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Wittersheim
Wer schwenken will, muss einen Schwenker haben

Umweltstaatssekretär Roland Krämer (rechts) war der Erste, der einen Schwenker erhielt. Statt „Jost am Rost“ war er gekommen , um bei der Kerb in Wittersheim auf dem Freundschaftsplatz „Dorfmitte am Bach“ zu grillen.
Umweltstaatssekretär Roland Krämer (rechts) war der Erste, der einen Schwenker erhielt. Statt „Jost am Rost“ war er gekommen , um bei der Kerb in Wittersheim auf dem Freundschaftsplatz „Dorfmitte am Bach“ zu grillen. FOTO: Jörg Martin
Wittersheim. Bei der Kerb in Wittersheim nahmen die Dorfbewohner an der „Dorfmitte am Bach“ einen neuen Schwenkgrill in Betrieb. Von Jörg Martin

Samstagnachmittag gegen 15 Uhr. Der Wind weht, es ist trüb’ und Petrus steuert Dauerregen bei. Bis auf die milde Temperatur von zwölf Grad könnte man sagen: Typisch November. Fast. Denn auf dem Freundschaftsplatz „Dorfmitte am Bach“ wird soeben ein Grillfeuer entzündet. Ortsvorsteher Wendelin Lonsdorf (SPD) und einige Helfer bereiten Würstchen, Schwenksteaks und Brötchen sowie eine Bierzapfanlage vor. „Bei dem Wetter grillt man nicht“, meint einer der beiden Männer am Feuer. In der Tat. Doch, wenn Umweltminister Reinhold Jost (SPD) „Widdaschum“ das Luxus-Modell eines Grills schenkt, sieht man das nicht so eng. Eigentlich war die Grill-Aktion „Jost am Rost“ vorgesehen, mit der der Minister seit Jahren durch die Lande tingelt. Doch der Ministeriums-Chef musste aus Termingründen absagen und ließ sich durch Staatssekretär Roland Krämer (SPD) vertreten. „Wir haben den Schwenker wegen des dörflichen Zusammenhalts und zur Förderung des Ehrenamts gestiftet“, erklärt der in seiner Rede die Hintergründe. „Wie? Kein Jost am Rost?“, brachte eine Frau ihre Enttäuschung zum Ausdruck. Sie hatte vor, mit dem Umweltfachmann ein politisches Gespräch zu führen.


„Nein, wir weihen heute nur den Schwenker ein. Es ist nicht die dritte oder gar vierte Einweihung des Platzes“, meinte der Ortsvorsteher lustig und ließ sich auf ein spontanes Gedicht ein: „Wenn der Schwenker was schwenken will, muss der Schwenker einen Schwenker haben“, so Lonsdorf philosophisch. Man hatte fast den Eindruck die Anwesenden wollten sich mit lustigen Sprüchen nicht die Stimmung vom Wetter vermiesen lassen. Immerhin war Kerb. „Jo, mir sinn die Garde, die das Widdaschumma Trootwa ziert“, hatten die Straußmäde und Straußbuwe gesungen, als sie zur Einweihung kamen. Neun Mitglieder zählt die Runde dieses Jahr. Drei davon sind weiblich. Christian Hasslaa ist der Kerweälteste und seit zehn Jahren dabei.

Bereits am Freitagabend hatte man hier auf dem Freundschaftsplatz die Kerb ausgegraben und danach bei der Disco im Sportheim der SVG Bebelsheim/Wittersheim abgetanzt. Dreh-und Angelpunkt der diesjährigen Martini-Kirmes, die der Dorfverein am zurückliegenden Wochenende veranstaltete, war das alte Spritzeheisje in der Erfweiler Straße, vor dem ein Zelt stand.



Direkt nebenan am Vereinshaus des Obst- und Gartenbauvereins wurde auch am Sonntagabend die Kerweredd vorgetragen, bei der etliche Ereignisse des letzten Jahres humorvoll aufbereitet und der ein oder andere Einwohner durch den Kakao gezogen worden war. Am Vormittag hatte dort ein zünftiger Frühschoppen mit den Maggebacher Musikanten stattgefunden. Während der Musikerverein Wittersheim-Bebelsheim den Montagvormittag gestaltete und die Band „Balon“ das Abendprogramm umrahmte.

Am Samstagabend hieß es „Live-Rock-Kerwedisco“ – nur dieses Mal in der Festhalle, wohin die Feuerwehr mit den Vorbands „Trio Amaretto“ und „Wittersheimer Allstars“ eingeladen hatte. Nach dem Martinsumzug am Dienstag wurde die Kerb im Feuerwehrgerätehaus begraben.