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„Wieder mehr miteinander reden“

Bürgermeister-Kandidat Carsten Baus (rechts) im Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Alexander Funk.
Bürgermeister-Kandidat Carsten Baus (rechts) im Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Alexander Funk. FOTO: Thorsten Wolf
Altstadt. Am 11. September wählen die Kirkeler ihren Bürgermeister neu. Für die CDU geht der gebürtige Altstadter Carsten Baus ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Bei einem Frühschoppen am Dorfbrunnen kam der Kandidat nun mit Unternehmern und Gewerbetreibenden ins Gespräch. Thorsten Wolf

. Am 11. September sind die wahlberechtigten Kirkeler dazu aufgerufen, ihren Bürgermeister zu wählen. Für die CDU geht der gebürtige Altstadter Carsten Baus ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Gestern nun machte sich Baus im Altstadter Dorfbrunnen auf, gerade mit den Gewerbetreibenden in der Gemeinde das Gespräch zu suchen - bei einem Frühschoppen. Die Gründe für seine Initiative nannte Baus sowohl im offiziellen Teil der Veranstaltung als auch im Gespräch mit unserer Zeitung. "Ich bin auf die Idee zu diesem Frühschoppen gekommen, weil bei verschiedenen Gelegenheiten in den vergangenen Wochen mir sehr viele Unternehmer gesagt haben: Wir würden ja gerne mal mit der Politik sprechen, alleine es kommt ja keiner. Das ist für mich natürlich eine starke Motivation." Baus machte hier klar, dass er diese Gespräch, wie nun gestern gestartet, weiterführen werde, unabhängig vom Ausgang der Wahl am 11. September, "das werden wir dann öfter machen".



Impulse für solche Gespräche mit Unternehmern und Gewerbetreibenden sieht Baus genug. "Wenn ich von Unternehmen im Gewerbepark an der Autobahn höre, dass dort die Mitarbeiter, die kein Auto besitzen, Schwierigkeiten haben, vom Bahnhof ins Gewerbegebiet zu kommen, weil niemand dieses Thema für eine Buslinie entdeckt, dann sind das Sachen, an die wir ran müssen." Auch beim Thema Internet sieht Baus Handlungsbedarf, gerade wenn es um die Bedürfnisse von Unternehmen geht. "Das ist gerade im Gewerbegebiet an der Autobahn, aber nicht nur dort, ein Riesenproblem."

Als konkreten Anlass für sein Zugehen auf die Kirkeler Geschäftswelt nannte Baus, von Hause aus Jurist und derzeit Geschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Vorgänge um das Institut für biotechnische Forschung und Entwicklung Graf (IBFE) in den vergangenen Monaten. Das Unternehmen hatte für eine Labor-Erweiterung am Standort in Limbach geworben, war dabei aber teils auf deutliches Unverständnis gestoßen (wir berichteten).

Baus: "Ich war erschüttert, als ich im Gemeinderat, als es um die Firma Graf ging, feststellen musste, dass niemand wirklich wusste, was das Unternehmen eigentlich macht und was man dort vorhat. Es kamen sofort Gerüchte auf." Er habe es, so Baus, aus seiner Sicht als sehr schade empfunden, dass der Gemeinderat als solcher nicht aus eigenem Bemühen den Kontakt gesucht habe. "Das wollen wir ab heute ändern, nehmen Sie mich beim Wort, dafür stehen wir".

Natürlich nutzte Baus den gestrigen Morgen in Altstadt dazu, auch andere Themen abseits der Gewerbe-Welt anzusprechen, so unter anderem den Haushalt und das Ehrenamt. Gerade bei Letzterem nannte Baus es "unmöglich, dass es keinen Neujahrsempfang gibt, bei dem man den Menschen, die sich ehrenamtlich für Kirkel engagieren, dankt und ihnen Respekt entgegen bringt." Für Baus nicht minder wichtig: "Ich setze mich dafür ein, dass wir in Kirkel wieder mehr miteinander reden."

Vor dem Hintergrund des Frühschoppens gefragt, wie leicht oder schwer es sei, in Kirkel Wahlkampf zu machen, war sich Bau sicher, dass es eigentlich leicht sei, "denn die Menschen freuen sich, mit der Politik sprechen zu können".