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Fasziniert von den Pferden

Die Kinder aus Tschernobyl in der Reithalle mit Marie Lies (links) mit dem 15-jährigen Zweibrücker Lollypop, einem ehemaligen Springpferd. Daneben Hannah Stein vom Jugendteam des Pferdesportverbandes. Foto: Wolfgang Degott
Die Kinder aus Tschernobyl in der Reithalle mit Marie Lies (links) mit dem 15-jährigen Zweibrücker Lollypop, einem ehemaligen Springpferd. Daneben Hannah Stein vom Jugendteam des Pferdesportverbandes. Foto: Wolfgang Degott FOTO: Wolfgang Degott
Mandelbachtal. Einmal mehr heißt es zurzeit Urlaub für Kinder aus der Region von Tschernobyl im Saarpfalz Kreis. Einer der Höhepunkte für die Kinder war jetzt ein Besuch auf dem Reiterhof Körner in Altstadt, wo sie dann auch intensive Kontakte zu den Pferden knüpfen konnten. Wolfgang Degott

Viel Spaß hatten die 21 Kinder von Shitkowitschi aus dem durch die Atomreaktorkatastrophe von Tschernobyl verstrahlten Gebiet in Weißrussland bei ihrer Stippvisite auf dem Reiterhof Körner in Altstadt. Sie war Teil des dreiwöchigen Programmes, das die Saarländische Kinderhilfe "Leben nach Tschernobyl" - wie schon seit 1994 - zusammengestellt hatte. Seitdem konnten schon über 950 Kinder aus der Region Gomel einen Erholungsaufenthalt im Saarland verbringen. In Altstadt wurden die Neun- bis 15-jährigen Mitglieder vom Jugendteam des Pferdesportverbandes Saar unter der Führung von Hannah Stein betreut. Eingebunden waren die Stunden mit den Vierbeinern in den Aktionstag "Faszination Pferd". Den ganzen Tag über wurde einiges geboten in der Reithalle, auf dem großen Außenplatz und auf verschiedenen Paddocks, die einfach zu Kinderspielplätzen umfunktioniert waren. Spiele, Pony-Reiten und ein Jux-Wettbewerb waren einige der Angebote.



Schon seit fünf Jahren bietet die Familie Körner, die eine Initiative von Markus Venn, einem Förderer der Kinderhilfe, aufgegriffen hatte, dem Verein die Möglichkeit, Gast zu sein. Mit viel Eifer waren die Mitglieder des Jugendteams dabei, ihren Gästen, darunter auch die drei Betreuerinnen Larissa Tschetschko, Lusia Garbar und Maria Kuzmina, den Aufenthalt so schön wie möglich zu gestalten. Dankbar zeigte sich Vereinsvorsitzender Peter Chodorski auch darüber, "dass wieder Gasteltern bereit waren, die sieben Kinder, die schon einmal da waren, und die 14 neuen Kinder aufzunehmen, sie über die gesamte Zeit zu betreuen und mit ihnen gemeinsam das abwechslungsreiche Programm zu absolvieren".

Bewährte Programmpunkte

Ballweiler, Gersheim, Ommersheim, Ottweiler, Saarlouis, Saarwellingen, Schmelz, Lebach und St. Ingbert sind die Heimatorte der Familien. Neben bewährten Programmpunkten wie das Bethaus in Lebach, so Schatzmeister Herbert Keilbach, seien erstmals die Gartenschau in Kaiserslautern, der Kletterpark am Jägersburger Weiher und die Flugausstellung in Hermeskeil angesteuert worden. Traditionell fand das Abschlussfest auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins in Wattweiler statt. In vielen Gesprächen und aus Äußerungen von Ärzten, so Keilbach, sei nachgewiesen, dass das Kindererholungsprogramm für die Stärkung des Immunsystems der Kinder aus dem Umfeld von Tschernobyl sehr wichtig sei. Auch seien bei den Kindern, die im Sommer in Deutschland waren, Erkältungen und Erkrankungen im Herbst und Winter wesentlich seltener als bei denjenigen, die das Jahr über zu Hause geblieben waren.

Weitere Infos zur Kinderhilfe gibt es bei Peter Chodorski, Telefon (0 68 42) 15 19, Handy (0172) 656 53 87 und Herbert Keilbach, Telefon (0 68 03) 34 38.

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