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Naturtöne selbst gemachtHöhepunkt mit Pferdekopfgeige

Limbach. Traumpfade nannte sich das zweitätige Festival, das am vergangenen Wochenende die Szene um und in der historischen Limbacher Mühle prägte. Zwei Tage lang drehte sich dort, aber auch an der nahe gelegenen Naturbühne des Jugendzentrums, alles um so genannte Naturton-Musik - und im Detail meistens um das Didgeridoo, das Blasinstrument der australischen Ureinwohner Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Limbach. Traumpfade nannte sich das zweitätige Festival, das am vergangenen Wochenende die Szene um und in der historischen Limbacher Mühle prägte. Zwei Tage lang drehte sich dort, aber auch an der nahe gelegenen Naturbühne des Jugendzentrums, alles um so genannte Naturton-Musik - und im Detail meistens um das Didgeridoo, das Blasinstrument der australischen Ureinwohner. In zahlreichen Workshops gaben Künstler und Könner Einblicke in die Arbeit mit diesem Instrument, das vielen meist nur als buntes und seltsam klingendes Klischee in Filmen über den fünften Kontinent geläufig ist. Dass die Realität etwas anders aussieht, bewiesen die Dozenten der einzelnen Workshop-Angebote nachdrücklich: Vom Didgeridoo-Spielen für Anfänger mit Eddy Halat über Roman Buss' Angebot, Stücke für dieses ungewöhnliche Blasinstrument zu komponieren bis hin zu Cross-Over-Projekten mit anderen Naturton-Instrumenten reichte das Angebot. Ein Highlight des Veranstaltungssonntags: Der Bau von Didgeridoos aus den Stämmen des Bärenklau, speziell für Kinder. "Bärenklau ist ein optimales Material für den Bau von Didgeridoos", erläuterte Dozent Sven Molder den Ansatz, aus einer in Westeuropa nicht wirklich gerne gesehenen Pflanze ein Musikinstrument zu bauen. "Es wächst konisch und ist deswegen sehr gut spielbar." Der Weg des Bärenklau zum Instrument ist dabei eigentlich gar nicht ungewöhnlich. Molder: "In seiner Heimat, dem Kaukasus, ist der Bau von Instrumenten aus dem Bärenklau seit 150 Jahren bekannt, dort werden daraus Bassflöten hergestellt. Und wenn man aus der Pflanze schon eine Bassflöte bauen kann, dann reicht es auch für ein Didgeridoo." Das Angebot der Veranstalter, Interessierten die Welt der Naturton-Musik nahe zu bringen, wurde in Limbach dankbar aufgenommen - ein Grund für Mitinitiator Karl Humbug, am Sonntag ein durchweg positives Fazit zu ziehen. Den Weg in die Ländlichkeit abseits von Saarbrücken begründete Humbug so: "In Großstädten ist es zehn Mal schwieriger, ein solches Festival umzusetzen. Und es kostet richtig Geld. Hier in Limbach gab es dagegen großes Engagement aus der Bevölkerung und die Bereitschaft, dieses Festival tatkräftig zu unterstützen." Limbach. Es ist eine Sache, sich die theoretische Funktion eines Instrumentes erklären zu lassen oder in einem Workshop die eigenen Kenntnisse zu verbessern. Wie viel Energie aber wirklich in einem Didgeridoo, einer Pferdekopfgeige oder einem Trommelset steckt, lässt sich aber wohl einfach nur live und auf der Bühne erleben. So war es nur folgerichtig, dass zur Mitte des Traumpfade Festivals, am Samstagabend, eine Auswahl von ausgesuchten Naturton-Musikern auf der Bühne am Jugendzentrum vor interessierten Gästen die ganze Bandbreite dieses Musikstils zeigten. Als Auftakt bewies Max Bousso an der Trommel, dass es vor allem Lebensnähe ist, die sich in dieser ursprünglichen Form des Tonalen zeigt. Danach ließ Eddy Halat mit seinem Didge keinen Zweifel an der Eindringlichkeit dieses Instrumentes. Höhepunkt des Abends: der Auftritt des Mongolen Enkh Jargal an der Pferdekopfgeige und außerdem noch die "Ethno Beats" mit Amby Schillo, Bernhard Linz und Peter Brunna. thw