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Wittersheim
Die Römer brachten die Nuss ins Land

Am Haus Lochfeld fand das 7. Bliesgau Walnussfest statt.
Am Haus Lochfeld fand das 7. Bliesgau Walnussfest statt. FOTO: Jörg Martin
Wittersheim. Rund um Haus Lochfeld in Wittersheim wurde beim Bliesgau Walnussfest gefeiert und geschlemmt. Von Jörg Martin

Wenn man am vorletzten Sonntag durch Wittersheim fuhr, wunderte man sich insbesondere in den Straßen in Richtung von Haus Lochfeld über den starken Verkehr und die zahlreichen dort parkenden Autos. Viele hatten aber auch ihren Wagen am Fuße des Kultur- und Landschaftszentrums abgestellt und wanderten auf den Berg. Dort fand zum siebten Mal das Bliesgau Walnussfest statt. „Wir machen das zum ersten Mal in dieser Form“, beschreibt Rosi Bachmann gegenüber unserer Zeitung die Hintergründe der Veranstaltung. Die Inhaberin des VeBistro, ein kleines, veganes Lokal im Haus Lochfeld, berichtet, dass die Anfänge auf ein Menü mit Vorbestellung zurückgehen. Irgendwann beschloss sie, gemeinsam mit weiteren Geschäftspartnern das Ganze größer aufzuziehen. Dazu zählen: die Bliesgauölmühle, LuxusGut – Die feine Bio-GenussManufaktur, MaLis Delices/Gourmetmanufaktur, La Bastide (provenzalische Spezialitäten), Asavi- die Gewürzmanufaktur, Doris Kratkey (Bliesgau Genuss) und Tante Emmas Veganeria Saarbrücken. Hintergrund ist der Johannistag, der traditionell am 24. Juni gefeiert wird. Er steht meist in engen Zusammenhang mit der Sonnwendfeier, da zu diesem Zeitpunkt der längste Tag ist. Gleichzeitig beginnt ab dem Johannistag die Walnusssaison. Im Bliesgau ist das Aufkommen an Walnüssen recht hoch und zählt zu dem stärksten im ganzen Saarland. Die Römer brachten die Walnüsse ursprünglich hierher.


An den beiden Tagen des Festes widmeten die Veranstalter ihre Speisen dieser Frucht. So gab es bereits am Samstagabend einen „Walnussauftakt“ in Form von Flammkuchen mit Walnüssen aus dem neuen Steinbackofen des Kultur- und Landschaftszentrums. Nachhaltiges und leckeres Essen war das indirekte Motto. Auch sonst waren die Walnüsse und Hülsenfrüchte des Bliesgaus der Schwerpunkt der Veranstaltung. Neu war dieses Mal die 1. Bliesgau-Samenbörse, für die sich Patric Bies und Nicole Schuh verantwortlich zeigten. „Viele haben Samen auf dem Speicher und wissen es nicht“, erklärte Rosi Bachmann.

Große Industriekonzerne hätten mittlerweile das Monopol auf Samen, was für den Verbraucher das Umgehen der Kommerzialisierung immer schwieriger machen würde. Man könne kaum noch Samen selbst züchten. Ein Bekannter verfügt gar über Samen der bekannten Lautzkircher Stangenbohnen. Aus diesem Grund haben sich etwa zehn Menschen beim Fest zusammengefunden und gegenseitig Samen getauscht.



Zwar musste Sänger Manuel Sattler krankheitsbedingt absagen. Dafür sprang DeeBee Alternative Acoustic Rock, der bereits am Samstag für die musikalische Unterhaltung sorgte, ein. Autor und Lyriker Volker C. Jacoby begab sich am Sonntagnachmittag in die Weinberge rund ums Haus Lochfeld und trug dort Texte vor. „Wir wussten gar nicht, wie schön es hier ist. Bekannte haben uns mitgenommen“, freute sich Gerd und seine Frau Annika Steinmann aus Saarwellingen.