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Mallorca-Marathon
Beim Marathon auf Mallorca Spenden für Tierheim sammeln

Werner Gambel mit seinen beiden Mischlingshunden nimmt am Sonntag am Palma de Mallorca-Marathon teil.
Werner Gambel mit seinen beiden Mischlingshunden nimmt am Sonntag am Palma de Mallorca-Marathon teil. FOTO: Jörg Martin
Ommersheim. Von Jörg Martin

An diesem Sonntag ist für Werner Gambel ein besonderer Tag. Dann nämlich nimmt er am Palma de Mallorca-Marathon teil. Angesichts nichts Ungewöhnliches, denn Gambel läuft schon seit etlichen Jahren und hat bereits bei vergleichbaren Veranstaltungen in New York, Köln, Berlin und Frankfurt sowie auf den Kanaren und in Griechenland teilgenommen.


„Ich war aber noch nie zum Laufen auf Mallorca“, gesteht der Ommersheimer. Damit nicht genug. Er läuft für einen guten Zweck. Werner Gambel möchte für einen Saarbrücker Verein mit dem Namen „Ein Zuhause für verlassene Tiere“ Spenden sammeln. Der Zusammenschluss rettet Hunde davor nach einer gewissen Zeit in Auffangstationen eingeschläfert zu werden. Die Mallorquiner haben ein anderes Verhältnis im Umgang mit Hunden und Katzen, lässt Gambel die SZ wissen. Er und seine Frau Sabine sind Hundefreunde. Über den Verein bekamen sie Kontakt zu einem Tierheim in Artà, einer Stadt im Nordosten der Baleareninsel.

Im Februar letzten Jahres haben die Gambels erst den Rüden Linus, ein verängstigter Straßenhund, und im April 2017 die Hündin Luzie von dort bekommen. Das Paar hat die beiden Hunde quasi wie die Katze im Sack gekauft. Nur Fotos habe man vorher gesehen. Beide sind Mischlinge, deren Alter man nur schätzen kann und deren Vorgeschichte man nicht kennt. Das sei quasi ein Ersatz gewesen, da ihr langjähriger Berner Sennenhund verstorben sei. So ganz ohne Hund ging es dann doch nicht. Man habe sich zwar auch in deutschen Tierheimen umgesehen, aber da sei der Funke nicht so richtig übergesprungen. Zehn Tötungsstationen mit rund 180 Plätzen gibt es auf der liebsten Insel der Deutschen. Hunde, die keinen Chip zur Identitätsfeststellung tragen und die, die am längsten da sind, werden zuerst getötet. Es komme vor, dass Tiere einfach abgeben werden, wenn man ihrer überdrüssig ist. „Man darf sich das nicht so einfach vorstellen. Das ist eine völlig andere Mentalität im Vergleich zu Deutschland“, sagt Gambel ernst. Auch seien die Hygienestandards andere. Die Pflegeeltern des Vereins päppeln die Tiere auf. Der Hund kommt dann mittels Flugpate nach Deutschland. „Die empfehlen Hunde an Leute mit Erfahrung“, versichert der Sportler.



Werner Gambel läuft am Sonntag zweimal 21 Kilometer rund um die Kathedrale von Palma. Es wird der einzige Marathon für ihn in 2018 sein. Da er natürlich die beiden Hunde mitnehmen wird, reist er mit dem Auto und nutzt die Fähre via Toulon. „Jeder kann spenden, was und wieviel er will. Es gibt keinen Mindestbetrag. Auch Futterspenden sind willkommen“, fasst Gambel zusammen. Damit auch die Leute in der mallorquinischen Hauptstadt auf ihn aufmerksam werden, hat er eigens ein weißes Laufshirt mit „Werner läuft“ anfertigen lassen. Gambels ist Kassenprüfer im Verein „Ein Zuhause für verlassene Tiere“. Seine Frau Sabine ist stellvertretende Vorsitzende. Schriftführerin ist etwa die Krimiautorin Elke Schwab.