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Fachmann für Hokuspokus am Werk

Zauberer Rudi Lauer alias Dirk Omlor. Foto: Jörg Martin
Zauberer Rudi Lauer alias Dirk Omlor. Foto: Jörg Martin FOTO: Jörg Martin
Gräfinthal. Dirk Omlor gab im Haus Wulfinghoff den Zauberer, Kabarettisten und Spießbürger in einer Person. Jörg Martin

Von ihrem Prinzip, bei der Reihe "Gräfinthaler Vierjahreszeiten" einen musikalischen Abend anzubieten, sind der Verkehrsverein und die Gemeinde Mandelbachtal am letzten Freitagabend ein wenig abgewichen. Im Haus Wulfinghoff war der in Maikammer in der Südpfalz beheimatete Zauberkünstler Dirk Omlor zu Gast. "Sinn Se noch wach?" fragt er die Menschen anfangs. "Ei joo!" lautet die Antwort und zugleich auch der Name seines aktuellen Programms, welches 2013 herauskam.


Die Frage stellte sich nicht, denn zum Einschlafen blieb keine Gelegenheit. Omlors Kunstfigur Rudi Lauer, der Mann aus Bexbach, ist ständig in Bewegung. Der kalauert und zaubert quasi im Vorbeigehen und auf Teufel komm raus. Oder er geht zum Publikum, verquatscht selbiges, mit ihm auf die Bühne zu kommen, um dann Sachen verschwinden zu lassen, kleinere Tricks zu verraten oder mit Dingen zu verblüffen. Und das nicht gerade wenig.

Auf saarländisch erklärt er seine Weltsicht. Streng genommen ist es der Slang, der nord-westlich von Homburg herrscht. Und dann müsst es bei Ihnen Klick machen. Stimmt, da wohnt einer, der eine ähnliche Kappe anhat wie Rudi Lauer: Heinz Becker. Einer, der mit bürgerlichem Namen Gerd Dudenhöffer heißt. Es gibt immens viele Gemeinsamkeiten. Neben dem Dialekt auch das "Geh fott", welches heutzutage eher bei der Generation 50plus aufwärts überhaupt noch bekannt ist. Lauer erhielt 2013 für eine Solonummer die Magica. Das ist eine der höchsten Auszeichnungen des Magischen Zirkels von Deutschland (MZvD). Die Kunstfigur Rudi Lauer hat Dirk Omlor 2008 erschaffen. Der Zauberei hat sich der gebürtige Saarländer bereits seit 25 Jahren verschrieben. Auch Lauer geht einmal die Woche zum Magischen Zirkel und lässt dort das Bier verschwinden. Und das mit wenig Tammtamm, kleinkarierter Kappe, Glasbausteinbrille und Lederweste. "Alla dann" gesagt und ein Tier herausgekramt, dass die Saarländer nicht kennen: den saarländischen Schnarchbären Theo. Der nimmt Witterung mit einem Herrn im Publikum auf. Er soll herausfinden, welche Karte der sich ausgesucht und versteckt hat. Lauer stellt den Schlager "Fremde oder Freunde" an und bittet eine Frau aus dem Publikum auf die Bühne. Dirk Omlor spielt den leicht unterkühlten, trotteligen Fachmann für Hokuspokus und verblüfft im richtigen Moment. Den Frauen gibt er sich stellenweise ein wenig leicht abschätzig und seine Nebensätze erklären das, was er im Hauptsatz nicht gleich auf den Punkt brachte. Das kennen wir doch irgendwo her? Richtig: Auch hier spielt der Mann aus Bexbach mit der Batschkapp wieder eine Rolle, ohne selbst anwesend zu sein.



Bei all dem Staunen, wie der Lauer Rudi das alles nur macht, kommt der Humor nicht zu kurz. Er mag den Jägermeister. Der heißt in seinem Lieblingsurlaubsland Italien Ramazotti und kann da sogar singen. Zum Schluss sang der Rudi auch noch "Ihr müsst jetzt heimgehen" ("I did it my Way"). Das taten die Leute dann auch. Aber erst nach der Zugabe.