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Ostermarkt in Limbach
Vom Hasen bis zum Strickpullover

Sabine Bollert leitet den Ostermarkt seit 20 Jahren. Sie selbst stellte ihre Keramik aus.
Sabine Bollert leitet den Ostermarkt seit 20 Jahren. Sie selbst stellte ihre Keramik aus. FOTO: Sebastian Dingler
Limbach. Beim Limbacher Ostermarkt in der Mühle wurden Liebhaber von Handgemachtem fündig. Von Sebastian Dingler

Wie immer präsentierte sich der Limbacher Ostermarkt am Wochenende vielseitig und gut besucht. „Die Leute standen schon in Trauben vor der Tür, kurz bevor wir aufmachten“, erzählte die Organisatorin des Marktes, Sabine Bollert. Seit 20 Jahren leitet sie den Ostermarkt in der Limbacher Mühle und stellt dabei selbst ihre Keramik aus. Außerdem gibt die Bexbacherin Keramikkurse, sowohl in der Limbacher Mühle als auch bei der Volkshochschule Homburg.


Mit dem ersten Tag war sie zufrieden: „Das ist einfach bekannt hier, die Leute kommen aus Kaiserslautern und Pirmasens hierher.“ Die Organisation des Marktes, der zum 27. Mal stattfand, sei immer sehr anstrengend, da sage auch schon mal jemand kurzfristig ab oder reagiere einfach nicht auf die Anfrage. „Deswegen habe ich eine Liste, wo ich mir bei allen, die in Frage kommen, notiere, ob sie auch ‚Feuerwehr‘ spielen können, also kurzfristig einspringen können“, erzählte Sabine Bollert. Sie habe eine lange Warteliste von Anbietern und müsse von daher immer abwägen, wer verkaufen darf und wer nicht. Ähnlich wie beim Kunsthandwerkermarkt in der Mühle gibt es dafür genaue Regeln, etwa, dass jemand nicht länger als drei Jahre nacheinander ausstellen darf. So kommen auch Neulinge mal zum Zug.

So etwa Melanie Müller und Sylvia Emrich vom bei Birkenfeld gelegenen Bernhardshof: Sie hatten alle möglichen Produkte aus Wolle dabei. Toll, dass man dabei auch erleben konnte, wie aus so einem Klumpen Tierhaare vom Schaf, vom Lama oder von der Angoraziege ein fester Faden entsteht. Emrich setzte sich dazu an das per Fuß angetriebene Spinnrad.

„Das Schwungrad dreht die Spule, dadurch produziere ich Drall, der wandert in die Faser und dadurch wird diese reißfest“, erklärte sie den Prozess. Die andere Methode, Wolle stabil zu bekommen, ist das Filzen: Melanie Müller demonstrierte das mit den Filznadeln, die sie immer wieder in einen Wollklumpen stach. „Die Widerhaken an den Nadeln verreiben die Fasern gegeneinander, dadurch verfilzen die sich. Mit unserer Wolle geht das recht schnell, weil sie nicht chemisch behandelt ist“, meinte sie. Von großen und unbehandelten Wollklumpen bis zum Strickpullover hatten die beiden jungen Frauen eine Menge Produkte aus Wolle dabei.

Über den Markt waren sie voll des Lobes: „Das ist ein schöner Marktplatz. Die Leute hier wissen Handarbeit zu schätzen. Auf anderen Märkten schauen sie nur auf den Preis, schimpfen und glauben, alles sei zu teuer.“ Schon häufiger beim Ostermarkt dabei war Gerhard Niklas aus Kirkel, der seine Drechselarbeiten präsentierte. Kreisel, Schalen, Kelche, Pilze und natürlich Eier aus Holz gab es im Sortiment - eben „alles, was rund ist.“



Für ihn war der Samstag eher „mittelprächtig“ gelaufen. Seiner Ansicht nach kauften die Leute samstags eher Gestecke.

Doris Cochlovius war da mit dem Verkauf ihrer Filzsachen zufriedener: „Es läuft gut heute, am Anfang war der Andrang groß.“ Als Dozentin der Limbacher Mühle besitzt sie das Privileg, öfter als andere ausstellen zu dürfen. Im Angebot bei ihr befanden sich unter anderem kleine Kinderwiegen, Hasen, ein Kürbis und ein Fliegenpilz.

Extra aus Saarbrücken war Sigrid Schlemmer angereist, die aber ursprünglich aus Kirrberg stammt und sich mit ihrer Schwester traf. Sie zeigte sich begeistert vom Ostermarkt: „Es ist total schön hier. Ich habe ganz viel Osterhasen gekauft und ein Kissen für mein Patenkind. Die Limbacher Mühle ist spitze, das ist ein ganz besonderer Ort und eine tolle Atmosphäre hier. Außerdem gibt es immer leckeren Kaffee und Kuchen.“