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Obst- und Gartenbauverein
Geburtstags-Party an der Kelterstube

Die Bayerische Blaskapelle des Musikvereins Ommersheim unterhält am Sonntagvormittag die Besucher der OGV-Jubiläumsveranstatung.
Die Bayerische Blaskapelle des Musikvereins Ommersheim unterhält am Sonntagvormittag die Besucher der OGV-Jubiläumsveranstatung. FOTO: Becker & Bredel / bub
Ommersheim. Mit einer Obst- und Gemüseausstellung feiern die Ommersheimer Obst- und Gartenbauer ihr 110-jähriges Bestehen. red

(red) Am Samstag und Sonntag, 15. und 16. September, feiert der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Ommersheim sein 110-jähriges Bestehen in der Obstlagerhalle der Kelterei in der Neuwiesstraße. Unter der Schirmherrschaft des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans gibt es eine Obst- und Gemüseausstellung sowie eine Produkt-Präsentation.


Nach der Eröffnung um 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen wird am Samstag ab 16 Uhr ein Schaubrand in der Brennerei gezeigt. Um 17.30 Uhr haben die Gäste das Wort. Ab 20 Uhr unterhält der Musiker Michael Marx. Auf der Speisekarte stehen Saumagen mit Brot, Flammkuchen und Rostwürste. Der Sonntagmorgen beginnt mit einem Frühschoppen mit der Bayrischen Blaskapelle des Musikvereins Ommersheim um 11 Uhr. Zum Mittagessen gibt es Spießbraten mit selbst gemachtem Kartoffelsalat und Rostwürste, danach Kaffee und Kuchen.

Der OGV Ommersheim wurde am 8. Januar 1908 von 50 anwesenden Männern in der damaligen Wirtschaft Hofmann, heute Gasthaus Spielmanns, auf Anregung des rührigen Ortspfarrers und Naturfreundes Jakob Kuhn gegründet. Kuhn war von 1894 bis 1911 Pfarrer in Ommersheim. Die damaligen Statuten des Obstbaumvereins, wie er sich ursprünglich nannte, ließen nur „unbescholtene Männer über 16 Jahre“ als Mitglied zu. Eine Kopie dieser ersten Satzung ist noch heute in der Kelterstube des Vereins zu sehen. Von Beginn an setzte unter dem ersten Vorsitzenden Josef Vogelgesang, der die Geschicke des Vereins über zwanzig Jahre leiten sollte, ein reges Vereinsleben ein.



Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges im September 1939 kam das Vereinsleben komplett zum Erliegen. Die Neugründung erfolgte erst drei Jahre nach Kriegsende am 22. Februar 1948. Zum Vorsitzenden wurde damals Josef Walle gewählt, der bereits vor dem Krieg dieses Amt innegehabt hatte. In den Nachkriegsjahren bedeutete der eigene Garten am Haus und der Obstanbau, vor allem am Ortsrand, immer noch ein hohes Maß an Versorgungssicherheit mit selbst erzeugtem Obst und Gemüse.

Als im Februar 1953 Gustav Hartz das Amt des Vorsitzenden übernahm, war dies erneut mit einer raschen Aufwärtsentwicklung für den Verein verbunden. Immer mehr trat der Wunsch nach einer eigenen Obstverwertungsanlage in den Vordergrund. Schließlich stellte die Gemeinde 1956 ein günstiges Gelände in der Neuwiesstraße zur Verfügung. Die Finanzierung des Neubaus erfolgte durch die Vereinsmitglieder, die zinslose Darlehens gaben, wodurch damals 600 000 Franken zusammenkamen.

Nicht zuletzt bedingt durch über 1400 unentgeltliche Arbeitsstunden der Mitglieder konnte noch vor Einbruch des Winters der erste Bauabschnitt realisiert werden. Am 31. Oktober 1956 stellte man in  der Süßmosterei den ersten Apfelsaft her, und im Dezember des gleichen Jahres ging auch die Brennerei in Betrieb. Die Generalversammlung 1969 fasste den Beschluss, die bestehende Obstverwertungsanlage baulich zu erweitern. Die Güdinger Baufirma Huppert nahm den Erweiterungsbau im Oktober 1971 in Angriff, die Arbeiten waren 1972 abgeschlossen, der dafür aufgenommene Kredit bis 1977 abbezahlt. Über die Jahre folgten später noch einige Sanierungsarbeiten und Investitionen in das bis heute vom OGV-Ormesheim genutzte Gebäude.

Im Jubiläumsjahr hat der Verein rund 200 Mitglieder und zeigt sich unter dem Vorsitz von Martin Eifler und Jürgen Berresheim bestens aufgestellt, um den vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen im Jahr des 110-jährigen Bestehens und auch denen der kommenden Jahre erfolgreich gewachsen zu sein.