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Fastnacht
In der KTV-Gruft war es gruselig lustig

 Die-KTV-Showtanzgruppe „8 vor 11“ bei ihrem Auftritt in der „Drachengruft“. Foto: Jörg Martin
Die-KTV-Showtanzgruppe „8 vor 11“ bei ihrem Auftritt in der „Drachengruft“. Foto: Jörg Martin FOTO: Jörg Martin
Ormesheim. Die Ormesheimer stellten im Saal Niederländer erneut unter Beweis, dass sie auch sehr gut Fastnacht können. Von Jörg Martin

Der Goldfisch des Bürgermeisters, den dieser von den „Sackschisssern“ aus Ommersheim geschenkt bekam, ist eingegangen. Kein Wunder, es lag am verkeimten Wasser. Das war nur eine von etlichen Erklärungen, die das Duo Bauamtsleiter Alexander Niederländer und Ex-Bürgermeister Dominik Wahrheit am Samstagabend bei der Fastnachtsshow des Kultur- und Theaterverein Ormesheim (KTV) im Saal Niederländer für so manche Sache parat hatte. Ist denn der neue Bauamtsmitarbeiter verheiratet? Ja, wieso? Dann sei er ja das Geschrei im Rathaus von zu Hause aus schon mal gewohnt. Die Premiere des Bütten-Duos schien geglückt.


Der KTV hatte dieses Mal die Show unter das Motto „Alleh hopp um Mitternacht – die KTV-Gruft feiert Faasenacht“ gestellt. Kein Wunder, dass der Saal entsprechend geschmückt war. Eine überdimensionale Luftballonspinne an der Decke, ein großer Drache nebst Särgen und Gräbern auf der Bühne und ein Publikum, das vorwiegend in Vampir-Kostümen erschien. Auch der bleich geschminkte Unterwelt-Obergrufti Graf Peter (Scheller) war bleichgeschminkt. „Das Beste aus Gesang, Tanz und Dummgeschwätz“ versprach der Moderator. Es sei das schönste Bühnenbild, das der KTV je hatte, meinte Scheller. Er könne das nach 53 Jahren auf dieser Bühne durchaus behaupten. Auch die Raketen waren dem Motto angepasst. „An die Gebeine“, forderte der Graf das Publikum immer wieder auf, seiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Wie auch beim Auftritt von Thomas Winkler alias „De Pfälzer“ (Blickweiler Fastnachtsclub „Die Pulverblättcher“). Er fährt jetzt wegen der Spritpreise neuerdings Bus und hat sich eigens einen solchen gekauft. Doch der braucht noch mehr Sprit als der Pkw. Die klassische, reimende Büttenrede unter Einbeziehung des Publikums, das war das Konzept von Frank Hartmann, der als „Saartan, Fürst der Finsternis“ sich regelrecht in seine Rede hineinsteigerte. Und das nicht nur, weil er meinte, das Pornosternchen nippele beim Tod ab. Die dritte Rakete des Abends war ihm an diesem Abend sicher.

Für Begeisterung sorgte auch die Showtanzgruppe „8 vor 11“, die das Motto mit ihrem Vampir-Tanz „Mitternacht“ treffend umsetzte. Kein Wunder, dass das Publikum hier eine Zugabe wollte. Gisela Koch wurde nach 20 Jahren als Gruppen-Leiterin verabschiedet. Leonardo Buttice, der ihr bereits in der Funktion des KTV-Spartenleiters Karneval gefolgt ist, dankte Koch für ihre Dienste mit einem Blumenstrauß. Höllische Stimmung herrschte auch immer dann, wenn die KTV-Sänger auf der Bühne standen. So auch bei „Wahnsinn“ von Wolfgang Petry. Oder als Thomas Müller bei „Er gehört zu mir“ aufforderte: „Ormesheim, ich brauche eure Hände“. Ihn, Jürgen Fuchs und Karin Hennrich bezeichnete Moderator Peter Scheller gar als „musikalisches Dreigestirn des KTV“.