeteilt, dass diese Strecke weder über einen Namen noch eine Ruhebank verfüge. „Es hat gedauert, bis ich das Geld zusammen hatte“, teilte Rainer Barth den Anwesenden mit.

Die Kosten seien überschaubar und wären im Budget des Ortsrats enthalten, erklärte er gegenüber der SZ. Von Pfeiffer stammt ebenfalls die Idee, den Weg nach Martin Luther zu benennen. Der war in Form einer Skulptur bei der Feier anwesend. Bis vor ein paar Tagen stand die Büste am Saarbrücker Ludwigsplatz. Sie wird nun dauerhaft im Kircheninnern vorzufinden sein. „Das ist was ganz besonderes, was es zu ehren gilt“, meinte Pfarrer Wolfgang Glitt.

Die Menschen sollen sich im Gässchen wohlbehalten fühlen und aufeinander zugehen. Die Bank, die im Frühjahr noch aufgestellt werden wird, soll in der Mitte des Weges dominieren. Dort könne man eine kleine Verschnaufpause einlegen und so ins Gespräch kommen. Zwei Musiker hatten die Einweihung mit Posaunenmusik und dem Lied „Macht hoch die Tür“ zu Beginn umrahmt.

Türen und Fenstern spielten auch bei der anschließenden Feier im Hof hinter der Kirche eine Rolle. Dorthin hatte die Protestantische Kirchengemeinde Ensheim, Eschringen und Mandelbachtal gemeinsam mit dem Dorfkulturverein Ormesheim zum „Lebendigen Adventsfenster“ eingeladen. Der Projektchor (Leitung und Gitarre: Jörg Consemius sowie Cajon: Tim Fischer) sang Weihnachtslieder. Brigitte Schaeffer vom Presbyterium hatte ein Fenster im Untergeschoss als Lebendiges Adventsfernster umfunktioniert. „Wer schreibt noch welche?“, hatte Schaeffer die Anwesenden gefragt. Ein paar Hände gingen hoch.

So ganz aus der Mode scheinen Weihnachtskarten offensichtlich nicht zu sein. Schaeffer trug eine Geschichte zum Kartenthema vor. Einen kleinen Teil ihrer eigenen Karten, die sie gesammelt hat, zierte am Freitagabend das Fenster. Wer keine Karten schreibt, stehe im Verdacht, nicht mehr zu leben, so die Presbyterin. Sie forderte dazu auf, mehr Karten zu verschicken.

Das sei eine Ehrung Gottes, da dieser ja an Weihnachten Geburtstag habe. „Bei uns geht die Post ganz schnell ab“, sagt sie scherzend, als sie die Leute schließlich aufforderte, vorbereitete Karten zu schreiben. Anschließend gab es beim Dorfkulturverein warme Getränke und Gebäck.