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Bilder zur Heimatgeschichte
Geschichte des Dorfes lebendig halten

Die „Kalendermacher“ des Arbeitskreises Dorfgeschichte 2003 zusammen mit Ortsvorsteher Stephan Piorko: Norbert Hartz, Johannes Rebmann, Esther Wannemacher, Gerhard Lang und Martin Wannemacher (von links).
Die „Kalendermacher“ des Arbeitskreises Dorfgeschichte 2003 zusammen mit Ortsvorsteher Stephan Piorko: Norbert Hartz, Johannes Rebmann, Esther Wannemacher, Gerhard Lang und Martin Wannemacher (von links). FOTO: Jörg Martin
Ommersheim. Der Arbeitskreis Dorfgeschichte 2003 stellte in Ommersheim den neuen Dorfkalender für das kommende Jahr vor.

„Und hier setzen wir nahtlos unsere Dorf- und Kirchengeschichte fort“, rief Norbert Hartz vom Arbeitskreis Dorfgeschichte 2003 am Dienstagabend den Besuchern im Nebenzimmer der Saarpfalz-Halle zu. Die waren wie jedes Jahr erschienen, um sich den neuen Dorfkalender für 2019 mittels eines Vortrages zeigen zu lassen. Es ist der 15. Kalender, den der Arbeitskreis herausgegeben hat. Wie bereits 2018, setzt der Kalender die Würdigung des Festumzugs am 31. Mai 1959 zur 1000-Jahr-Feier Ommersheim fort. In der Zeit vom 30. Mai bis 2. Juni 1959 stand das Dorf regelrecht Kopf. 15 Fuß- und fünf Reiter- sowie fünf Musikgruppen nahmen an der Parade teil. Beim Festzug widmete man sich der geschichtlichen Darstellung des Ortes.


Von dem eigentlichen Plan, bei der 2019er-Version den vollständigen Rest der Bilder zu zeigen, sei man abgekommen, erklärte Norbert Hartz bei der Präsentation. Dafür sei die Auswahl an Fotos viel zu groß gewesen. Deshalb wird auch der Kalender 2020 die weiteren, verbliebenen Fotos des Festumzuges zum Thema haben. So sei die Ommersheimer Geschichte besser lebendig zu halten, hofft der Kalendermacher. „Man kann durchaus sagen, dass die Geschichte durchaus 500/600 Jahre früher beginnt“, betonte Hartz. Die Römer hätten bereits Spuren hinterlassen, was an der Villa Rustika am Nußweilerhof sichtbar sei. Das Titelbild des Kalenders 2019 zeigt eine historische Postkutsche, die die damalige Oberpostdirektion zur Verfügung gestellt hatte.

Früher gab es nämlich beim Lokal „Zum Lamm“ eine Pferdewechselstation der Bayrischen Post (Direktion Speyer). Daran konnten sich auch etliche der Anwesenden noch gut erinnern. Eine Augenzeugin konnte bei der Präsentation auch noch ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. In der Kutsche saßen nämlich damals die ältesten Ommersheimer Gustav Dawo und August Hofmann. Auf dem Bock hatten Klaus Lang und Alfred Dawo Platz genommen. Die Pferde „Leball“ und „Charlott“ zogen das Gefährt. Spannung verspricht auch der Hintergrund des Januar-Bildes. Man kann sich heute kaum vorstellen, dass 1770 die umliegenden Orte keine eigene Kirche hatten. Auch St. Ingbert nicht. So kam es, dass die Pfarrgemeinde Ommersheim hieß und selbst die „Dengmerter“ hierher zum Gottesdienst kamen. Texte, die Norbert Hartz bei der Vorstellung des Kalenders vorlas, beweisen dies.



Das Januar-Bild zeigt die Saarpfalz-Straße in der die Umzugsteilnehmer in barocken Kostümen auf das Kirchenthema hinweisen. Auch Leute aus Heckendalheim nahmen am Festumzug teil. Das März-Foto zeigt eine Gruppe des Gesangvereins Liederkranz Heckendalheim. Die Sänger stellen die Familie derer Von der Leyen dar. Der Gräfin werden 25 Beschwerdepunkte der Bauern überreicht. Folglich ist im April die Truppe zu sehen, die Gräfin Marianne gegen die Bauernrevolte hilft. „Da oben stehe ich. Die da im weißen Kleid“, entdeckte eine anwesende Frau sich selbst auf dem Bild. Auch die Männer, die in der Nähe standen, wurden enträtselt. Der Arbeitskreis verdankt den Autoren der Festschrift „1000 Jahre Ommersheim“, dass er die Dorfgeschichte nachvollziehen kann.