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Ommersheim
Kölsche Stimmung im Mandelbachtal

Riesenandrang herrschte in der Festmeile des Ommersheimer Dorffestes in der Saar-Pfalz-Straße.
Riesenandrang herrschte in der Festmeile des Ommersheimer Dorffestes in der Saar-Pfalz-Straße. FOTO: Jörg Martin
Ommersheim. Bei schönstem Sommerwetter amüsierten sich zahlreiche Gäste am Wochenende auf dem Ommersheimer Dorffest. Von Jörg Martin

Sonntagabend in der Dorfmitte des Mandelbachtaler Ortsteils Ommersheim. Es ist heiß an diesem Julitag. Die Leute sind leicht bekleidet und die Sonne tut ihr Übriges für die gute Stimmung. In Höhe der Ensheimer Straße ist Musik zu hören. Angesichts des Dorffestes nichts Ungewöhnliches. Doch es handelt sich um rheinländische Stimmungs- und Unterhaltungslieder. Kölner Slang könnte man auch sagen. Doch man ist weder in Ehrenfeld noch in Sülz. Angesichts des Bierwagens einer Kölner Brauerei mit dem hellen, obergärigen Blonden hätte man durchaus den Eindruck haben können.


Es ist noch was anderes auffällig. Es rennen viele Menschen in irrwitzigen Kostümen herum. Vor allem sind auf dem gesamten Festgelände etliche Männer mit Röcken und in Kleidern zu sehen. „Wir haben wie jedes Jahr heute Nachmittag hier einen Verbooz-Stand gehabt“, erklärt Carsten Leroux vom Karnevalsverein „Die Sackschisser“ Ommersheim (KVO). Der Verein mistet so seinen Fundus aus und man kann, wie auch Leroux, etwa ein quietsch-buntes Schlumpf-Kostüm günstig kaufen. Innerhalb von zwei Stunden sei alles „ratz-fatz ausverkauft“ gewesen, so Lerouxs Frau Andrea. „Wir wollten mal was anderes anbieten“, schildert Jana Ruffing gegenüber der SZ die Hintergründe. Wie die Vize-Vorsitzende der Sackschisser mitteilte, kam der Versuch, Kölsch anzubieten, gut an. 36 Fässer Kölsch wurden gar verkauft.

Auch in der Saarpfalz-Straße herrschte großer Betrieb. „Ich habe seit zehn Jahren hier nicht mehr so viele Leute gesehen“, freute sich Ortsvorsteher Stephan Piorko. Dort hatte man die Bühne, die sich sonst nahe der Einmündung zur Oberwürzbacher Straße befand, mehr zur Kallenbachstraße platziert. Das sorgte dafür, dass die Stände näher beisammen waren. „Die Gruppen sind so mehr gemischt und die Vereine besser integriert“, sagte der Ortsvorsteher. Auch habe er vermehrt Anfragen von Schaustellern gehabt. Das tue dem Fest, welches gleichzeitig auch der Patronstag ist, gut. Einfallsreichtum legten auch die Vereine selbst an den Tag.



So gab es in der Saarpfalz-Straße in einer Garage sogar eine WM-Bar. Urige Kelleratmosphäre tut dem Traditionsfest gut. Dort gab es nämlich WM-Shots und -Bowle. Ein Angebot, von dem manche offenbar gerne Gebrauch gemacht hatten. Und sei es bis abends, als die Band „Ayers rockt!“ Hits der letzten vier Jahrzehnte zum Besten gab. Dort - bei der Standgemeinschaft von FC Bayern-Fanclub, Handball- sowie Turn- und Sportverein - hieß das Motto „OOA-Ommersheim Open Air“. Und irgendwie war da immer Stimmung.

Die herrschte auf der Terrasse beim Lokal „Aquila“ auch. Dort sang Ute Hein Oldies und Evergreens und Schlager. Selbst vegane Weinschorlen und -cocktails mit Gurke-Ingwer sowie Rosmarin-Zitrone war auf dem Fest gedacht worden. „Mich wunderte, dass die Bühne bei der Feuerwehr nicht mehr da ist“, meinte Joachim Stallmann aus St. Ingbert. Man habe aus Kostengründen umdisponieren müssen, erklärte auf Nachfrage Ortsvorsteher Piorko.