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Wieder Bahnlog Thema im Ortsrat

Das Unternehmen Bahnlog in Altstadt ist für einige Bürger seit Jahren Stein des Anstoßes. Nun hat ein positiver Artikel der Naturschutzbeauftragten zu den Umweltschutz-Bemühungen des Unternehmens, das dafür auch einen Preise bekommen hat, für Ärger im Ortsrat gesorgt. Foto: Thorsten Wolf
Das Unternehmen Bahnlog in Altstadt ist für einige Bürger seit Jahren Stein des Anstoßes. Nun hat ein positiver Artikel der Naturschutzbeauftragten zu den Umweltschutz-Bemühungen des Unternehmens, das dafür auch einen Preise bekommen hat, für Ärger im Ortsrat gesorgt. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Altstadt. Im Ortsrat Altstadt gab es ein hauptsächliches Thema: Das Unternehmen Bahnlog sei in einem Artikel der Altstadter Naturschutzbeauftragten zu positiv weggekommen. Das wollte Thomas Grotkamp von den Grünen, der auch privat gegen Bahnlog kämpft, nicht hinnehmen und griff die Naturschutzbeauftragte hart an. Thorsten Wolf

Es ist schon einige Zeit her, da hatte die Altstadter Naturschutzbeauftragte Christiane Nagel einen Artikel in der Zeitschrift "Naturschutz im Saarland", der Verbandszeitung des Nabu, veröffentlicht. Eigentlich keine große Sache - hätte Nagel im besagten Artikel nicht gerade die Naturschutz- und Artenschutzbemühungen des Unternehmens Bahnlog gewürdigt. Zum Hintergrund: Der Betrieb von Bahnlog hat in Altstadt einige Gegner, derzeit ist die Gemeinde in einem Prozess gegen Bahnlog und gegen das Umweltministerium vor dem Oberverwaltungsgericht in Saarlouis in Revision gegangen (wir berichteten mehrfach). Der Grund: Zu viele Umweltbelastungen seien mit Bahnlog verbunden.



In ihrem Artikel allerdings würdigt Nagel aus ihrer Sicht die großen Anstrengungen des Unternehmens für den Naturschutz , und das stößt dem Altstadter Ortsrat in unterschiedlicher Heftigkeit auf. Am vergangenen Dienstagabend, anlässlich der Sitzung des Gremiums, fand vor allem Ortsratsmitglied Thomas Grotkamp von den Grünen kaum ein freundliches Wort für Nagel und ihren Artikel.

Hinzu kommt, dass Grotkamp auch Mitglied der gegen Bahnlog gerichteten Bürgerinitiative "Bibaz" ist und schon lange auch privat gegen das Unternehmen kämpft. So sei aus seiner Sicht die Absicht von Bahnlog, "sich ein gutes Image zu verschaffen", einer der Impulse für den aktuellen Ärger .

"Da kommt die Naturschutzbeauftragte von Altstadt gerade recht. Sie ist im Nabu, ist eigentlich die ideale Gegnerin. Man macht sie zum Freund und benutzt ihre Zeitschrift dazu, einen glänzenden Lobby-Artikel zu schreiben." Und für Grotkamp nicht genug: Da gebe es ja noch ein regionales Möbelunternehmen, das Bahnlog einen Umweltpreis verliehen habe. "Und in der Jury sitzt Christiane Nagel."

Nagel, so direkt angesprochen, verwahrte sich nachdrücklich gegen die Vorwürfe, sie würde für Bahnlog Lobby-Arbeit leisten. "Ich finde es beachtlich, was Sie an haltlosen Unterstellungen zusammentragen. Ihnen ist noch nie in den Sinn gekommen, dass ich das mache, weil ich dahinter stehe? Ich bin weder käuflich, niemand hat mir jemals Geld gegeben, damit ich diesen Artikel schreibe. Auch hat mir keiner vorgegeben, was ich in den Artikel reinschreibe. Und denken Sie wirklich, dass sich die Jury-Mitglieder des Umweltpreises von mir als jüngstem Mitglied vorschreiben lassen, wer den Preis gewinnt?" Grotkamps knappe Antwort: "Das glaube ich!"

Sein Vorwurf galt auch dem Umstand, dass Nagel in ihrer Funktion als Naturschutzbeauftragte von Altstadt den Artikel unterzeichnet habe. Hier wäre es aus seiner Sicht nötig gewesen, vorher den Ortsrat Altstadt über das Vorhaben zu unterrichten. Dass dies nicht geschehen sei, ärgerte Grotkamp. Nagel ihrerseits verwies auf die Unabhängigkeit ihres Amtes. Auch habe sie, bevor sie sich zu dem Artikel entschlossen habe, das Gespräch mit Bürgermeister Frank John gesucht und ihn auch darüber informiert. Und: Sie würde trotz des gegenwärtigen Ärgers den Artikel wieder so schreiben, denn sie finde die Arbeit, die Bahnlog für den Naturschutz leiste, beachtlich.

Ortsvorsteher Peter Voigt (SPD ) fand zwar nicht so deutliche Worte wie Grotkamp, zeigte sich aber auch nicht erfreut über den Artikel. "Was mich an der Geschichte ein bisschen gestört hat, ist, dass der Artikel durch den Zusatz 'Naturschutzbeauftragte von Altstadt ' einen 'offiziellen' Charakter bekommen hat. Und das hat mir in der aktuellen Situa tion nicht gefallen."