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Abwasserentsorgung
Die Gewässerqualität spürbar verbessern

Frank Erbel vom Angelsportverein Habkirchen, Michael Lauer, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Mandelbachtal sowie die beiden Ortsvorsteher Michael Abel (Erfweiler-Ehlingen) und Wendelin Lonsdorf (Wittersheim) (von links) nehmen die Kläranlage Wittersheim, in die im kommenden Jahr auch die Abwässer von Bebelsheim eingeleitet werden, in Augenschein.
Frank Erbel vom Angelsportverein Habkirchen, Michael Lauer, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Mandelbachtal sowie die beiden Ortsvorsteher Michael Abel (Erfweiler-Ehlingen) und Wendelin Lonsdorf (Wittersheim) (von links) nehmen die Kläranlage Wittersheim, in die im kommenden Jahr auch die Abwässer von Bebelsheim eingeleitet werden, in Augenschein. FOTO: Wolfgabg Degott / Wolfgang Degott
Wittersheim. In Haus Lochfeld informierte der EVS bei der Fischereigenossenschaft Mandelbachtal über die Abwasser-Entsorgung.

In den kommenden Jahren werde die nicht zukunftsfähige Teichkläranlage in Aßweiler aufgegeben, wobei die dort bisher anfallenden Abwässer in der benachbarten und bis dahin umgebauten Kläranlage Erfweiler-Ehlingen gereinigt würden. Dies teilte Ralf Hasselbach, Leiter der Planungsabteilung im saarländischen Entsorgungsverband EVS, bei der Informationsveranstaltung der Fischereigenossenschaft Mandelbachtal im Haus Lochfeld in Wittersheim mit. Mit dem Ausbau der Erfweiler Anlage soll im kommenden Jahr begonnen werden, wobei erste Rodungsarbeiten wohl schon in diesem Jahr beginnen.


Auch soll es möglich sein, bis Sommer 2019 die Abwässer aus dem Dorf Bebelsheim in die Kläranlage nach Wittersheim zu pumpen. Als dritte Maßnahme der umfangreichen Veränderungen bei  der Abwasserentsorgung innerhalb der Gemeinde Mandelbachtal nannte Hasselbach die Arbeiten in und um Habkirchen. Dort würden derzeit die Arbeiten vorangetrieben, nach deren Abschluss die Abwässer im kommenden Sommer ins Klärwerk in die benachbarte französische Stadt Sarreguemines eingeleitet werden können.

Nach Abschluss dieser Arbeiten wären dann alle saarländischen Orte an eine geregelte Abwasserreinigung angeschlossen. In der von Adam Schmitt, Diplom-Biologe und Beigeordneter der Stadt St. Ingbert, geleiteten Informations- und Diskussionsveranstaltung, die von rund 30 Teilnehmern besucht war, betonte Hasselbach zudem, dass damit eine signifikante Verbesserung der Wasserqualität im Mandelbach erreicht werde, die das Gewässer in einen ökologischen Zustand versetzen werde, was nicht nur der Fischfauna zugute komme.



Trotz der positiven Ankündigungen wurde aus dem Kreis der Teilnehmer bemängelt, dass bei allen angekündigten Maßnahmen „wieder einmal nur den Mindestanforderungen Genüge getan wird“. Gerade innerhalb der Biosphärenregion Bliesgau wünschte man sich jedoch einen darüber hinausgehenden Ansatz, weil sich diese Region gerne als Modellregion mit Vorbildcharakter betrachte. Landrat Theophil Gallo, derzeit auch Vorsteher des Biosphärenzweckverbandes, kündigte an, dass im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes alle Beteiligten angesprochen würden, um den Mandelbach als Modellgewässer mit Vorzeigecharakter in der Biosphärenregion Bliesgau zu entwickeln.

Michael Lauer, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Mandelbachtal und Vertreter des Angelsportvereins Habkirchen, wünschte sich, dass das „Modellgewässer Mandelbach“ auch wieder zu einem Laichgewässer aufgewertet werden solle. Sebastian Hoffmann, Biologe im Fischereiverband Saar, erwähnte Fischereibestandslisten, wonach mittlerweile im Mandelbach neben Bachforellen und Elritze weitere relativ anspruchsvolle Fischarten nachgewiesen seien. Er regte an, neben der bisherigen Referenzstrecke in Habkirchen eine weitere auszuweisen, um sie zu befischen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde von Steffen Potel, Gewässerbiologe im saarländischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), aber auch von Hilmar Naumann, Referatsleiter Wasser und Abwasser im saarländischen Umweltministerium, sowie von Mandelbachtals Bürgermeister Gerd Tussing weitere erforderliche Maßnahmen beispielsweise die Überprüfung und Instandsetzung des innerörtlichen Kanalnetzes, Regenrückhaltebecken, sowie die unkontrollierte Entsorgung von Abfällen jeglicher Art durch die Toiletten und die hier ansetzende Umweltbildung diskutiert.

Auch die Landwirtschaft als Verursacher eines diffusen Nährstoffeintrags, die insbesondere für die erhöhten Phosphat-Gehalte im Gewässer verantwortlich ist, müsse hiier im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes mit ins Boot genommen werden.