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„Wir können uns noch was leisten“

Frank John in unserer Redaktion. Er würde gerne weiterhin die Gemeinde Kirkel lenken. Foto: SZ/Maack
Frank John in unserer Redaktion. Er würde gerne weiterhin die Gemeinde Kirkel lenken. Foto: SZ/Maack FOTO: SZ/Maack
Kirkel. Am Sonntag, 11. September, wählt die Gemeinde Kirkel einen neuen Bürgermeister. Zwei Kandidaten treten gegeneinander an. Es sind dies Amtsinhaber Frank John (SPD) und Carsten Baus von der CDU. Wir stellen in unserer kleinen Serie beide Kandidaten vor. Heute Teil 1: Frank John. Christine Maack

Vor acht Jahren, bei Eis und Schnee, wurde Frank John (SPD ) Ende November zum Bürgermeister von Kirkel gewählt. Er hatte sich in einem zweiten Wahlgang gegenüber Armin Hochlenert (CDU ) mit 52,9 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Nun stehen wieder Wahlen an, diesmal am 11. September und vermutlich ohne Eis und Schnee.


Die Gemeinde Kirkel ist noch immer selbstständig und durchaus wohlhabend, was sich auch an der Ausstattung der fünf Kitas zeigt, die sich alle eine zusätzliche französischen Muttersprachlerin als Erzieherin leisten können. Außerdem hatte bisher keines der beiden Freibäder geschlossen werden müssen - was auch nicht in Erwägung gezogen wird. Die Grundschulen sind bestens aufgestellt, Limbach wird nach wie vor als zweisprachige deutsch-französische Grundschule geführt, sodass zugezogene Eltern für ihre Kinder eine Top-Infrastruktur vorfinden. So sieht die Bilanz aus. Doch es sind alles Punkte, die bereits vor Frank Johns Bürgermeister-Zeit von seinem Vorgänger angegangen worden waren. Was ist nun die Leistung der John'schen Bürgermeisterzeit? Dazu befragten wir den amtierenden Bürgermeister anlässlich eines Besuchs in unserer Redaktion.

"Es ist uns gelungen, unser gutes Angebot ohne Abstriche weiter zu erhalten", so John, was angesichts der Sparmaßnahmen in anderen Kommunen nicht selbstverständlich sei: "Wir haben gut ausgestattete Hallen, die von den Vereinen immer noch kostenlos genutzt werden können, unser Burgsommer zieht Tausende Besucher jedes Jahr an, wir haben schöne Wanderwege und eine gute wirtschaftliche Basis in unseren Gewerbegebieten, das heißt, die Gewerbesteuer-Einnahmen erlauben uns ein paar Ausgaben, die sich andere nicht leisten können."

Dass es ihm nicht gelungen sei, ein damaliges Wahlversprechen einzulösen, gibt John zu: "Aus den neuen Baugebieten ist nichts geworden. Das liegt aber nicht an der Gemeinde, sondern an den Bestimmungen der Landesregierung, denn wir haben zu viele Baulücken, die erst zugebaut werden müssen."

Doch John möchte nicht in die Vergangenheit blicken, zu der auch die Panne rund ums Feuerwehrhaus gehört. Er schaut lieber in die Zukunft, für die er die Selbstständigkeit Kirkels gewahrt sieht: "Wir sind eine finanzstarke Gemeinde, unsere Einwohnerzahl ist stabil, unsere Schulklassen sind stets zweizügig, wir haben eine optimale Größe, liegen zentral und können uns selbst tragen." Außerdem sei die Verbundenheit der Einwohner mit ihrer Gemeinde höher "als wenn wir fremdbestimmt werden".



Da John bei seinem Besuch in unserer Redaktion noch einmal bekräftigte, für weitere acht Jahre gerne Bürgermeister in Kirkel bleiben zu wollen, sprach er die kommenden Großprojekte an. "Wir werden das neue Senioren-Dorf in Kirkel-Neuhäusel bekommen, das ist eine schöne Sache mitten im Ort." Im Herbst ziehe der Wasgau-Markt von dort weg, "dann kann man mit den Arbeiten für die Senioreneinrichtung beginnen."

Ein großes Thema der nächsten Jahre wird das Industriegelände Zunderbaum sein, das mit Sicherheit ein erhöhtes Verkehrsaufkommen für Altstadt mit sich bringen wird. "Da müssen wir vorbauen und die Durchfahrt durch Altstadt so gut es geht verhindern", so John, "doch das können wir nicht allein regeln, dazu brauchen wir den Kreis."

Bei den Ansiedlungen auf dem Zunderbaum-Gelände hat die Gemeinde hingegen ein wichtiges Mitspracherecht: "Wen wir auf dem Gelände nicht haben wollen, der kommt auch nicht."

Frank John möchte das Zunderbaum-Projekt gerne weiter begleiten, einer der Gründe, warum er eine zweite Amtszeit ins Auge fasst: "Ich habe vor, noch ein paar Jahre für unsere Gemeinde zu schaffen." Auf die Frage, die dem damaligen Kandidaten Frank John im Jahr 2008 gestellt wurde, was er sich für Kirkel wünsche, hatte Frank John gesagt: "Eine "Burg- und Pferdegemeinde mit einem prosperierenden Gewerbepark am Zunderbaum."

Zum Thema:

Zur Person Frank John wurde am 6. April 1972 in Zweibrücken geboren. Er besuchte die Grundschule in Limbach und das Saarpfalz-Gymnasium in Homburg. Nach dem Abitur studierte John in Saarbrücken Volkswirtschaft und arbeitete danach zunächst in der Bilanzbuchhaltung eines saarländischen Unternehmens, 2003 wechselte er in die Verwaltung des Saarpfalz-Kreises. John trat 1994 in die SPD ein. Nach Posten im Gemeinderat und als Ortsvorsteher von Limbach wurde er im November 2008 in einer Stichwahl zum Bürgermeister der Gemeinde Kirkel gewählt. Frank John ist verheiratet und hat eine fünfjährige Tochter. maa