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Hans Bernhard Faas: Nur noch eine kleine Fläche für Windkraft

 Heike Ludt, Beate Loschky und Jürgen Klingler (von links) von der Bliesmenger Bürgerinitiative bei einer Demonstration. Foto: Jörg Martin
Heike Ludt, Beate Loschky und Jürgen Klingler (von links) von der Bliesmenger Bürgerinitiative bei einer Demonstration. Foto: Jörg Martin FOTO: Jörg Martin
Bliesmengen-Bolchen. Die Bürgerinitiative Bliesmenger Gegenwind könnte bald am Ziel sein: Ortsvorsteher Hans Bernhard Faas kündigte schriftliche Stellungnahme des Planungsbüros an. Habkirchen wird von den Plänen nicht mehr betroffen sein. jma

Die Bürgerinitiative (BI) "Bliesmenger Gegenwind", die mit ihren rund 100 Mitgliedern mittlerweile ein eingetragener Verein ist, könnte möglicherweise am Ziel ihrer Arbeit angelangt sein. Überraschenderweise ließ Ortsvorsteher Hans Bernhard Faas bei der 6. Montagsdemo im Foyer der Bliestalhalle quasi die Katze aus dem Sack. "Ich will Licht in das Dunkel bringen", sagte der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, als er den Bürgern mitteilte, dass die Auswertung der Bürgereinwände gegen den Standort für Windkraftanlagen seitens der Gemeindeverwaltung abgeschlossen sei. Die schriftliche Stellungnahme des Planungsbüros mit gut über 80 Seiten solle bald vorliegen. Es sei vorgesehen, die Anlage mit mindestens 1000 Metern Abstand zur Wohnbebauung zu errichten. Ein neuer Flächennutzungsplan sei angedacht. Auch die Horste für den Rotmilan sollen dabei Berücksichtigung finden. Freuen könnten sich auch die Bürger in Habkirchen: Ihr Ort wird von den Plänen nicht mehr betroffen sein. Somit bliebe nur noch eine kleine Fläche übrig, die für Windkraft in Frage käme. Die Rentabilität für einen möglichen Investor scheint somit fraglich.

Am 10. Februar sollen nun im Habkircher Dorfgemeinschaftshaus die Ortsräte von Bliesmengen-Bolchen , Bebelsheim und Habkirchen tagen, bevor sich Bauausschuss und Gemeinderat mit der Angelegenheit befassen werden. Eine neue Planoffenlegung sei zu 100 Prozent vorgesehen, so Ortsvorsteher Faas weiter. Der "Menger" Ortsrat werde gegen die Windkraftpläne stimmen. Zwar war Freude und Erleichterung in den Gesichtern der Anwesenden bei der Versammlung zu erkennen. Begeisterungsstürme blieben indes aus. "Bitte keine Euphorie", bat CDU-Gemeinderatsmitglied Roland Vogelgesang.

"Die 10 H-Regelung (die zehnfache Höhe eines Windrades, meist 200 Meter, als Mindestabstand zur Wohnbebauung; Anm. d. Red.) ist immer noch erstrebenswert", verwies Sandra Brettar. Eine völlig windkraftfreie Biosphäre solle das Ziel sein, forderte ein Vertreter der Böckweiler Bürgerinitiative. "Die Pläne sind für einen Investor nicht mehr interessant. Das wäre nur eine relativ geringe Windausbeute", hofft Jürgen Klingler, Vorstandsmitglied von Bliesmenger Gegenwind. Ein Investor sei bislang auch gar nicht bekannt. Laut Gemeinde gäbe es auch keinen, so Klingler weiter.

Auch ein Biosphärenaktivist will im Landtag gehört haben, dass die Anlage nicht gebaut werden soll. Hans Bernhard Faas hatte im Rahmen des Mottos "Dialog unter den Bürgern" das Wort ergriffen. "Machen wir alles richtig?", sei laut Jürgen Klingler eine Frage gewesen, die sich die zwölf Leute der Kerngruppe gestellt hatten und die Grund für das Gespräch war. "Was hat der Besuch bei der Ministerpräsidentin ergeben?", wollte Roland Vogelgesang wissen. Annegret Kramp-Karrenbauer wolle sich der Sache annehmen, berichtete Jürgen Klingler. Zu Beginn der Veranstaltung hatte der Verein seinen Vorstand vorgestellt: Beate Loscky (Vorsitzende), Heike Ludt (Stellvertreterin), Tamara Zimmermann (Kassiererin), Jürgen Klingler (Beisitzer) und Thomas Schmitt (Beisitzer).