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Gelbbauchunken
Naturschützer schaffen neue Lebensräume

So sieht ein Laichbecken für Gelbbauchunken aus.
So sieht ein Laichbecken für Gelbbauchunken aus. FOTO: Michael Bürster
Bliesmengen-Bolchen. Projekt in Bliesmengen-Bolchen soll die Gelbbauchunke vor dem Aussterben bewahren. red

Besonders in ihrem mitteleuropäischen Verbreitungsgebiet ist die Gelbbauchunke durch die Zerstörung und Isolation geeigneter Lebensräume stark gefährdet (Kategorie 2 auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands). Hier ist es Populationen häufig nicht mehr möglich, sich aus eigener Kraft zu regenerieren oder genetischen Austausch zu anderen Populationen zu haben, da diese zu weit weg sind oder durch Straßenbarrieren nicht erreicht werden können. Daher sind die Bestände der Gelbbauchunke größtenteils stark rückläufig.


Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für diese Art, da sich hier sowohl ihre nördliche Verbreitungsgrenze als auch ein bedeutender Teil der Weltpopulation befindet. Der ursprüngliche Lebensraum des kleinen Froschlurchs mit der charakteristisch gelb-schwarz gefleckten Unterseite umfasste in erster Linie die Auenbereiche von Flüssen und Bächen. Um die auch im Bereich Bliesmengen-Bolchen stark zurückgehende Population zu stabilisieren, entschloss sich der Natur- und Vogelschutzverein Bliesmengen-Bolchen, geeignete Lebens-und Laichplätze zu schaffen.

Hierzu wurde von den Mitgliedern unter erheblichem Aufwand eine geeignete Gießform für Laichbecken konstruiert, um dann zehn Becken in Beton zu gießen. Jedes einzelne davon bringt dabei ein Gewicht von circa 150 Kilogramm auf die Wage. Diese Becken wurden dann Zug um Zug an geeigneten Plätzen in den Boden eingelassen und aufwändig in die Natur integriert. In diesem Zusammenhang unterstützte den Verein auch zum wiederholten Male die Firma Mietpark Mandelbachtal mit den erforderlichen Großgeräten/Baggern. Eine Erstbefüllung mit Wasser sorgt dafür, dass die Gelbbauchunken auch schon kurzfristig die neuen Lebensräume in Beschlag nehmen können. Die Firma Edeka Südwest unterstützte das Projekt mit 2000 Euro.