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Kita Ommersheim
Eine Wohlfühl-Arche für die Kinder

Architekt Paul Wannemacher (links) und Bürgermeister Gerd Tussing (rechts) überreichen der Kita-Leiterin Susanne Tussing (Mitte) symbolisch den Schlüssel.
Architekt Paul Wannemacher (links) und Bürgermeister Gerd Tussing (rechts) überreichen der Kita-Leiterin Susanne Tussing (Mitte) symbolisch den Schlüssel. FOTO: Jörg Martin
Ommersheim. Insgesamt 22 Monate wurde gebaut, jetzt ist die neue Kita Arche Noah in Ommersheim eingeweiht worden. 113 Kinder sollen dort betreut werden. Von Jörg Martin

„Wir wollten warten, bis das Außengelände fertig ist“, sagte Susanne Tussing bei der offiziellen Eröffnungsfeier der Kindertagestätte (Kita) „Arche Noah“ am Freitagnachmittag. Die Leiterin der Einrichtung an der Ziegelhütte erklärte so den langen Zeitraum, der seit dem Einzug am 1. April verging. Damals fusionierten die beiden Kitas aus Erfweiler-Ehlingen und Ommersheim, auch weil der Zustand der beiden Einrichtungen schlecht war.


Bei der Feier platzte der Mehrzweckraum der Kita, die im Besitz der Gemeinde und in Trägerschaft des Bistums Speyer ist, aus allen Nähten. Die beiden katholischen Pfarrer Stephan Meßner und Ulrich Nothof sowie ihr protestantischer Kollege Wolfgang Glitt zelebrierten zuvor einen Gottesdienst. Kinder aus allen Gruppen mit ihren Erziehern, darunter Praktikant Benjamin Müller am Keyboard, stellten dabei den Bezug zum Namen der Kita her und hatten aus Pappe eine Arche nachgebaut. Gemeinsam sangen sie das Lied „Kommt geschwind, weil die große Flut beginnt“.

„Heute gibt’s einen Power-Segen“, sagte Stephan Meßner nach dem Gottesdienst, was die Eltern und Gäste freute. „Das war schon beim meinem Vorgänger ein Thema“, blickte Bürgermeister Gerd Tussing zurück. Herbert Kessler hatte bereits vor Tussings Amtsantritt 2012 Pläne für eine neue Kita. Bis dahin war es ein langer Weg. Die Finanzierung musste auf die Beine gestellt werden, acht Einrichtungen wurden besucht und Grundstücksverhandlungen fanden statt.



„Wir haben die Bauzeit wirklich gut geregelt“, freute sich der Gemeinderatschef. Stephan Meßner lobte vor allem die „wunderbare Zusammenarbeit über Jahre hinweg zwischen Kommune und Pfarrei“. Das sei kein Vergleich zu anderen Fällen. „Das Werk ist gelungen. Hier können Kinder sich wohlfühlen“, freute sich der Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Domberg. Als „ein Stück Neuanfang“ bezeichnete Joachim Vatter die neue Kita. Der Abteilungsleiter Regionaleinrichtungen und Kindertagesstätten im Bistum Speyer betonte vor allem die Herausforderung bei der Zusammenlegung der zwei Einrichtungen.

Stephan Piorko erinnerte daran, dass Susanne Tussing vor gut neun Jahren ihn auf den schlechten Zustand der Ommersheimer Kita angesprochen hatte. Aus Rentabilitäts- und Platzgründen kamen An-, Um- oder Neubau am alten Standort nicht in Frage, so der Ommersheimer Ortsvorsteher. Das Außengelände wird noch vervollständigt und der Förderverein kümmert sich noch um ein Klettergerüst, berichtete Susanne Tussing. „Ohne Eltern wäre eine Kita ärmer. Nicht nur in finanzieller Hinsicht“, so die Leiterin.

Für Michael Abel ist die „Arche Noah“ ein Musterfall. Denn es gibt nicht genügend Krippenplätze in Erfweiler-Ehlingen und Ommersheim. Deshalb wird der bisherige Kindergarten von Ommersheim wieder als Übergangslösung aktiviert, was kein Dauerzustand sein kann, so der Ortsvorsteher von Erfweiler-Ehlingen. Er forderte einen weiteren Neubau.

Für Paul Wannemacher ist vor allem erfreulich, dass man 150 000 Euro bei den Kosten einsparen konnte und somit unter Plan ist. Der Architekt stellte eines seiner Kunstwerke der Kita als Dauerleihgabe zur Verfügung. Pfarrer Ulrich Nothof überreichte Susanne Tussing einen Scheck, der Erlös des Inventarverkaufs der alten Einrichtung, über 860 Euro.