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Leser-Reporter
Zähes Ringen um mehr Barrierefreiheit

Gerade das Überqueren der Durchfahrtsstraße im Ort ist für Werner Leis mit dem Rollstuhl schwierig.
Gerade das Überqueren der Durchfahrtsstraße im Ort ist für Werner Leis mit dem Rollstuhl schwierig. FOTO: Jennifer Klein
Altstadt. Leser-Reporter Werner Leis, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, kämpft seit über einem Jahr für abgesenkte Bordsteine in Altstadt. Die Verwaltung sagt baldige Abhilfe zu. Von Jennifer Klein

Für längere Wege ist Werner Leis aus Altstadt auf den Rollstuhl angewiesen. Das allein wäre für den Senior weniger ein Problem, aber was ihn schon seit längerem untreibt und weswegen er sich – weil keine Besserung in Sicht sei – als Leserreporter an die SZ gewandt hat: Gerade in seinem Heimatort Altstadt, wo er in der Straße Zum Galgenberg wohnt, muss er sich stellenweise unter erschwerten Bedingungen bewegen. „Die Bordsteine an den Zebrastreifen sind so hoch, dass ich mit dem Rollstuhl ohne eine zweite Person, die mir hilft, nicht hochkomme.“  Gerade im Bereich zwischen der Kurve und dem Zebrastreifen Ortsstraße/Zum Galgenberg müsse er teilweise die Straße benutzen, schildert Leis, weil es mit dem Rollstuhl am Zebrastreifen so schwierig sei, auf den Gehweg zu kommen.



Schon seit eineinhalb Jahren sei er deshalb mit der Kirkeler  Gemeindeverwaltung im Gespräch, so Leis, der sich zudem Rat und „Verstärkung“ in Person des VdK-Vorsitzenden Andreas Schwarz geholt hat. Schließlich betreffe das Problem ja nicht nur eine Person, sondern auch andere, die mit Rollator oder Kinderwagen unterwegs seien.

Die Gemeinde habe trotz mehrmaliger Ansprache der Angelegenheit bislang nichts unternommen, so Leis und Schwarz unisono, die sich auch von Orts- und Gemeinderat mit ihrem Anliegen allein gelassen fühlen und sich da mehr Unterstützung erhofft hätten. Es heiße von Verwaltungsseite aus immer nur „das liegt in Saarbrücken“, erklärt Werner Leis – dabei habe er einen Brief des Bürgermeisters vorliegen, mit der schriftlichen Zusage, dass die Bordsteine  abgesenkt werden sollten. In dem Schreiben, datiert vom 22. Juni 2017, heißt es wörtlich: „… wird die Gemeinde Kirkel die Bordsteine im Bereich des Fußgängerüberwegs und des Kurvenbereichs „Ortsstraße / Zum Galgenberg“ und im Bereich des Fußgängerüberweges „Glockenturm“ absenken lassen. Ein entsprechendes Angebot einer Baufirma wird eingeholt.“

Und diese Zusage gelte auch noch, die Gemeinde stehe zu ihrem Wort, versichert Claus Eckel von der Bauverwaltung der Gemeinde Kirkel. „Aber es müsste eine halbseitige Sperrung der Ortsdurchfahrt gemacht werden. Und wir hatten ja eine große EVS-Baustelle im Ort bis kurz vor Weihnachten, da wurden uns keine weiteren Sperrungen genehmigt“, führt Eckel aus. Und  dann habe sich die Angelegenheit aus Wettergründen verzögert. Aber es sei alles vorbereitet, es lägen Angebote von Firmen vor, so dass man in Kürze beginnen könne, sobald die Witterung es zulasse, so Claus Eckel abschließend.

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