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Warum dieser Kreisel?

Über Kunst lässt sich ja bekanntlich streiten, über die Standorte auch? In St. Ingbert steht ein solcher Streit, nach fünf Jahren wieder in den Startlöchern. Die Rede ist vom Kreisel in der Ensheimer Straße. Eine umstrittene Statue und eine Nacht- und Nebel-Aktion des ehemaligen Oberbürgermeisters Georg Jung machten diesen St. Ingberter Kreisel im Saarland berühmt. Plötzlich ist sie da gewesen, die Statue des heiligen Ingobertus. Einigen gefiel das Objekt nicht, andere sorgten sich um die Sicht der Autofahrer. Die meiste Kritik erhielt der heimliche Alleingang des ehemaligen Oberbürgermeisters. Monatelnag rissen die Diskussionen nicht ab, selbst nachdem die Kreisel-Statue wieder abgebaut wurde. Jetzt steht sie auf einem grünen Abstellgleis umringt von hohem Gras. Die St. Ingberter haben Frieden mit der Aktion und der Statue geschlossen. Dieser Frieden ist nun gefährdet. Fünf Jahre sind vergangen. Scheinbar genug Zeit, um Gras über die Sache wachsen zu lassen und die selben Fehler wieder zu begehen? Ohne Zustimmung des Stadtrates entschied Wagner über einen Wettbewerb zur Anfertigung einer Alber-Weisgerber-Statue. Und schon wieder soll die Kunst im Kreisel stehen. Die Vorgehensweise erinnert doch stark an den Alleingang seines Vorgängers, den der derzeitige Oberbürgermeister vor Jahren scharf kritisierte: Der Stadtrat wurde nicht informiert, es gab keine Abstimmung über Objekt oder Standort. Stadtrat und Pressesprecher erfuhren erst aus der Presse über die Absicht des OB. Nur vor vollendete Tatsachen hat Wagner die Bürger nicht gestellt. Hier ein Vorschlag um zukünftigen Ärger zu vermeiden: Der Stadtrat, als Vertretungsorgan der Bürger, sollte über so ein Vorhaben informiert werden, ebenso die St. Ingberter selbst. Und um die Menschen nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen, könnte der OB zu einem solchen Projekt ja zukünftig die Bürger befragen: Ob sie eine solche Statue wollen und wo sie stehen soll. Stephanie Schwarz