| 21:14 Uhr

Ormesheim
Kunstwerke zeigen „Wege aus der Depression“

Gemeinderatsmitglied Elisabeth Theis, der Vorsitzende des Verkehrsvereins Manfred Pfeiffer und Petra Otto vom Saarländischen Bündnis gegen Depression (von links) bei der Ausstellung im Rathaus.
Gemeinderatsmitglied Elisabeth Theis, der Vorsitzende des Verkehrsvereins Manfred Pfeiffer und Petra Otto vom Saarländischen Bündnis gegen Depression (von links) bei der Ausstellung im Rathaus. FOTO: Manfred Pfeiffer/Verkehrsverein
Ormesheim. Große Resonanz auf Ausstellungseröffnung: Die Schau ist derzeit im Rathaus in Mandelbachtal zu sehen. red

Obgleich zur Eröffnung der Ausstellung „Wege aus der Depression“ des Verkehrsvereins Mandelbachtal zu Beginn der Sommerferien an einem heißen Tag eingeladen worden war, fanden überraschend viele Besucher den Weg ins Mandelbachtaler Rathaus in Ormesheim. Da Bürgermeister Gerd Tussing wegen eines Schadensereignisses in der Gemeinde an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnte, begrüßte der Vorsitzende des Verkehrsvereins Mandelbachtal Manfred Pfeiffer die zahlreichen Besucher zu der von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe in Leipzig geliehenen Ausstellung. Mit einem Impulsvortrag führte die Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe im Saarland Petra Otto vom „Saarländischen Bündnis gegen Depression“ in das Thema der Ausstellung ein. Sie betonte, dass in Deutschland jedes Jahr etwa 5,3 Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression erkranken.


„Eine Depression im medizinischen Sinn muss aber deutlich unterschieden werden von depressiven Verstimmungen, die jeder kennt und die zum Leben dazu gehören“, so Petra Otto. „Um von einer echten Depression zu sprechen, müssen mehrere Krankheitszeichen über mindestens zwei Wochen vorliegen. Dazu zählen eine gedrückte Stimmung, Interessen- und Freudlosigkeit, ein permanentes Erschöpfungsgefühl, die Neigung zu Schuldgefühlen, hartnäckige Schlaf- und Appetitstörungen und das Gefühl der Ausweglosigkeit.“ Aber es bestünde Hoffnung: Depressionen seien mit ärztlicher Hilfe gut zu behandeln: „Grundsätzlich ist hier der Hausarzt der erste Ansprechpartner.“

Nach den Erklärungen von Petra Otto suchten viele der Ausstellungsbesucher das Gespräch mit der Referentin. „Dabei wurde deutlich, dass viele der Gäste selbst Berührungspunkte zu Depressionskranken hatten, sei es im Familien- und Bekanntenkreis oder auch wegen einer eigenen Erkrankung. Gerne wurde auch auf das umfangreiche Informationsmaterial zurückgegriffen, das derzeit im Foyer des Rathauses zum Thema ausliegt“, teilt der Verkehrsverein weiter mit. Die Ausstellung „Wege aus der Depression“ ist noch bis zum 27. Juli im Rathaus Mandelbachtal in Ormesheim zu sehen. Gezeigt werden 20 Bilder von Betroffenen und Angehörigen, die „Wege aus der Depression“ aufzeigen und die im Rahmen eines Foto- und Kreativwettbewerb ausgezeichnet worden sind, so Manfred Pfeiffer, der die Ausstellung nach Mandelbachtal geholt hat. „Die Kunstwerke wurden bereits bundesweit gezeigt und laden zum Gedankenaustausch und zur Diskussion ein. Ob Fotografien, Malereien oder Grafiken: Die Künstler teilen mit ihren Werken ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven auf die Erkrankung. Gleichzeitig machen sie mit den selbst geschriebenen Begleittexten auch anderen Mut, sich auf ihren eigenen Weg aus der Depression zu machen“, so Manfred Pfeiffer in einer Presseerklärung abschließend.



Die Ausstellung ist noch bis 27. Juli im Rathaus in Mandelbachtal zu sehen. Der Eintritt ist frei.