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Homburger Großprojekte
Hohenburgschule wird saniert, aber es wird noch dauern

 Nachdem zu Beginn des Jahres eine Sanierung der Hohenburgschule mit Mitteln der EU bis 2022 möglich schien, geht dieses Projekt nun erstmal in eine erneute Prüfung.
Nachdem zu Beginn des Jahres eine Sanierung der Hohenburgschule mit Mitteln der EU bis 2022 möglich schien, geht dieses Projekt nun erstmal in eine erneute Prüfung. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Ob die großen Pläne für den Schlossberg verwirklicht werden, hängt von den Zuschüssen ab, betont Bürgermeister Forster. Von Thorsten Wolf

Über Jahre hinweg ging es in Sachen „Sanierung der Hohenburgschule“ nicht wirklich voran. Dann, zu Beginn von 2019, schien es so, als komme nun zügiger Fahrt in dieses Projekt als von allen erwartet. Da nämlich stellte der inzwischen auf seine Suspendierung wartende Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind in Aussicht, die Sanierung mit Mitteln aus EU-Töpfen stemmen zu können. Dazu wäre es notwendig gewesen, bis Mitte 2019 entsprechende Unterlagen einzureichen. Und: Wäre es zu einer Förderung gekommen, dann hätte das Projekt bis zum 31. Dezember 2022 auch rechnerisch abgeschlossen sein müssen (wir berichteten). Die große Herausforderung: Für diesen Zeitraum war quasi zeitgleich auch die touristische Aufwertung der Schlossberghöhlen mit einem neuen Eingangsbereich und einem Aufzugsystem von der Altstadt aus geplant.


Am vergangenen Mittwoch, beim Heringsessen der Stadt, griff Homburgs Bürgermeister Michael Forster, derzeit für Schneidewind kommissarischer Verwaltungschef, diese beiden Groß-Projekte in seiner Rede auf. Und zumindest bei der Sanierung der Hohenburgschule stieg Forster deutlich auf die Bremse: „Die ehemalige Hohenburgschule werden wir sanieren. Wir werden nur etwas den zeitlichen Druck raus nehmen. Eine schnelle Umsetzung ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen einfach nicht machbar. Wir wollen zuerst mit den Gremien über die zukünftige Nutzung diskutieren und danach entscheiden. An der zukünftigen Nutzung orientiert, werden wir dann die Sanierung angehen.“

Damit steht derzeit wohl wieder in den Sternen, was und wann etwas mit der Hohenburgschule passiert. Doch Forsters Absicht, hier Druck aus dem Kessel zu nehmen, scheint angesichts der Haushaltslage nachvollziehbar, denn: Auch wenn Fördermittel Dritter zur Verfügung stehen, muss die Stadt Homburg immer noch einen Eigenanteil aufbringen. Und nimmt man hier als Kulisse, dass schon für das Jahr 2019 ein Nachtragshaushalt mit zusätzlichen Einsparungen von 1,4 Millionen nötig war, um die Kommunalaufsicht zufrieden zustellen, und man dazu noch berücksichtigt, dass es nötig ist, einen wesentlichen Teil dieser Summe aus den Kassen der stadteigenen Homburger Stadtbus und Parkhaus Gesellschaft zu bestreiten, dann kann man sich vorstellen, dass sich die finanzielle Lage der Stadt auf Sicht kaum verbessern wird.



Diesen Aspekt betonte Forster auch, als es um den Schlossberg ging. „Die touristische Erschließung des Schlossbergs mit der Neugestaltung des Besucherzentrums der Schlossberghöhlen geht nun in die entscheidende Phase. Der Antrag auf Förderung wird derzeit erarbeitet. Er muss Ende März abgegeben werden. Dann stehen wir vor der alles entscheidenden Frage, ob und in welcher Höhe die zugesagten Zuschüsse tatsächlich fließen. Davon wird der von der Stadt zu tragende Eigenanteil abhängen und es wird die Entscheidung zu treffen sein, ob und wie wir das Projekt weiter verfolgen. Darüber muss dann der Stadtrat entscheiden.“

Diese Aussage Forsters führte bei den Gästen im Saal zu unterschiedlichen Interpretationen. Sahen die einen in den Worten des Bürgermeisters ein klares Bekenntnis zu den Schlossberg-Plänen, vermuteten andere, Forster haben hier eine Tür aufgemacht, die auch einen Rückzug oder ein inhaltliches Abweichen von den Plänen ermöglichen, sollte es die finanzielle Lage der Stadt erfordern. Wer nun am Ende mit seiner Einschätzung Recht hat, das wir die Zukunft zeigen. Forster machte aber klar: „Die Großprojekte in Homburg werden wir genau unter die Lupe nehmen.“

Bei einer anderem Projekt, der Digitalisierung, zeigte sich der Bürgermeister sicher, hier in die Zukunft der Stadt zu investieren.

Homburg werde durch „innovative Technologien“ sowohl die Lebensqualität der Bürger steigern als auch die Rahmenbedingungen für Unternehmen verbessern. Dies sei ein wichtiger Standortfaktor.