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Fastnacht
Altstadter Narren trotzten dem Wetter

 In Altstadt flogen gestern die Stofftiere und einiges mehr in Richtung der Zug-Gäste.
In Altstadt flogen gestern die Stofftiere und einiges mehr in Richtung der Zug-Gäste. FOTO: Thorsten Wolf
Altstadt. Der Fastnachtsumzug sorgte auch bei Dauerregen mit einer bunten Teilnehmerschar für jede Menge Spaß. Von Thorsten Wolf

Man hätte ja meinen können, dass der „Altstadter Fastnachtsumzug“ eigentlich satt ins Wasser fallen müsste. Immerhin zeigte sich der Fastnachtsdienstag in Sachen Wetter ziemlich ungnädig dem „größten kleinen Umzug“ in unserer Region gegenüber. Und was soll man sagen: Tatsächlich fielen die Närrinen und Narren bei Dauerregen ins Wasser – standen aber in bester Manier wieder auf, richteten sich das Narrenkäppchen und marschierten fast pünktlich ab 14.11 Uhr von der Reitanlanlage Körner durch den Ort in Richtung Hugo-Strobel-Halle und damit zur Kinderfastnacht, ausgerichtet vom TV Altstadt.


Und was soll man auch sagen: Gleichwohl der Zuspruch an den Straßen wetterbedingt nicht super-duper-üppig war, konnte sich der Zug an sich in diesem Jahr wirklich sehen lassen. Tatsächlich fuhren diesmal Fahrzeuge in einer Größenordnung mit, die man in Altstadt so noch nie gesehen hatte. Dabei profitierte man in Kirkels kleinsten Ortsteil vom närrischen Unglück der Faasebooze in Neunkirchen. Die hatten ja bekanntlich ihren Umzug am Rosenmontag aufgrund der Sturmlage absagen müssen. Und so kam es, dass „de Kölsche Jung“ mit seinem Riesen-Umzugswagen „Das China-Haus vom Klaus“, immerhin ein stattlicher Sattelauflieger mit noch stattlicherem Aufbau, statt in Neunkirchen diesmal in Altstadt mitfuhr.

Ein Nummer kleiner, aber immer auch noch ein echter Brummer, war der Festwagen der Jungbauern. Die hatten ihr Gefährt mit dem Spruch „Liebe vergeht – Hektar besteht“ dekoriert, eine charmante Umtextung von „Bauer sucht Frau?“ Auf jeden Fall machte die Jungs vom Feld ordentlich Rabbatz. Aber den Auftritt des „Kölsche Jung“ konnte man am Fastnachtsdienstag kaum toppen. In den Kammern und Kisten des riesigen Lkws verbargen sich schiere Unmengen von Stofftieren, Schirmen und allerei weiteren „Wurfgegenständen“. Das „Luxus-Problem“: Was da aus dem Zug in die Menge geworfen werden konnte, das war eben ursprünglich für den Neunkircher Umzug gedacht und damit eigentlich deutlich zu viel für den erwartungsgemäß weniger besuchten Altstadter Umzug. Doch Heike Körner, sie hatte vor rund 20 Jahre mit dem damaligen Ortsvorsteher Rudi Enkler den Umzug als reinen Kinderumzug ins Leben gerufen, hatte eine perfekte Lösung. „Der große Lkw stellt sich an den Straßenrand, und die Kinder der Kindergärten, die heute mitlaufen, können dran vorbeigehen und bekommen was zugeworfen.“ So ergab sich ein recht kurioses, aber auch liebevoll sinnvolles Anfangsbild des Altstadter Umzugs: Der riesen Sattelauflieger des „Kölsche Jung“ parkte am Rand der Homburger Straße, während alle anderen Zugteilnehmer an ihm vorbeizogen. Und dann flogen die Stofftiere nur so durch die Gegend, sogar die Polizeioberkommissare Thomas Clemenz und Martin Hartmann, die seitens der Polizeiinspektion Homburg den Zug absicherten, bekamen ihre Stofftierchen.



Was tatsächlich gefühlt keine Rolle spielte, das war das Wetter am Fastnachtsdienstag. Zwar machte sich der Dauerregen bei den Besucherzahlen schon bemerkbar, doch einige Altstadter am Zugweg hatten sich trotzdem dem Anlass entsprechend vorbereitet. So servierten Inge und Heinrich Wolf an der Ortsstraße Sekt und Fastnachtsküchelche. Und noch einen großen Vorteil hatte das Verhältnis von „werfbarem Fastnachts-Allerlei“ zu „überschaubarer Zuschauerzahl“: Wer ein bisschen fix auf den Beinen war und entsprechend große Sammelbehältnisse mit dabei hatte, der konnte sich seinen Vorrat an Süssigkeiten für die kommenden drei Jahre oder für die Zeit der Entbehrung während einer potenziellen Zombie-Apokalypse einsammeln.

In jedem Fall: Der „größte kleine Fastnachtsumzug“ in der Region hat auch in dieser Session wieder einen bemerkenswerten Eindruck hinterlassen. Was die Zugteilnehmer – die teilnehmenden Kitas, der TV Altstadt, die Oldtimer-Freunde Kirkel-Limbach und all die anderen Närrinen und Narren, unterstützt vom Löschbezirk Altstadt und Mitarbeitern des Gemeinde-Bauhofes – auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Ortsvorsteher Peter Voigt trotz der widrigen Umstände auf die Beine und Räder gestellt haben, war wieder aller Ehren wert und ein würdiger Abschluss für die fünfte Jahrezeit in unserer Region. Am Aschermittwoch ist nun alles wieder vorbei, jetzt muss es der Hering richten.

 Trotz des miesen Wetters ließen es sich viele Faasebooze gestern Nachmittag nicht nehmen, am „größten kleinen Umzug“ am Fastnachtsdienstag in Altstadt teilzunehmen und einen bunten Schlusstrich unter die diesjährige Session zu ziehen.
Trotz des miesen Wetters ließen es sich viele Faasebooze gestern Nachmittag nicht nehmen, am „größten kleinen Umzug“ am Fastnachtsdienstag in Altstadt teilzunehmen und einen bunten Schlusstrich unter die diesjährige Session zu ziehen. FOTO: Thorsten Wolf