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Deutsch-französische Feuerwehr-Übung
Wehr-Freundschaft soll enger werden

Deutsche und französische Feuerwehrmänner arbeiteten bei der gemeinsamen Schauübung in Bliesmengen-Bolchen Hand in Hand.
Deutsche und französische Feuerwehrmänner arbeiteten bei der gemeinsamen Schauübung in Bliesmengen-Bolchen Hand in Hand. FOTO: Wolfgang Degott
Bliesmengen-Bolchen. Bei einer gemeinsamen Übung der Feuerwehren aus Bliesmengen-Bolchen und dem französischen Wiesviller-Woelfling konnten Kupplungsstücke auf beiden Seiten schon die technischen Unterschiede überbrücken. Von Wolfgang Degott

Aufheulende Sirenen rissen das verträumte Bliesmengen-Bolchen am frühen Abend aus seiner Ruhe. Kurze Zeit später ertönte das Martinshorn des Feuerwehrfahrzeuges der einheimischen Wehr auf seinem Weg zur Bliestalhalle. Es begann eine Übung, die von folgender Gefahrenlage ausgegangen war: Brand der Halle, zwei vermisste Personen, vernebelte Halle. Um der Flammen Herr zu werden, wurde zur Verstärkung noch die Partnerwehr aus dem französischen Wiesviller-Woelfling angefordert. Sie rückte mit zehn Aktiven an. Nach kurzer Absprache zum Beginn der Schauübung retteten je zwei Atemschutzgeräteträger aus Frankreich und Deutschland die Personen, brachten sie in Sicherheit. Nachdem die Freundschaft vor 45 Jahren besiegelt worden war, hatte man sich im vergangenen Jahrzehnt etwas auseinandergelebt. Löschbezirksführer Manuel Fillgraf, der 38 Aktive in seiner Wehr zählt, erinnerte daran, dass vor zwei Jahren beim Besuch des Feuerwehrfestes im 1000 Einwohner zählenden Grenzdorf der Kontakt mit den Sapeurs Pompiers wieder aufgenommen wurde. Nachdem man im vergangenen Jahr noch ein gemeinsames Fußballspiel absolviert hatte, war das Eis endgültig gebrochen.


„Beide Wehren haben viele neue junge Mitglieder. Wir wollen enger zusammenarbeiten und die Freundschaft soll wieder vertieft werden“, so Fillgraf. Insbesondere das Kennenlernen des unterschiedlichen Materials, aber auch neue Ideen kennen zu lernen, seien die Antriebsfedern. Schon bei dieser historischen Übung mit insgesamt 38 Teilnehmern hätten Kupplungsstücke auf beiden Seiten die Unterschiede überbrücken können. Lieutenant Hubert Karmann freute sich, beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im Feuerwehrgerätehaus, dass es nach der Lockerung der Vorschriften im vergangenen Jahr nun wieder möglich sei, ausgestattet mit einer entsprechenden Genehmigung, die Landesgrenzen zu überschreiten.

Zaungast der Übung, die als gelungen und unkompliziert abgelaufen bezeichnet wurde, war neben Bürgermeister Gerd Tussing auch Ortsvorsteher Hans-Bernhard Faas. Er sprach davon, dass am 29. Oktober 1988 die beiden Feuerwehrleiter Remi Schwarz aus Wiesviller und Bliesmengens damaliger Löschbezirksführer Günter Lauer, einen Gedenkstein enthüllt und zwei Linden gepflanzt hatten, die die Verbindung dokumentieren sollen. Sie erinnern an die Freundschaft, die 1973 besiegelt worden war. Er bedauerte aber auch, dass die Dorfpartnerschaft zwischen Bliesmengen-Bolchen und Sains Richaumont, 80 Kilometer nördlich von Reims an der belgischen Grenze gelegen, etwas eingeschlafen sei.



Sie kann 2019 ihren 45. Geburtstag feiern und soll ebenfalls wiederbelebt werden. Darüber hinaus sei er derzeit dabei, eine engere Bande zum französischen Nachbarort Blies-Schweyen, mit dem man durch eine Bliesbrücke verbunden ist, zu knüpfen. Demnächst soll dazu ein Treffen stattfinden.

Deutsche und französische Feuerwehrmänner arbeiteten bei der gemeinsamen Schauübung in Bliesmengen-Bolchen Hand in Hand
Foto: Wolfgang Degott
Deutsche und französische Feuerwehrmänner arbeiteten bei der gemeinsamen Schauübung in Bliesmengen-Bolchen Hand in Hand Foto: Wolfgang Degott FOTO: Wolfgang Degott