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| 14:25 Uhr

Ormesheim
Bürgermeister wurde von Narren in Ketten gelegt

Zum Erbarmen sah Bürgermeister Gerd Tussing (rechts) aus, nachdem ihn die Mandelbachtaler Narren in Ketten gelegt hatten.
Zum Erbarmen sah Bürgermeister Gerd Tussing (rechts) aus, nachdem ihn die Mandelbachtaler Narren in Ketten gelegt hatten. FOTO: Fredi Brabänder
Ormesheim. Hunderte Faasebooze feierten am Fetten Donnerstag den Rathaussturm erstmals im Ormesheimer Festsaal Niederländer. Von Joachim Schickert

Das hatte sich Mandelbachtals Bürgermeister Gerd Tussing fein ausgedacht: Als Cowboy Jesse James verkleidet, erwartete er am Fetten Donnerstag um 11.11 Uhr die Mandelbachtaler Narrenschar, die Einlass ins Ormesheimer Rathaus begehrte, um bis Aschermittwoch die Macht zu übernehmen. Doch die bestens organisierten Faasebooze, an ihrer Spitze die Vertreter aus den Hochburgen Ommersheim, Bebelsheim und Bliesmengen-Bolchen, einschließlich dem Ommersheimer Prinzenpaar Jana I. (Ruffing) und Sebastian „Tabbi“ I. (Tabillion), ließen sich nicht abschrecken und sendeten eine erste verbale Salve ab: „Die Beamte do drinn unn die Narre do drause, heren gudd zu ihr Schlofbanause, ihr Briefabstempler unn ihr Aktestapler, ihr Gebühreintreiwer unn Streiautofahrer, ihr Stroßekehrer unn Friedhofsgärtner, ihr Akteabstawer und Pensionsanwärter, ihr Hausmeischter unn ihr Selbschdverwalter, ihr Standesbeamte unn die vom Sozialhilfe-Schalter, ihr Schreibmaschinequäler unn ihr Passaussteller, ihr Sesselfurzer unn ihr Streusalzbesteller, ihr Ratsmitglieder unn Ortsvorsteher, ihr Kämmerer unn Rechtsverdreher, ihr Nichtnutze in diesem Rathausgemäuer, fa eich zahle mir immer treu unser Steuer“, so der Bebelsheimer Bertram Nagel vor dem Verwaltungsgebäude, der in seiner Schmährede von Martin Ruffing von den Ommersheimer „Sackschissern“ unterstützt wurde.

Bürgermeister Tussing, nicht verhandlungsbereit, konterte vom Rathausfenster: „Wie siehn ihr dann aus? Komische Hüte, bunte Gewänder, damit komme ner net hoch übers Geländer. Ihr Narre, was wolle ihr eichentlich hier. Hier gibt’s heute kein Bier. Drunne im Saal wird gefeiert, net da unne rumgeeiert. Für die Kinner hann ich ganz viel Gutsjer dabei, werf ich ne zu mit ganz viel extra Allerlei.“ Doch das närrische Volk ließ sich nicht beschwichtigen: „Herr Bürgermeister, gibt es noch Bedenken? Dann wär jetzt der Zeitpunkt die weiße Fahne zu schwenken. Lass das leere Geplapper und du dich ergenn. Sunsch nemmt das heit an dem Rathaus känn Enn. Ma kumme jetzt hoch unn dich in Kette fixiere, um dich dann zum Saal do nunner se fiere. Dunn jetzt all Ausgäng schnell besetze, es bleibt unberechenbar, de Fasenachtsgeheimdienst meldet, es besteht höchste Fluchtgefahr. Hann mir de Bürgermeischder drause, sperre na zu ganz ohne Getue. Wie immer herrscht dann im Rathaus ganz stille Ruhe“. Tussing versuchte, das Unabwendbare doch noch abzuwenden: „Gefesselt hat mich noch keener, das wär jo auch noch scheener. Wo kumme man da hin, wenn eh jeder de Biermeister könnt fessele, ihr Narre schaffe eich hemm in eire Wohnzimmersessele.“ Doch schließlich zeigt er dann doch die weiße Fahne der Kapitulation am Rathausfenster. Der Mandelbachtaler Verwaltungschef wurde schließlich in Ketten gelegt und zum Feiern in den Saal Niederländer abtransportiert. Hunderte Faasebooze, darunter viele Kinder, zogen in farbenfrohen Kostümen mit und sorgten unter dem Motto „Glitzer, Glamour und Ganoven“ im Saal für Jubel, Trubel, Heiterkeit.