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Neujahrskonzert und Fairtrade
Musikalisch und fair ins neue Jahr

Auch in diesem Jahr bewies der Musikverein Limbach wieder seine Ausnahmestellung unter den sinfonischen Blasorchestern, beim Neujahrskonzert der Gemeinde am Sonntag gab es ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm.
Auch in diesem Jahr bewies der Musikverein Limbach wieder seine Ausnahmestellung unter den sinfonischen Blasorchestern, beim Neujahrskonzert der Gemeinde am Sonntag gab es ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm. FOTO: Thorsten Wolf
Kirkel. Bürgermeister Frank John nahm beim Neujahrskonzert für die Gemeinde Kirkel die Urkunde als „Fairtrade-Gemeinde“ entgegen. Von Thorsten Wolf

Als Hans-Peter Schmitt, der frühere Ortsvorsteher von Kirkel-Neuhäusel und zuletzt erster Beigeordneter der Gemeinde, vor Jahren die Idee zu einem Kirkeler Neujahrskonzert hatte, da brachte er eine echte Erfolgsgeschichte auf den Weg. Wechselweise veranstaltet in der Burghalle in Kirkel-Neuhäusel und der Limbacher Dorfhalle und seit Beginn an gestaltet vom Musikverein Limbach hat sich das Neujahrskonzert vom ersten Takt an zu einem echten Publikumsmag-
neten entwickelt. Was das musikalische Großereignis ausmacht? Seine Ungezwungenheit, sein familiärer Charakter.



Und den genossen am Sonntag rund 800 Gäste in der Burghalle. Für eben diese Gäste hatte sich der Musikverein Limbach mit seiner Dirigentin Claudia Wälder-Jene auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm einfallen lassen, das mit dem Bogen von Musical über Walzer bis zu modernen Werken die ganze Bandbreite dessen zeigte, was sinfonische Blasmusik wirklich ausmacht. Dies an sich ist natürlich keine Neuigkeit, schon bei den Neujahrskonzerten der Vergangenheit hatte der Musikverein Limbach sein Können unter Beweis gestellt. In diesem Jahr gesellte sich aber zum muskalischen Genuss ein weiterer dazu: Als Teil des Nachmittags in der Burghalle wurde die Gemeinde auch ganz offiziell zur Fairtrade-Gemeinde ernannt, nachdem man schon zur Mitte des vergangenen Jahres die dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllt hatte.

Kirkels Bürgermeister Frank John blickte auf die Anfänge des Projektes „Fairtrade“ in Kirkel zurück und erinnerte an den Impuls aus dem Gemeinderat, der schon im Jahr 2014 die Weichen gestellt hatte. Hier dankte John ausdrücklich Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Linbacher und Walter Nägle, die das Projekt in der Folge vorangetrieben hätten. In diesen Dank schloss John auch Hans-Josef Regneri, den Fraktionssprecher der CDU im Kirkeler Gemeinderat mit ein. „Euch Dreien meinen herzlichen Dank dafür, dass wir heute die Früchte dieser Arbeit ernten können.“ Und auch Dirk Pfeifer, er hatte innerhalb der Verwaltung das Projekt betreut, erwähnte John lobend, „dass das heute klappt, das ist auch Dein Verdienst“.

Kirkels Verwaltungschef zählte ebenfalls noch und in gebotener Kürze („wir sind ja hier auf einem Konzert“) die Fairtrade-Aktionen in der Gemeinde in der Vergangenheit auf, auch die ein Teil der notwendigen Voraussetzungen für die Auszeichnung als Fairtrade-Kommune. Landrat Theophil Gallo – der Saarpfalz-Kreis trägt schon seit 2014 das Fairtrade-Siegel – fand zuerst einmal ausdrücklich anerkennende Worte für den Musikverein Limbach, dessen Einstieg in das Neujahrskonzert sei fulminant, machtvoll und kraftvoll gewesen. „Das war etwas ganz Tolles. Und passend zum Anlass etwas Würdiges.“ Mit Blick auf die Auszeichnung Kirkels als Fairtrade-Gemeinde war sich Gallo sicher, dass dies sehr gut zur Biosphäre Bliesgau passe. „Das Thema Biosphäre ist ja auch eines, bei dem der faire Umgang miteinander mitschwingt, die gegenseitige Rücksichtnahme, der Ausgleich, der schonende Umgang mit Ressourcen. Und das gehört ja auch zum Fairtrade-Gedanken.“ Deswegen sei er aus Sicht des Landkreises, so Gallo, sehr dankbar dafür, dass sich Kirkel den mit der Auszeichnung verbundenen Herausforderungen gestellt habe. „Darauf können die Kirkeler stolz sein.“

Und dann war es endlich so weit, aus den Händen des Fairtrade-Ehrenbotschafters Manfred Holz erhielt Frank John die offizielle Urkunde. Diesen Moment nutzte Holz dann auch dazu, den aktuellen Stand der Fairtrade-Kampagne zu beleuchten, in einem launigen Kurzvortrag nannte er Zahlen und Fakten. In Kirkel habe er viel Engagement und Kreativität im Umgang mit fair gehandelten Produkten erfahren, „das hat mich recht beeindruckt“. Bei aller inzwischen erreichten Akzeptanz des Fairtrade-Siegels und der Fairtrade-Produkte könne und müsse sich die Situation bei den Verkaufszahlen noch steigern. So hätten fair gehandelte Kaffee-Bohnen nur vier Prozent Marktanteil. Trotz dieser Einzelbetrachtung sei Fairtrade im Jahr 2016 in Deutschland um 18 Prozent gewachsen, „der Umsatz betrug 1,2 Milliarden Euro“. Ziel für dieses Jahr sei nun die Marke von 1,5 Miliarden Euro und, so Holz mit einem Augenzwinken, „Herr Bürgermeister, da zähle ich nun ganz stark auf Kirkel!“.

Als Teil des Neujahrskonzertes erhielt Kirkels Bürgermeister Frank John (links) aus den Händen des Fairtrade-Ehrenbotschafters Manfred Holz die offizielle Auszeichnung der Gemeinde als Fairtrade-Kommune.
Als Teil des Neujahrskonzertes erhielt Kirkels Bürgermeister Frank John (links) aus den Händen des Fairtrade-Ehrenbotschafters Manfred Holz die offizielle Auszeichnung der Gemeinde als Fairtrade-Kommune. FOTO: Thorsten Wolf