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Frischemarkt droht zu schließen

Der Ormesheimer Frischemarkt am Theo-Carlen-Platz steht möglicherweise vor dem Aus. Sinkende Umsätze und steigende Kosten machen dem Betreiber zu schaffen, wie es in einem Infoblatt an die Ormesheimer heißt.
Der Ormesheimer Frischemarkt am Theo-Carlen-Platz steht möglicherweise vor dem Aus. Sinkende Umsätze und steigende Kosten machen dem Betreiber zu schaffen, wie es in einem Infoblatt an die Ormesheimer heißt. FOTO: Jörg Martin
Ormesheim. Ist die Zeit des Marktes in Ormesheim bald vorbei? Die Umsätze sinken, die Kosten steigen. Betreiber Jörg Hild appelliert an die Bevölkerung. Von Jörg Martin

Im größten Mandelbachtaler Ortsteil Ormesheim steht möglicherweise das Ende der Nahversorgung bevor. Der Frischemarkt am Theo-Carlen-Platz hat in der vergangenen Woche mit einer Flugblatt-Aktion auf sich aufmerksam gemacht. „Braucht Ormesheim noch einen Lebensmittelmarkt??? Sie entscheiden!“, lautete die Überschrift das Blattes, das Marktbetreiber Jörg Hild verteilen ließ. Er kündigt darauf an, dass er den einzigen Frischeladen im Mandelbachtaler Ort in der zweiten Jahreshälfte schließen werde. Die Umsätze seien zurückgegangen, und gleichzeitig würden ihm gestiegene Kosten das Leben schwer machen. Somit sei sein Geschäft nicht mehr rentabel, erklärt der Einzelhändler.


Er werde versuchen, durch Kostensenkung seinen Beitrag zur Erhaltung der Einkaufsstätte zu leisten, heißt es weiter. Das wäre aber sinnlos, wenn die Umsätze weiter sinken würden.

Jörg Hild, der durch seinen Bruder auch in Saarbrücken-Bübingen einen Frischemarkt betreibt, macht die Bevölkerung auf die möglichen Konsequenzen aufmerksam: Keine Nahversorgung nicht mobiler Bürger, kein Treffpunkt mehr gegenüber dem Rathaus, neun Arbeitsplätze gingen verloren, der Ortsteil würde an Attraktivität für potenzielle Neubürger verlieren, und man müsse für den Einkauf von Kleinigkeiten immer auf das Auto zurückgreifen. Hild appelliert an die Bevölkerung und hofft auf deren Unterstützung, damit der Markt offen bleiben kann. Er hat bereits mit Ortsvorsteher Rainer Barth gesprochen. „Mir hat Herr Hild mitgeteilt, dass er seit Monaten Geld drauflegt“, berichtete Barth am vergangenen Dienstagnachmittag gegenüber unserer Zeitung. Bei der Ortsratssitzung am gleichen Abend stand das Thema deshalb auf der Tagesordnung.

„Dem Mann brennt es unter den Nägeln“, leitet der Ortsvorsteher den Punkt sieben der Zusammenkunft ein. Glück für Betreiber Hild sei, dass sein Vermieter kulant sei und der monatliche Abschlag nicht erhöht wurde. Laut Barth habe Hild bereits zwei seiner vier Märkte schließen müssen, da die Konkurrenz durch bundesweite Ketten für Unrentabilität sorgen würde. „Mein Latein ist am Ende“, gab sich Sozialdemokrat Barth ratlos. Er glaubt, dass das breite Sortiment des Marktes nicht jedem Ormesheimer bekannt sei. Dafür erhielt er Zustimmung von Elisabeth Theis (CDU). Sie habe als Kundin gute Erfahrungen gemacht. Nicht vorrätige Artikel würden gar bestellt, meint die Unions-Fraktionsvorsitzende.

Skeptisch über den Einfluss des Ortsrates, die drohende Schließung des Einkaufsladens zu verhindern, gab sich Christian Janishek. Der SPD-Fraktionsvorsitzende sieht den Betreiber am Zug. „Das ist eine Frage des Marketings“, so der Sozialdemokrat. Er glaube nicht, dass alles, was werblich möglich ist, bereits versucht wurde. Dafür erhielt er Zustimmung. Ortsvorsteher Rainer Barth will Jörg Hild vorschlagen, eine Café-Ecke im Markt einzurichten.



Ormesheims Ortsvorsteher Rainer Barth.
Ormesheims Ortsvorsteher Rainer Barth. FOTO: Joachim Schickert