| 20:51 Uhr

Vier Jahreszeiten
Hexeschuss spielten Irisches zur Weihnachtszeit

Die Gruppe Hexeschuss, bestehend aus Stefan Warken, Ulrich Leibrock (dahinter), Udo Beckmann, Steffen Jung und Peter Schütz (von links nach rechts), traten am Freitagabend im Gräfinthaler Haus Wulfinghoff auf.
Die Gruppe Hexeschuss, bestehend aus Stefan Warken, Ulrich Leibrock (dahinter), Udo Beckmann, Steffen Jung und Peter Schütz (von links nach rechts), traten am Freitagabend im Gräfinthaler Haus Wulfinghoff auf. FOTO: Jörg Martin
Homburg/Gräfinthal. Die Irish-Folk-Band Hexeschuss trat in Gräfinthal auf und servierte den Gästen im Advent Musik von der grünen Insel.

Irish Folk in der Vorweihnachtszeit – wie passt das zusammen? Diese Frage kam einem am Freitagabend beim Auftritt der Irish-Folk-Gruppe Hexeschuss schnell in den Sinn. In Irland beginnt die Weihnachtszeit erst am 8. Dezember. Insofern passte das Gastspiel am Vorabend durchaus. Es war der letzte Auftritt für 2018 im Gräfinthaler Haus Wulfinghoff im Rahmen der Mandelbachtaler Vierjahreszeiten. „Hexeschuss führt uns heute auf die grüne Insel“, freute sich Manfred Pfeiffer zu Beginn. Auch das Bühnenlicht gab dem Vorsitzenden des Verkehrsvereins Mandelbachtal Recht. Das war nämlich in ein mehr als passendes Grün gehaucht.


Die Musiker und Sänger bleiben weiterhin ihrer langjährigen Maxime treu, „Irish-Music ohne Strom“ zu spielen. So lautet auch ihr Slogan. Die Aussage von Steffen Jung (Gitarre/Gesang) zu Beginn, dass man an diesem Abend in einer gewissen Experimentierlaune sei, war nichts, was auf die Goldwaage gehörte. Die Fünf, Klaus Kihl ist erkrankt, setzten auf Bewährtes. Dennoch offenbart diese Aussage viel Spaß, der an diesem Abend im barocken Rahmen nicht zu kurz kam. Etwa gleich zu Beginn, als man mit „Farewell to Carlingford“ so richtig schön laut sang. Das erinnerte irgendwie an patriotische Gesänge bei irischen Volkfesten. Und das Publikum folgte zeitnah dem Rhythmus, den etwa Peter Schütz (Cajon, Bodhran und Gesang) vorpreschte. Er ist gleichzeitig der Roadie (Bühnenarbeiter) der Band und so passte auch „Whyskey for the roadies“ quasi wie die Faust aufs Auge. Hier wurde eine härtere Gangart eingelegt: Manche im Publikum klatschten auf den Knien oder Oberschenkeln, um im Rhythmus zu bleiben.

Irische Lieder drehen sich meist um Schiffsuntergänge, das Trinken und ums Fremdgehen. Einer überlebt den Untergang und erzählt die Geschichte. Wie bei „The Annie B“, die so schön rhythmisch war, wie kaum was anderes. Sicherlich auch ein Verdienst von Ulrich Leibrock (Geige/Fiddle), der ebenso wie Stefan Warken (Tinwhistles, Harp und Gesang) die Stimmung gekonnt hochkitzelte. Eine gute Grundlage, um etwa bei „Fiddler´s Green“ zu Schunkeln. Denn irische Fischermänner können nicht schwimmen, erfuhren die Konzertbesucher. „So, bei dem nächsten Stück brauchen wir euch“, forderte Peter Schütz das Publikum auf. Sonst sei man bei „Whyskey in the jar“ schnell aus dem Takt. Er war es auch, der bei „Far away“ Udo Beckmann (Akkordeon/Gesang) auf die Schippe nahm, als er in dessen Balg griff, während der Akkordeon spielte. Er blieb auch dieses Mal, wie schon beim letzten Konzert 2016, seiner Linie treu, ab und an ins Publikum zu gehen. Wie etwa bei „Sean Healy’s“ oder „Finnegans Wake“. Bei Letzterem erwacht übrigens ein Toter, weil über ihm ein Whiskey-Glas zerschellt.



Welche Rolle die Fiddle (Geige) beim Irish-Folk innehat, zeigte Ulrich Leibrock als er bei „The Congress“ ein Solo ablieferte, das sich gewaschen hatte. Und: „Lord oft he Dance“ stammt wirklich nicht von Mikel Flatley, aber das wissen sie ja sicher schon. Drei Zugaben musste die Gruppe geben, ehe sie von der Bühne gehen durfte.