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Chor 98 feiert Geburtstag
Von Abba bis zur Münchener Freiheit

Der Chor 98 bei seinem Konzert zum 20-jährigen Bestehen in der Ommersheimer Saarpfalz-Halle, links Dirigent Friedel Hary. 
 
Der Chor 98 bei seinem Konzert zum 20-jährigen Bestehen in der Ommersheimer Saarpfalz-Halle, links Dirigent Friedel Hary. 
 
Der Chor 98 bei seinem Konzert zum 20-jährigen Bestehen in der Ommersheimer Saarpfalz-Halle, links Dirigent Friedel Hary.   Der Chor 98 bei seinem Konzert zum 20-jährigen Bestehen in der Ommersheimer Saarpfalz-Halle, links Dirigent Friedel Hary.   FOTO: Jörg Martin
Ommersheim. Mit einem für das Publikum begeisternden und für die Musiker unvergesslichen Konzert feierte der Chor 98 seinen 20. Geburtstag. Von Jörg Martin

„Das war vor 20 Jahren eine revolutionäre Sache“, sagte Werner Zeitz am Samstagabend. Der erste Vorsitzende des Kreischorverbandes St. Ingbert lobte den Chor 98. Der hatte in die Saarpfalzhalle zu einem ausverkauften Konzert anlässlich seines 20-jährigen Bestehens eingeladen. Zeitz musste zugeben, dass er noch nie einem Chor zu einem solch jungen Jubiläum gratulieren durfte. Das sei damals ein mutiger, neuer Schritt gewesen, blickte der Verbandschef zurück. Hätten dies andere Sänger in anderen Orten doch auch nur gemacht. Heute würde er gerne die Attribute „jung, dynamisch und erfolgreich“ verwenden, um den jüngsten Spross der Chorgemeinschaft Ommersheim zu beschreiben, so Werner Zeitz.


In die gleiche Richtung tendierte auch Stephan Piorko. Der Ortsvorsteher verwendete die Begriffe „sehr abgefahren“ und „megastark“. „Das ist kein Liedvortrag. Man sieht, dass ihr die Musik lebt“, lobte Piorko die Sänger. „Wir hätten nicht geglaubt, dass es so lange gut geht“, blickte auch Markus Wenzel zurück, Vorsitzender des Chor 98. „Wir sind stolz, dass Sie in ein besonderes Konzert geraten sind“, so Wenzel weiter. Es sei das erste Konzert, welches ohne fremde Chöre stattfindet. „All you need is love“, hatten die Organisatoren den Abend umschrieben. Begleitet von der Happy House Band und Sänger Sven Gross spannten die Sänger den Bogen mehr als weit. Verantwortlich dafür ist seit Gründung des Chors dessen Leiter Friedel Hary, der alle Titel an diesem Abend auch neu arrangiert hatte. Für die Ommersheimer scheint der Chor ein Traum zu sein. Der Titel der Münchener Freiheit „So lange man Träume noch leben kann“ passte zum Einstieg wie das Deckelchen zum Topf.

Ungewöhnlich für einen Chor war zweifelsohne „Nothing else matters“. Wann hat man bei einem solchen Konzert schon einmal einen progressiven Titel von Metallica hören können? „Wenn Sie nun glauben, sie hören schwedische Volksmusik, sind sie abba-gläubisch“, scherzte Markus Wenzel in seiner Moderation. Doch der Chor nahm nahezu alle bedeutenden Titel von Abba auf und steigerte so die Stimmung. Auch Friedel Hary schien alles zu geben. Der Chor und sein Chef wippten, tanzten und traten den Beweis des Ortsvorstehers an, die Musik tatsächlich zu leben. Bei „Waterloo“ hatte Keyboarder Simon Hartz sein Saxofon-Solo. Mit „The Logical Song“ rechnete der ein oder andere nicht zwangsläufig. Doch der Chor 98 machte den Supertramp-Titel zum Impuls des ersten Gänsehautfeelings des Abends.



„Das ist der erste Mitmach-Titel für heute Abend“, meinte Friedel Hary, als er „It’s my life“ ankündigte. Stimmt, auch Bon Jovi erwartet man nicht bei einem solchen Konzert. Der ausgeprägte Humor des Chors offenbarte sich unter anderem bei „It’s raining again“, als ein Sänger einen Schirm hochhielt.

Auch in Sachen Kleidung zeigte sich an diesem Abend, dass es nicht immer stocksteif zugehen muss. Weiße Oberteile und Jeans, Dirigent und Band trugen schwarze Polo-Shirts, offenbarten auch optisch die passende Lockerheit eines mehr als kurzweiligen Konzertabends in der Saarpfalz-Halle.