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Aventskonzert in Kirkel
Swingender Santa Claus begeisterte

Chordirektor Kurt Kihm leitete in Kirkel zum letzten Mal die Chorgemeinschaft 1klang und den Männerchor.
Chordirektor Kurt Kihm leitete in Kirkel zum letzten Mal die Chorgemeinschaft 1klang und den Männerchor. FOTO: Paul O. Krick
Kirkel-Neuhäusel. Die Chöre des MGV Kirkel und Pianist Paul O. Krick ernteten viel Applaus beim Adventskonzert in Kirkel. Von red

Das Adventskonzert des MGV 1848 Kirkel lockte auch in diesem Jahr wieder viele Besucher in die katholische Pfarrkirche St. Joseph, darunter auch Bürgermeister Frank John (wir berichteten). Das Stein gewordene Zelt Gottes schien mitzumusizieren, als der Gemischte Chor 1klang, der Männerchor und alle Besucher am Ende des Programms das Lied „O du fröhliche, selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit“ anstimmten.
Kreischorleiter Wolfgang Schmitt leitete mit seinem Gemischten Chor 1klang die vielfältige Werkfolge ein. Der noch junge Chor überraschte mit rhythmischem Gespür und feiner Aussprache in englischsprachigen Songs nach Eric Clapton, Elton John oder James Lord Pierpont.


Ein Ohrwurm für sich war darunter das erst in diesem Jahr entstandene „Advent Hymn“ von Christy Nockels. So erlebten die Zuhörer in Kirkel mit 1klang und dem Pianisten Paul O. Krick unter der Leitung von Wolfgang Schmitt quasi eine Uraufführung des wunderschönen, impressiven Werkes.
Mehr als 80 Jahre älter ist inzwischen der bekannte Song „Santa Claus is comin‘ to town“, mit dem sein Schöpfer John Fred Coots einen wichtigen Beitrag zur damals vorherrschenden Swing-Ära lieferte. Die Arrangeurin Audrey Snyder hat den swingenden Nikolaus vor zehn Jahren in einen raffiniertem Sound neu eingekleidet und damit dem Ensemble 1klang eine zündende Vorlage geliefert, die in der St. Joseph-Kirche mit viel Beifall aufgenommen wurde. Wie schon seit 43 Jahren so sorgte Chordirektor Kurt Kihm mit dem Männerchor des MGV auch bei dieser geistlichen Abendmusik wieder für besondere musikalische Momente im Advent.

Im ersten Auftritt waren es vor allem der Dank „An die Musik“, wie ihn Franz Schubert vor 200 Jahren in Töne kleidete, nicht zuletzt der Weihnachtshymnus „Tollite hostias“ von Camille Saint-Saëns, dessen Festlichkeit sich auf das begeistertes Publikum übertrug. Aber auch die Männerstimmen hatten nach manch bewährten und neu einstudierten Liedern etwa von Daddy Monrow, Gene Autry, Robert Stolz oder Helmut Scheck eine Erstaufführung im Repertoire.

Das „Kaschubische Weihnachtslied“ von Paul O. Krick, nach einem Gedicht von Werner Bergengruen, begeisterte durch seinen humorvollen Text ebenso wie durch seinen karibischen Beguine-Rhythmus, zu dem so mancher Fuß im Kirchenraum mitwippte.

Vorsitzender Hubert Pfeifer hatte den lustigen Bergengruen-Text zum besseren Verständnis vorher rezitiert und musste sogleich in den Wehmut-Modus umschalten, als er Chordirektor Kurt Kihm nach seinem letzten Konzert mit dem Männerchor verabschiedete. Er tat es jedoch in der aufmunternden Gewissheit: „Wir machen weiter!“



Wie auch immer, nach Hermann Hesse „liegt in jedem Anfang ein Zauber inne“. Und den beschworen unter der Leitung von Wolfgang
Schmitt die beiden Chöre des MGV am Ende dann zusammen mit der großen Zuhörergemeinde mit einem klangvollen „O du fröhliche, selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit“.