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Keine Stimme für Erweiterung

Groß war das Interesse bei der Ortsratssitzung zum Thema Steinbruch-Tageabbau. Foto: Hans Hurth
Groß war das Interesse bei der Ortsratssitzung zum Thema Steinbruch-Tageabbau. Foto: Hans Hurth FOTO: Hans Hurth
Erfweiler-Ehlingen. Keine Zustimmung – und dies einstimmig – gab es für die Erweiterung des Steinbruch-Tageabbaus im benachbarten Rubenheim vom Ortsrat Erfweiler-Ehlingen. Das Gold-Dorf sei durch den Schwerlastverkehr besonders arg betroffen. Hans Hurth

Zur Sitzung in der Mandelbachhalle begrüßte Ortsvorsteher Michael Abel (SPD ) knapp 40 Zuhörer und blickte zu Beginn zurück. Der Gemeinderat Mandelbachtal habe sich bereits im April 2014 fraktionsübergreifend gegen eine Erweiterung ausgesprochen, auch der Ortsrat Erfweiler-Ehlingen habe wegen der starken Belastung durch den Schwerlastverkehr mehrfach gegen eine Erweiterung gestimmt. Wie berichtet, ist geplant, dass der Steinbruch von zehn um 27,1 Hektar auf insgesamt 37,1 Hektar erweitert wird. "Aufgrund der Art und der Größenordnung der geplanten Erweiterung ist von Seiten der Landesplanung die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens mit Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich", informierte Abel, der mit dem kommunalen Gremium die Auswirkungen der Verkehrsbelastung und die Verträglichkeit mit dem Status der Biosphärenregion sachlich und ausführlich erörterte.

An dem bisherigen Gesamtkonzept habe sich wenig geändert. "Inmitten der Biosphärenregion Bliesgau, wo mit anschaulichen Broschüren auf nachhaltigen Tourismus in dieser einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft gesetzt wird, hat ein Kalksteinbruch in dieser Dimension mit seinen Kraterlandschaften nichts zu suchen", so der Ortsvorsteher, der den schlechten Zustand der Straßen, bedingt durch den Schwerlastverkehr , ebenso erwähnte, wie die 470 Unterschriften einer Bürgerinitiative sowie die Zählung von Lastwagen pro Tag, die knapp 100 betrage. Hans Walter Keller (Grüne) bemängelte, dass seit 2013 durch den Betreiber keine konkreten Zahlen vorgelegt wurden. "Wie viele Lastwagen haben die Kalkgrube verlassen, welche Menge wurde abtransportiert und auch die ursprünglich festgelegte Laufzeit des Abbaus sei mittlerweile unterschiedlich", sagte Hans Walter Keller. Er regte eine weitere Ortsratssitzung an, bei der Betreiber und Planverfasser ihr Vorhaben genau erläutern sollten. In Anbetracht der kurzen Fristen des jetzigen Verfahrens, die Rainer Vogelgesang von der Gemeindeverwaltung erläuterte, sieht Michael Abel eine Bürgerversammlung mit Betreiber und Landesplanung als sinnvoll, dort könnten Bürger gezielt Fragen stellen.

Die Bürger hätten bereits mit der Unterschriftenaktion die Politik aufgefordert, den extrem gestiegenen Schwerlastverkehr im Ort zu minimieren oder zu unterbinden, die Menschen vor der erheblich gestiegenen Lärm-, Schmutz- und Staubbelastung zu schützen sowie eine Wertminderung der Häuser und Grundstücke zu verhindern sowie Leerstände zu vermeiden. In engagierten Wortbeiträgen hatten neben Michael Abel und Hans Walter Keller noch Olaf John (SPD ) und Thomas Schuck-Korter (CDU ) für ihre Fraktion die ablehnende Haltung zur geplanten Erweiterung dargelegt. Einstimmig sprach sich der Ortsrat gegen eine Vergrößerung aus. Eine Bürgerversammlung soll folgen.

mandelbachtal.de


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Auf einen BlickDie Unterlagen zu dem geplanten Vorhaben "Erweiterung des Kalksteinbruchs in Rubenheim" sind bis 29. März während der allgemeinen Dienststunden im Rathaus der Gemeinde Mandelbachtal, Zimmer 2.02, zur Einsicht für jedermann ausgelegt. Jede Person kann sich bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist bei der Gemeinde zu dem Vorhaben schriftlich äußern. hh