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Multimedia-Vortrag
Auf dem Fahrrad zum Schwarzen Meer

In Rumänien traf Peter Becker am Straßenrand entlang der Donau auf diese Blumenverkäuferinnen.
In Rumänien traf Peter Becker am Straßenrand entlang der Donau auf diese Blumenverkäuferinnen.
Der saarländische Abenteuerer Peter Becker erzählt im Bildungszentrum der Arbeitskammer am Mittwoch, 26. September, von einer ungewöhnlichen Tour von der Quelle bis zur Mündung der Donau.   Von Peter Neuheisel

In der Abenteuer-Reihe „Fremde Länder, Kulturen und Menschen“ im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel, wartet nach der Sommerpause ein ganz ungewöhnlicher Vortrag auf die Gäste. „Abenteuer Fahrrad: Vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer“ heißt es am Mittwoch, 26. September, ab 19 Uhr im Bildungszentrum am Tannenwald in Kirkel-Neuhäusel.


Peter Becker aus Schmelz-Hüttersdorf ist dieser Fahrrad-Abenteuerer, der sich angesagt hat. Er war langjähriger Leiter der Polizeidirektion Saarbrücken-Land und später Sicherheitsbeauftragter beim 1. FC Saarbrücken. Ungewöhnliche Touren hat Becker schon immer gemacht: von Lebach nach St. Petersburg oder dem „Rad in die Oper“ (5300 Kilometer von Darwin nach Sydney). Auch auf der legendären Route 66 durch die Vereinigten Staaten von Amerika war er schon mit dem Rad unterwegs. Außerdem pilgerte er „zu Fuß“ auf dem Jakobsweg.

Wie kommt man nun dazu, mit den Rad von der Quelle bis zur Mündung der Donau zu fahren? „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg! Manch einer wird sich noch an diesen Merksatz aus Schulzeiten erinnern.“ Peter Becker wollte diese 2888 Kilometer lange Tour von Donaueschingen bis zum Schwarzen Meer schon immer mal machen. „Die Donau ist ein ganz besonderer Fluss. Er entwässert weite Teile Mittel- und Südosteuropas. Er durchfließt beziehungsweise berührt dabei zehn Länder (Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, die Republik Moldau und die Ukraine) – so viele wie kein anderer Fluss auf der Erde.“ Peter Becker erzählt im Bildungszentrum von einer ganz eindrucksvollen Reise entlang des, nach der Wolga, zweitlängsten Flusses in Europa.



„Donau so blau … dein silbernes Band knüpft Land an Land . . .“, so heißt es in einem bekannten Donaulied. Und wer dort unterwegs ist, kann mehr als ein Lied singen, denn die Donau ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten und verbindet dabei unterschiedliche Kulturkreise. Politische Spannungen und Kriege bewirkten immer wieder Sperren und Behinderungen der Wasserstraße. Seit dem Fall des Eisernen Vorhanges hat die Donau wieder ihre wirtschaftliche Bedeutung erhalten. Der Fluss verbindet viele artenreiche und unverbaute Naturräume und ist ein wichtiger Standort für Wasserkraftwerke.

Von der Quelle im Schwarzwald nach Österreich in die Hauptstadt Wien und dann auf 608 Kilometer gemeinsamer Donaugrenze zwischen Bulgarien und Rumänien. Und, und, und... Peter Becker hat was zu erzählen: „Immer mehr Menschen, auch aus unserer Region, haben schon auf den Bilderbuchradwegen um Passau, in der Wachau oder bis Wien die Schönheiten der Donau genossen. Hotels, Pensionen und Restaurants, alles, was man für einen erholsamen Urlaub braucht, ist im Überfluss vorhanden. Wer noch unschlüssig ist, wird überzeugt werden.“ Wer aber das Abenteuer sucht, wird hinter Budapest in eine Welt eintauchen können, in der zerstörte Gebäude, nicht geräumte Minenfelder und zum Teil offene Feindschaft immer noch an einen von uns lange vergessen Krieg erinnern. Länder in denen auf den Straßen Pferdefuhrwerke und Eselskarren häufiger sind als Autos und Wasser noch aus öffentlichen Brunnen nach Hause getragen wird. In denen aber auch eine Gastfreundschaft lebt, die in unserer Gesellschaft kaum noch zu finden ist. Zuletzt steigt der Saarländer von seinem Fahrrad auf ein Boot um, denn die Naturschönheiten des Donaudeltas sind nun einmal nur vom Wasser aus zu sehen.

Das Donaudelta in Rumänien besteht aus drei Hauptarmen sowie unzähligen Seitenarmen, Röhrichten, schwimmenden Inseln, Altarmen und Seen, aber auch Auwäldern sowie extremen Trockenbiotopen auf Dünen. Das 5000 Quadratkilometer große, weltweit einmalige Ökosystem ist Europas größtes Feuchtgebiet, es gilt als größtes zusammenhängendes Schilfrohrgebiet der Erde und ist der Lebensraum von über 4000 Tier- und über 1000 Pflanzenarten. Urtümliche Galeriewälder aus Eichen, Weiden und Pappeln säumen die Ufer des Donaudeltas. Im Jahr 1991 erklärte die Unesco das Delta zu einem Teil des Weltnaturerbes, seitdem ist es Biosphärenreservat. Auf die Gäste wartet am 26. September ein ungewöhnliches Abenteuer.

Der Eintritt zu dem Multimediavortrag, wie bei allen Veranstaltungen im Bildungszentrum, ist frei, Spenden für ein soziales und karitatives Projekt, das die Referenten unterstützen sind willkommen. Wegen der großen Nachfrage ist eine Anmeldung und Reservierung unter Tel.: (0 68 49) 90 90 oder per E-Mail an: info.bzk.arbeitskammer.de notwendig.

Wasser ist in der ungarischen Steppe kostbar. An einem solchen Ziehbrunnen darf jeder Wasser holen.
Wasser ist in der ungarischen Steppe kostbar. An einem solchen Ziehbrunnen darf jeder Wasser holen.
In Serbien bilden zahlreiche Klöster und ungewöhnliche Kalkformationen eine besondere Kulisse für den Donau-Durchfluss. Der Saarländer Peter Becker berichtet auch darüber im Bildungszentrum in Kirkel.
In Serbien bilden zahlreiche Klöster und ungewöhnliche Kalkformationen eine besondere Kulisse für den Donau-Durchfluss. Der Saarländer Peter Becker berichtet auch darüber im Bildungszentrum in Kirkel.
Etwas abseits der Fahrrad-Route an der Donau lag dieser malerische Bauernhof vor hoch aufragenden Kalkfelsen.
Etwas abseits der Fahrrad-Route an der Donau lag dieser malerische Bauernhof vor hoch aufragenden Kalkfelsen.
Dieses ungewöhnliche Fuhrwerk begegnete Peter Becker im bulgarisch-rumänischen Grenzgebiet.
Dieses ungewöhnliche Fuhrwerk begegnete Peter Becker im bulgarisch-rumänischen Grenzgebiet.